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Emily Chang

Dankbarkeit im Zentrum – Wie ein kleines, verletztes Mädchen alles änderte

Als Emily Chang noch ins College ging, sah sie plötzlich ein kleines Mädchen, das im Regen auf einer Bordsteinkante sass. Darin erkannte sie einen Auftrag, der ihr Leben veränderte…

Als Emily Chang noch ins College ging, sah sie plötzlich ein kleines Mädchen, das im Regen auf einer Bordsteinkante sass. Darin erkannte sie einen Auftrag, der ihr Leben veränderte…

Emily Chang, Autorin des Buches «The Spare Room», amtet heute als CEO der «McCann World Group» in China. Sie lebt mit ihrer Familie in Shanghai. Aufgewachsen ist sie in den Vereinigten Staaten.

«Meine Eltern waren gerade von Asien in die USA gezogen, sie konnten kaum ein Wort Englisch sprechen. Sie haben einfach überlebt und versuchten, uns Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen», erinnert sich Emily Chang.

Als sie auf das College ging, lernte sie Jesus Christus kennen. «Es ist ein Privileg, zu verstehen, dass wir wachsen und uns entwickeln können, dass wir in Fülle und in Freude leben können. Wenn wir Gott in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen, verändert sich alles.» Sie sah, dass es mehr ums Gedeihen als ums Überleben geht.

Ein besonderer Gast

Eines Abends fuhr sie müde nach Hause. Es regnete, sie stand vor einer roten Ampel und sah eine Person am Strassenrand. «Meine Sicht war verschwommen und ich wollte gerade die Wagentür verschliessen. Dann sah ich, dass die Person sehr klein war. Und als ich die gerade angelaufene Scheibe abwischte, sah ich, dass es ein Kind war.»

Sie kurbelte das Fenster herunter, und sah, dass das Kind im Regen auf einem Bordstein kauerte und verletzt war. Die Ampel schaltete auf grün, doch sie spürte, dass sie sich um das Kleine kümmern sollte. «Ich lud das Mädchen zum Abendessen ein und ging mit ihr in ein Lokal am Ende der Strasse. Ihre Kleidung war zerrissen und schmutzig. Ich fragte sie, wo sie in dieser Nacht bleiben würde, und sie blieb schliesslich eine Nacht bei mir und schlief auf meiner Couch ein.» Leah blieb letztendlich vier Monate.

Offene Türe

Als Leah zu einer Pflegefamilie zog, rief sie Emily an und fragte: «Ich habe ein Mädchen auf der Strasse getroffen. Würdest du sie aufnehmen, jetzt wo ich nicht mehr in deiner Wohnung bin?»

Immer wieder wohnten in der nächsten Zeit obdachlose Kinder bei Emily, die selbst noch sehr jung war. Siebzehn Babys und Kinder haben in den letzten 22 Jahren in ihrem Gästezimmer übernachtet, begonnen in der Zeit, als sie noch Single war, bis heute. Längst hat Emily in der Zwischenzeit eine eigene Familie gegründet. «Das letzte Kind hat unser Haus erst vor zwei Monaten verlassen. In meinen Augen ist es Gottes Projekt, ich habe es einfach ihm überlassen.»

Herausforderungen

Inzwischen lebt die Familie in Shanghai. «Es gibt eine Nahrungsmittelknappheit. Die Politiker ringen damit, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen. Unsere Mikrowelle ist kaputt, der Geschirrspüler ebenso und jetzt haben wir kein heisses Wasser mehr.»

Trotz dieser Unannehmlichkeiten herrsche Freude. «Es gibt so viel Gutes in meinem Leben. Ich leide keinen Hunger. Und ich bin in der Lage, mich als Geschäftsführerin um Hunderte von Menschen zu kümmern, die nicht in der gleichen Situation sind. Das ist ein echtes Privileg.»

Weiter berichtet Emily Chang: «Ich arbeite mit Politikern und ich habe auch mit Menschen zu tun, die Halsabschneider sind. Aber es gibt auch sehr viel Gutes.» Sie richtet ihre Augen auf Gott. Dadurch konnte sie an ihren bisherigen Arbeitsstellen eine Segensspur hinterlassen.

Tag in Ruhe beginnen

Als erstes liest sie am Morgen eine Andacht und betet. «Wenn mein Wecker klingelt, schaue ich nicht auf all die roten Blasen, die Mails und SMS. Nein, ich öffne meine App und beginne mit meiner Andacht. Und ich bete und danke. Dann halte ich inne und höre zu. Ich denke, das ist eine grossartige Methode, um sicherzustellen, dass ich Gott höre, bevor ich die unzähligen Stimmen und den Lärm der Welt höre.»

Auch am Abend ist die Dankbarkeit ein Thema. «Das ist eine tägliche Familiengewohnheit. Diese kleinen, regelmässigen Gewohnheiten werden zu einem Lebensstil. Und dann stärkt unser Lebensstil unsere Überzeugungen, und unsere Überzeugungen stärken unseren Lebensstil. Und letztendlich formt diese Kombination, wer wir sind.»

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