Von Liebe überwältigt – Wie ein Vater seine Kinder ansieht

Die Liebe von Eltern ist bedingungslos. Egal, was ein Kind verbockt, egal, wie sauer man eben noch war, die Liebe wird dadurch nicht schwächer. Sie gründet sich nicht auf dem, was das Kind tut, sondern dass es ihr Kind ist. Genauso ist es bei Gott.

Die Liebe von Eltern ist bedingungslos. Egal, was ein Kind verbockt hat, egal, wie sauer man eben noch war, die Liebe wird dadurch nicht schwächer. Sie gründet sich nicht auf dem, was das Kind tut, sondern dass es ihr Kind ist. Genauso ist es auch bei Gott. Doch sind wir dessen im Alltag bewusst?

Ich könnte stundenlang zuschauen, wenn mein Mann mit unseren Töchtern spielt. Die Liebe, die aus seinen Augen spricht, wenn er sie anschaut, berührt mich. Gerade bei der Dreijährigen: Auch wenn er eben noch wegen etwas mit ihr schimpfen musste, ist das im nächsten Augenblick sofort wieder vergessen. Er guckt sie einfach an, lacht über ihre drolligen Ausdrücke und ist mit einem Mal von Liebe überwältigt. Dann sagt er ihr einfach nur: «Ich hab dich lieb, mein Schatz!» Egal, was vorher war. Egal, was nachher kommt. Sie ist seine Tochter, und er freut sich einfach an ihr. Punkt.

Liebe, die sich nicht auf Aktivitäten gründet…

Und genauso geht es doch Gott mit uns, oder nicht? Ich persönlich vergesse das so oft… Ich verfalle in den Aktivismus, die Aufgaben im Haus, in der Arbeit, in der Gemeinde – und wenn dann im Chaos des Alltags das Bibellesen oder das Gebet zu kurz kommen, meldet sich schnell das schlechte Gewissen: Vielleicht würde alles besser, glatter, runder laufen, wenn ich mehr Zeit in der Bibel verbringen würde? Was denkt Gott über mich, wenn ich am Sonntag einfach mal ausschlafe und nicht in die Gemeinde gehe? Oder den Hauskreis schwänze, weil ich so müde bin?

…sondern auf Beziehung

Natürlich ist Gebet und Bibellesen wichtig, vor allem, weil es uns selbst den richtigen Fokus auf die Dinge gibt. Das ist keine Frage. Aber das ist für Gott nicht das Wichtigste. Gott wartet nicht darauf, dass wir erst unser Pensum von (selbstauferlegten) geistlichen Pflichten abarbeiten, bevor er sich über uns freuen kann. Nein, die Bibel spricht an so vielen Stellen von Gott als unserem Vater, beispielsweise im Psalm 103: «Wie sich ein Vater über seine Kinder zärtlich erbarmt, so erbarmt sich der Herr über alle, die ihn fürchten.» Und nicht nur das: Er freut sich auch an uns wie ein Vater – und zwar nicht nur über das, was wir tun, sondern vielmehr einfach, weil wir seine Kinder sind. Weil wir unser Leben ihm übergeben haben und er nun unser Vater sein darf.

Sprachlos ergriffen, laut jubelnd

Das erkannte bereits vor mehreren Tausend Jahren der Prophet Zefanja im Kapitel 3, Vers 17: «Der Herr, dein starker Gott, der Retter, ist bei dir. Begeistert freut er sich an dir. Vor Liebe ist er sprachlos ergriffen und jauchzt doch mit lauten Jubelrufen über dich.» Können Sie sich das vorstellen? Der heilige Gott jauchzt, jubelt und freut sich laut – über Sie! Und dann wieder ist er einfach sprachlos, ergriffen, weil er Sie so sehr liebt und Sie sein eigen sind. Eine Wahrheit, die zumindest in meinem Alltag leider allzu oft in Vergessenheit gerät. Wenn Sie das nächste Mal Ihre Kinder anschauen und einfach lächeln müssen oder von Liebe überwältigt sind, oder wenn Sie einen Vater beobachten, der sich so an seinem Kind freut, dann denken Sie daran: So freut sich Gott über Sie, einfach so, jeden Tag.

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