Der offene Himmel – Überhaupt nicht weit weg: Gott sucht Gemeinschaft

Nicht nur nach christlichem Verständnis ist der Himmel ein Bereich, in dem Gott wohnt und der für den Menschen nicht zugänglich ist. So stellt sich die Frage: Wie kann ein Mensch mit einem Gott, der fern im Himmel wohnt, in Kontakt kommen?
Unsplash
Offener Himmel

Manche Religionen vermitteln, dass sich der Mensch verbessern muss, damit er Gott erreichen und zu ihm durchdringen kann. Doch bei dem Gott der Bibel ist es anders. Dieser Gott geht einen ganz anderen Weg: Er öffnet den Himmel beziehungsweise verlässt den Himmel, um den Menschen nahe zu sein.

Durch Jesus öffnet sich der Himmel

Das stärkste Zeichen dafür ist, dass der Sohn Gottes, Jesus, Mensch wurde. Gott verliess seinen himmlischen Bereich, um sich nicht nur dem Menschen zu nähern, sondern selbst Mensch zu sein. Man könnte es auch so formulieren: Durch Jesus öffnet sich der Himmel für den Menschen und Gott ist dem Menschen in Jesus ganz nah.

Interessant ist, dass von einem offenen Himmel in der Bibel immer wieder die Rede ist. Zum Bespiel, als sich Jesus taufen lässt. Jesus, obwohl er Gottes Sohn ist, taucht als Zeichen der Umkehr im Jordan ein. In dem Moment, als er wieder aus dem Wasser kommt, heisst es in der Bibel, dass sich der Himmel öffnete. Gott sagte in diesem Moment zu Jesus: «Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude.» (Die Bibel, Lukas-Evangelium, Kapitel 3) Es ist ein Wort, das jedem gilt, der sich Gott zuwendet. Jeder, ob Mann oder Frau, darf sicher sein, dass Gott ihn liebt und mit Freude annimmt.

Nicht die Früchte machten das Paradies aus

Die Bibel beschreibt, wie es vor langer Zeit eine völlig ungetrübte Beziehung zwischen Gott und dem Menschen gab. Diesen Zustand beschreibt sie als Paradies. Entscheidend dabei ist die liebende Gemeinschaft, die diesen Ort zu einem Paradies für den Menschen machte, nicht die vielen Früchte und das üppige Grün. Es gab hier eine Gemeinschaft zwischen Mensch und Gott, die durch nichts gestört wurde. Gottes Wunsch ist es, diesen Zustand wiederherzustellen. Das ist auch die Kernbotschaft der Bibel.

Eine Leiter zwischen Himmel und Erde

Dieser Wunsch nach Gemeinschaft war auch der Grund dafür, dass Gott sich ein Volk schuf – Israel. Zu den ersten Zusagen für dieses Volk gehört ein bemerkenswerter Traum: Einer der Stammväter des Volkes, Jakob, sieht eine Leiter zwischen Himmel und Erde, eine Leiter, auf der Engel auf- und absteigen. Zwischen Himmel und Erde, so die Vision, ist eine Verbindung geschaffen. Es ist ein Bild dafür, dass Gott den Himmel öffnet, dass er den Kontakt und die Gemeinschaft mit dem Menschen sucht und will. Das war auch seine Botschaft an Jakob. Das war seine Zusage an ihn, dass er der Stammvater eines Volkes sein wird, dass zu dieser Gemeinschaft mit Gott gerufen ist.

Immer wieder: Der offene Himmel

In der Bibel wird an vielen Textstellen deutlich, dass Gott vieles tut, um den Himmel offen zu halten. So zeigt er Petrus, einem der engsten Mitarbeiter von Jesus in einer Vision, dass Gott nicht nur Juden, sondern alle Menschen zu sich ruft. Petrus berichtet, dass er in dieser Vision den Himmel offen sah. Gleiches sagt auch Johannes. Als er in einer Vision von Gott gezeigt bekommt, dass Jesus eines Tages wiederkommen und alles im Himmel und auf der Erde unter seine Herrschaft nehmen wird, berichtet auch er, dass er den Himmel offen sah. Hier wird der offene Himmel zu einem anderen Ausdruck dafür, dass Gott in besonderer Weise redet.

Noch näher: Gottes Geist im Menschen

Es ist nicht leicht zu erklären, aber Gott kommt dem Menschen sogar noch näher, als er es durch Jesus tat. Gott gibt jedem Menschen, der ihm sein Leben anvertraut, seinen Geist. Das heisst: Gott selbst in jedem Menschen. Gott nimmt Wohnung im Menschen – das ist wirklich nah!

Als Gottes Geist zum ersten Mal ausgegeben wurde, war auch das ein Geschehen des Himmels beziehungsweise aus dem Himmel. In der Bibel wird das Geschehen so beschrieben: «Plötzlich setzte vom Himmel her ein Rauschen ein wie von einem gewaltigen Sturm; das ganze Haus, in dem sie sich befanden, war von diesem Brausen erfüllt.» (Apostelgeschichte, Kapitel 2)

Gott wohnt nicht weit weg in einem fernen Himmel, sondern im Herzen eines jeden Menschen. Näher geht es wirklich nicht! Doch er tut das nur, wenn Sie das wollen und ihn darum bitten.

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Thema
Viele Menschen stellen sich Gott als alten Mann mit langem weissen Bart vor

Der Glaube an einen Mythos – Wie lieb ist der liebe Gott?

Viele glauben an ihn ungefähr so wie an den Weihnachtsmann. Andere hoffen, dass es ihn gibt, weil das Leben sonst ...

Thema
Wer sucht wen? (Symbolbild)

Eine neue Perspektive – Wenn Gott sich auf die Suche macht

Gottessuche wird meist so definiert, dass sich Menschen auf die Suche nach Gott machen. Das ist okay. Aber dies ...

Thema
Frau mit rotem Herz in den Händen

Nachgehakt – Liebt Gott mich wirklich?

Gott liebt Menschen. Aber gilt das auch für mich? Als ganz normaler Mensch können einem da schon so seine Zweifel ...

Thema
Wie ist Gott?

Das Wesen Gottes – Ist Gott lieb oder unerbittlich?

Wenn Menschen über Gott nachdenken, kommen viele an einen Punkt, mit dem sie nicht klar kommen. Einerseits soll Gott ...

Thema
Die Bibel

Verschiedene Perspektiven – Die Galerie der Gottesbilder

Die Bibel bietet auf viele Fragen keine einfachen Antworten, sondern verschiedene Perspektiven, die sich ergänzen. ...

Thema
Liebe

Irgendwo muss es sie doch geben – All you need is – was bitte nochmal?

Es ist sicher die meistgebrauchte Worthülse der Welt. Ultimatives Sehnsuchtsziel, Schlagerquotengarantie und Füllwort ...

Thema
Der Himmel

Ein Zuhause finden – Vorstellungen von Gott

Innere Bilder bestimmen, wie wir uns verhalten – auch Gott gegenüber. Aber wie sieht Gott uns? Moor Jovanovski gewinnt ...

Thema
Gibt es tatsächlich Dinge, die Gott nicht kann?

Good News – Was Gott nicht kann

Normalerweise gehen Christen von der Allmacht Gottes aus. Davon, dass ihm nichts unmöglich ist. Doch so wohltuend und ...

Thema
Feuer ist ein Sinnbild für Zielstrebigkeit, Ehrgeiz und Engagement.

Falsch motivierte Leidenschaft? – Brennende Herzen verbrennen nicht

Das Feuer ist ein Sinnbild für Zielstrebigkeit, Ehrgeiz und Engagement. Aber was hat das mit unserem Christsein zu tun?