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Für die junge Biologin Rachel Jordan sind Korallenriffe mehr als ein Forschungsobjekt.

Jesus unter Wasser – Im Korallenriff Gott nahe sein

Korallenriffe gelten als «Regenwälder der Meere» – bunt, empfindlich und bedroht. Für eine junge Biologin sind sie mehr als Forschungsobjekt: Sie sind Berufung, Glaubensraum und Begegnungsort mit dem Schöpfer.

«Viele Jahre habe ich damit verbracht, Korallenriffen nachzujagen – und jeder Gelegenheit, mit ihnen zu arbeiten. Schliesslich führte mich dieser Weg zur Nationalparkverwaltung der USA, wo ich heute als Korallenbiologin im Dry-Tortugas-Nationalpark arbeite», sagt die Meeresbiologin Rachel Jordan.

«Ich habe buchstäblich die Welt bereist, um meinen Traum zu verfolgen, mit Korallenriffen zu arbeiten. Und dabei war meine Liebe zu Jesus immer eine tragende Kraft in meinem Leben.»

Frühe Faszination für das Meer

Schon als kleines Kind interessierte sie sich für Meeresbiologie. «Meine Eltern fuhren mit uns alle ein bis zwei Jahre ans Meer. Wir erkundeten bei Ebbe die felsige Küste, an der sich kleine Wasserbecken zwischen den Felsen bilden. Manchmal ragten Klippen ins Wasser hinein, aber wenn die Flut zurückging, blieben kleine, mit Meerwasser gefüllte Becken zurück, in denen sich faszinierende Meereslebewesen entdecken liessen.»

Ihre Eltern brachten ihr bei, dass diese klebrigen grünen Wesen Seeanemonen sind und dass man sie vorsichtig berühren kann und sie sich dann an der Haut festsaugen. Oder sie war fasziniert von einem rosafarbenen Krebs, wie dieser herumkrabbelt und sie mit kleinen Augen anschaute...

Tränen wegen Korallenriffen

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Unter Wasser begegnet Rachel Jordan den Wundern der Schöpfung

In der zehnten Klasse hatte sie einen Lehrer, der im Unterricht manchmal völlig abschweifte. «Eines Tages, als wir eigentlich Zellen einer roten Zwiebel unter dem Mikroskop untersuchen sollten, fing er plötzlich an, über Korallenbleiche zu reden. Und genau da war es um mich geschehen: Ich hörte seine Geschichten über Korallenriffe und war völlig gebannt. Diese Ökosysteme klangen einfach unglaublich. Ich war fassungslos, als ich erfuhr, dass Korallen keine Pflanzen oder Steine sind, sondern Tiere, die riesige Unterwasserstädte bauen, die wiederum Lebensraum für unzählige andere Lebewesen bieten und einen grossen Teil unseres Planeten mittragen.»

Als ihre Mutter sie an diesem Tag von der Schule abholte, stieg sie ins Auto und war so voller Begeisterung, dass sie beim Erzählen über Korallenriffe anfing zu weinen.

Ein kraftvolles Bild

Das war der Moment, in dem ihr klar wurde, dass sie Meeresbiologie studieren will und zwar mit dem Schwerpunkt Korallen.

Bei der Behandlung eines Korallenriffs hatte sie einmal ein beängstigendes Erlebnis: Plötzlich war ihr Tauchpartner verschwunden. Sie leitete das Notfall-Protokoll ein und stellte dabei fest, dass er bereits ins Boot zurückgekehrt war.

«Diese Erfahrung ist für mich zu einem kraftvollen Bild geworden – dafür, wie es sich anfühlen kann, mit Jesus durchs Leben zu gehen. Es gibt Momente, in denen ich aufblicke und mich plötzlich allein fühle. Vielleicht bin ich gerade die Einzige in diesem ‘Ozean’. Aber Gott verlässt uns nie. Er verspricht uns, dass er bei uns ist, auch wenn wir durch schwere Zeiten gehen.»

Gott in der Natur begegnen

Rachel Jordan betont: «Ich glaube, es gibt unzählige Wege, wie wir Gott in der Natur begegnen können – aber manchmal ist die Natur nicht so zugänglich, wie wir es uns wünschen würden. Ich, zum Beispiel, bin zurzeit weit weg vom Meer, da ist Tauchen gerade keine Option. Aber wo kann ich Gott trotzdem begegnen? Vielleicht beim Blick aus dem Fenster, beim Lesen eines Romans, beim Staunen über die Schöpfung, die sich auch darin widerspiegelt.»

Sie sei überzeugt: «Gott spricht jeden Menschen auf die Weise an, die dieser am besten versteht. Für manche bedeutet das, beim Tauchen zu beten. Für andere beim Spaziergang durch die Nachbarschaft. Und wieder andere finden Gottes Nähe einfach im stillen Sitzen in einem Raum. Vieles an dieser Beziehung zu Gott besteht darin, herauszufinden, wo und wie man ihm persönlich am besten begegnet. Die ‘heiligen Orte’, an denen seine Gegenwart besonders spürbar wird, an denen wir seine Stimme hören und das Leben mit ihm teilen.»

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