08/15-Christentum? – Ein LKW-Fahrer, ein Obdachloser und ein Taxifahrer…

Restaurants können Orte für strategische Gespräche sein, aber auch Gelegenheiten zum Dienen und Bezeugen. Für Jerry Wiles vom International Orality Netzwerk startete dort ein besonderer Abend…
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Washington D.C.

Eines Abends sagte mein Freund Charles beim Abendessen in einem Restaurant in Washington D.C. zu mir: «Ich habe das 08/15-Christentum so satt.» Wir beteten über seine Sehnsucht, die Kraft Gottes auf eine neue Weise am Werk zu sehen, und dann verliessen wir das Restaurant, um zurück zu unserem Hotel zu gehen.

Eine ganze Familie

Während wir an einer Kreuzung warteten, begann Charles ein Gespräch mit einem Mann, der versuchte, seinen LKW wieder startklar zu machen. Er hatte eine Panne gehabt und blockierte einen Teil unseres Fussgängerüberwegs. Der Mann hatte das Problem bereits erkannt und seine Frau angerufen, die nun mit dem notwendigen Vergaserteil auf dem Weg zu ihm war.

Wir warteten mit ihm und begannen, ihm von Jesus zu erzählen. «Jesus muss Sie uns heute Abend in den Weg gestellt haben, damit wir Ihnen von ihm erzählen können», sagten wir. «Wir beide haben Jesus Christus in unser Leben aufgenommen und das war die grossartigste Erfahrung, die wir jemals gemacht haben. Wir kämpfen nun nicht länger mit Schuldgefühlen wegen Dingen, die wir falsch gemacht haben. Wir haben echten Frieden und Freude in unserem Leben.»

Wir fragten den Mann, ob er bereit wäre, den Herrn Jesus anzurufen und ihn in sein Leben aufzunehmen. Der Mann stimmte begeistert zu und wir beteten gerade mit ihm, als seine Frau und ihre Teenagertochter heranfuhren. «Wir haben grossartige Neuigkeiten für Sie! Ihr Ehemann hat gerade den Herrn Jesus in sein Leben aufgenommen. Sie müssen das ebenfalls tun, wissen Sie das?» Innerhalb von 15 Minuten, in denen wir unter der Strassenlaterne standen, kam die ganze Familie zum Glauben an Jesus.

«Keine Zigaretten, aber…»

Während wir unseren Weg zum Hotel fortsetzten, begegneten wir einem barfüssigen Mann, der unter dem Einfluss von Schnaps und Drogen taumelte. Sein Kiefer war gebrochen und seine Zähne waren mit Draht verbunden. Er fragte nach einer Zigarette. Ich dachte an das, was Petrus zu dem blinden Mann an der Schönen Pforte gesagt hatte: «Geld habe ich nicht. Aber was ich habe, will ich dir geben…» (Apostelgeschichte Kapitel 3, Vers 6). Ich schaute ihm direkt in die Augen und verkündete: «Ich habe keine Zigaretten, aber ich habe etwas, das Sie brauchen. Im Namen Jesu Christi…»

Noch bevor ich den Satz beenden konnte, schrie der Mann auf: «Oh nein!» Er zuckte zusammen und verstummte erstaunt, als ob ihn etwas getroffen hätte. Ich hatte keinerlei Zweifel daran, dass dies die Kraft Gottes war. Er streckte seine Hände aus, um sich an der Wand hinter sich abzustützen, und seine Gesichtszüge wurden immer weicher. Ich fuhr fort, die Verheissungen Gottes über ihm auszusprechen:

«Der Herr Jesus Christus ist der König aller Könige und der Herr aller Herren. Der Herr Jesus Christus übernimmt die Macht und Autorität über die Gewalten des Feindes, die in dir am Werk waren. Der Herr Jesus Christus hat dich befreit von den Qualen, die dich in deinem Leben geplagt haben. Der Herr Jesus Christus ist hier und jetzt für dich verfügbar und du kannst seinen Namen anrufen.»

«Der Herr hat dich befreit», versicherte ich ihm. «Du kannst seinen Namen jetzt anrufen.» Der Mann wiederholte leise den Namen Jesus. Ich konnte spüren, dass er nun Ruhe brauchte. Wir riefen ein Taxi und brachten ihn in ein nahegelegenes Obdachlosenheim, in dem er die Nacht verbringen konnte. Ich ging mit ihm in die Unterkunft hinein und Charles blieb im Taxi und erklärte dem Fahrer – einem Muslim aus dem Iran –, was gerade mit diesem Mann passiert war. Charles Gesicht strahlte vor Freude, als ich zurückkam. Er hatte den Taxifahrer ebenfalls zu Jesus geführt. Der Fahrer sagte, er hätte noch nie so viel Barmherzigkeit gesehen, und er wusste, dass die Kraft Gottes in unserem Leben echt war.

Kein 08/15-Christentum mehr

«08/15?», fragte ich Charles. «Niemals!» Nicht für Charles. Und sicherlich auch nicht für den LKW-Fahrer und seine Familie, für den barfüssigen Obdachlosen oder den iranischen Taxifahrer.

Brauchen Sie Auftrieb in Ihrem geistlichen Leben? Dann teilen Sie Ihren Glauben mit jemandem. Bringen Sie andere in Kontakt mit dem lebendigen Christus. Wenn wir einen Schritt im Glauben machen, nach dem Wort Gottes handeln und ihm vertrauen, können wir erwarten, dass Gott wirkt. Es ist vielleicht nicht spektakulär oder sensationell, aber es wird ewige Auswirkungen haben. Es liegt eine grosse Kraft darin, im Namen des Herrn Jesus zu sprechen und zu handeln.

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