Den richtigen Fokus haben – Praktische Tipps zum Evangelisieren

Mark Cahill gibt nützliche Hinweise, wie man mit Menschen ein Gespräch über den Glauben führen können. Dazu bringen wir noch praktische Tipps, was bei Strasseneinsätzen zu beachten ist.
envato/ zamrznutitonovi
Menschen von Jesus erzählen

Mit Fremden oder mit Freunden über den Glauben zu sprechen, ist herausfordernd. Es lohnt sich aber immer, wenn wir daran denken, dass wir nur das Beste für die Menschen wollen und sie in die Ewigkeit mit Jesus führen. In dem Sinne ist Evangelisation auch ein Liebesakt.

Vielen Christen erscheint das Weitergeben ihres Glaubens aber oft unmöglich oder schwierig.

Den richtigen Fokus

Ein Jugendpfarrer fragte den Autor Mark Cahill einmal: «Mark, warum erscheint uns Gott in der Gemeinde während der Anbetung so gross und Satan so klein, aber wenn wir Zeugnis geben, erscheint Satan so gross und Gott so klein?» Cahill antwortete: «Hat Gott sich geändert? Nein. Gott hat sich nicht geändert, aber unsere Wahrnehmung hat sich geändert.»

Mark Cahill ermutigt die Leser deshalb: «Lassen Sie sich nicht von Satan täuschen und setzen Sie Ihren Fokus auf Gott, was sein Wille ist. Unser himmlischer Vater verspricht, uns zu helfen und immer an unserer Seite zu bleiben: 'Sei mutig und entschlossen! Lass dich nicht einschüchtern, und hab keine Angst! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.' (Josua, Kapitel 1, Vers 9

Während eines Kampfes im 2. Weltkrieg sagte General Douglas MacArthur: «Der Feind ist vor uns. Der Feind ist hinter uns. Der Feind ist zur Rechten und zur Linken. Diesmal können sie uns nicht entkommen!» Mit dem richtigen Fokus sind wir immer Sieger.

Sich von Gott führen lassen

Als Nachfolger von Jesus haben wir die Zusage, dass wir uns von Gott führen lassen können. Mark Cahill: «Beten Sie, wenn Sie unterwegs sind, dass der Herr Sie nach rechts oder links führt, wie Jesaja in Jesaja, Kapitel 30, Vers 22 schreibt: 'Ob dein Weg nach rechts oder links führt, wird eine Stimme hinter dir herrufen und dir ansagen: Das ist der richtige Weg, den geh!' Gott wird Sie dorthin führen, wo er Sie haben will, und Sie brauchen sich keine Sorgen wegen des Feindes zu machen, wenn Gott alles in der Hand hat. Er führt Sie zu den richtigen Personen.»

Genug Zeit haben

Mit Menschen die wichtigste Frage überhaupt zu klären, ist wichtiger als andere Termine. «Nehmen Sie sich daher genug Zeit fürs Zeugnis geben und beschenken Sie Ihren Gesprächspartner mit Ihrer Zeit. Rechnen Sie genug Zeit ein, damit Sie ein Gespräch nicht vorzeitig abbrechen müssen, weil Sie eine Verpflichtung oder einen Termin haben. So fühlen sich Ihre Gesprächspartner ernst genommen und nehmen auch Sie ernst.»

Menschen beobachten

Das Gegenüber beim Zeugnisgeben zu beobachten, ist äusserst aufschlussreich. Ihr Gesichtsausdruck, ihre Augen und ihre Körpersprache können viel darüber verraten, was möglicherweise in ihnen vorgeht.

In die Augen schauen

Ein Mann sagte bei einem Gespräch mit Cahill: «Sie schauen mir in die Augen, während Sie mit mir reden. Das finde ich gut. Das macht deutlich, dass Sie überzeugt sind von dem, worüber Sie reden.» Schauen Sie den Leuten in die Augen, wenn Sie Zeugnis geben. Sprechen Sie mit Ihren Augen, sie sagen oft mehr als Worte oder unterstreichen diese. Nur wenn Menschen Ihnen abnehmen können, was Sie sagen, und sich Ihre Botschaft in Ihren Augen spiegelt, glauben sie Ihnen, weil sie merken, dass Sie wirklich glauben, was Sie sagen.

Ausserdem kann man viel aus den Augen ablesen und erkennen, ob das Gegenüber etwas verstanden hat oder noch mehr Erklärung braucht oder ob er oder sie mit einer Aussage einverstanden ist oder nicht, und kann so besser auf das Gegenüber eingehen. Augen sind das Fenster zur Seele – also nutzen Sie dies, um ein tiefgründiges Gespräch zu führen und zu sehen, wie es den Menschen wirklich geht.

Sich ausrüsten lassen

Wenn Sie sich auf die Strasse wagen, können Sie darauf vertrauen, dass Gott Sie mit allem ausrüstet, was Sie brauchen.

Steve Farrer schrieb in «Finishing Strong»: «Niemand ist ohne eine von Gott bestimmte Aufgabe und ohne Mittel, die Gott gibt, um diese Aufgabe zu erfüllen.» Sie haben in diesem Leben eine Aufgabe von Gott und Gott gibt Ihnen die entsprechenden Hilfsmittel, damit Sie sie erfüllen können.

Kleider machen Leute – und auch Evangelisten

Cahill empfiehlt deshalb, keine «unpassende» Kleidung zu tragen, und sich so zu kleiden, dass es zu dem Ort, wo man hin geht, passt (ohne aufreizend oder «anstössig» zu wirken). «Ihre Haltung und Ihre Liebe zu Jesus und zu den Verlorenen sollten Menschen zu Ihnen ziehen, nicht Ihre Kleidung», schreibt Cahill und weist auf den Vers in Kolosser, Kapitel 3, Verse 12 und 14: «So zieht nun an… herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld…. Über alles aber zieht an die Liebe.» 

Tragen Sie also keine christlichen T-Shirts oder entsprechenden Schmuck. Das kann dazu führen, dass Menschen nicht mit Ihnen reden, weil sie genau wissen, woher Sie kommen und was Sie wollen. Jesus hatte nichts Besonderes an, wenn er den Menschen das Evangelium brachte. Wir sollten deshalb keine Dinge tragen, die Leute davon abhalten, mit uns zu reden, oder die unseren Dienst für Jesus in Verruf bringen.

Dieser Artikel erschien im März 2016 auf Livenet.

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