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Ernst Stöckli

Schritt für Schritt vorwärts – Weshalb gibt jemand den Traumberuf auf?

«Gross ist unser Gott!» Dies könnte als Lebensbotschaft von Ernst Stöckli bezeichnet werden. Ob als Landwirt, Gemeindeleiter oder Rentner: Seine Berufung, dem grossen Gott zu dienen, ist stets dieselbe geblieben.

«Gross ist unser Gott!» Dies könnte als Lebensbotschaft von Ernst Stöckli bezeichnet werden. Ob als Landwirt, Gemeindeleiter oder Rentner: Seine Berufung, dem grossen Gott zu dienen, ist stets dieselbe geblieben.

Grosse Lebensträume zu haben, gilt heute als erstrebenswert und in manchen kirchlichen Kreisen sogar als besonders geistlich. Im Leben von Ernst Stöckli (*1941) ist davon wenig zu sehen. Vielmehr ist er der Typ, der stets danach fragte, wie er Gott in seiner aktuellen Situation am besten dienen kann. Treue und praktisch gelebte Liebe zeichnen ihn aus – und diese Eigenschaften bewegten ihn zu tun, was er nie beabsichtigte: ein Buch zu schreiben.

Weshalb den Traumberuf aufgeben?

Ernst liebte seine Arbeit als Landwirt und als solcher zog er als 25-Jähriger vom Fricktal ins Bernbiet, um den Leiter einer erwecklichen Gemeinschaft zu unterstützen. «Damals hatte ich keine Vision, um zu predigen oder eine Gemeinde zu leiten.» Er wollte einfach Gott dienen. Und dies zu tun, indem er auf einer Geflügelfarm anpackte, schien ideal.

Besagte Gemeinschaft wuchs schnell und der Leiter übertrug Ernst immer mehr Verantwortung. Alles entwickelte sich schrittweise: Die Gemeinschaft wurde zu einer Gemeinde mit dem Namen «Christliches Zentrum Thalgut» und Ernsts Arbeit als Bauer trat zunehmend in den Hintergrund. Nie hatte er sich gegen seinen bisherigen Traumberuf des Landwirts entschieden – Gott führte einfach in eine andere Richtung.

Gott dienen als Gemeindeleiter

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Ernst und Hanni Stöckli

1991 wurde Ernst zum hauptamtlichen Leiter der beständig wachsenden Gemeinde. Bald schon waren es mehrere Hundert Mitglieder und Ernst, der inzwischen geheiratet und eine Familie gegründet hatte, hatte alle Hände voll zu tun. «Es waren intensive Jahre, die viel Zeit und Kraft kosteten.» Hanni, seine Frau, teilte Ernsts Herz für Menschen und so waren sie als Ehepaar unermüdlich beim Ermutigen, Besuchen und Beten.

Nach Jahrzehnten der Verantwortung in der Gemeindearbeit, wurde es, als Ernst 70 Jahre alt war, etwas ruhiger. «Es war gut, die Last der Verantwortung anderen übergeben zu können.» Der Wille, Gott zu dienen, war aber ungebrochen.

Freude an Gott gefunden

Das Anliegen, sein Leben in den Dienst Gottes zu stellen, kam nicht von ungefähr. «In einer Grossevangelisation 1959 kam ich zum lebendigen Glauben an Jesus.» Die Begeisterung für seinen Erlöser sollte Ernst den Rest seines Lebens begleiten und in all diesen Jahren erfuhr er Gottes Güte immer wieder. Nie hätte er erwartet, in seinem Leben derart reich beschenkt zu werden. Der Weg führte ihn als Ermutiger auf verschiedene Missionsfelder dieser Welt. Er bereiste auch Israel und empfing eine besondere Liebe für das Heilige Land. Während der Jahre sah er auch zahlreiche Menschen, die durch die Kraft Gottes verändert wurden.

Der Weg ist noch nicht zu Ende

Als Leiter einer Gemeinde fungiert Ernst nun schon seit zehn Jahren nicht mehr. Für eine Berufung gibt es aber bekanntlich keine Pensionierung. Und diese Berufung besteht für Stöcklis weiterhin darin, Gott zu dienen. Das Gebet um Gottes Weisung begleitet sie und sie dienen, soweit es ihre Kräfte zulassen. «Auch heute ist uns nie langweilig», erzählt Ernst. Immer melden sich Leute, die ein offenes Ohr suchen. Stöcklis kümmern sich beispielsweise um Menschen, die am Verlust des Ehepartners leiden. «Hanni liebt es, Menschen zum Geburtstag zu gratulieren und an Bekannten, die Geburtstag haben, mangelt es nie.»

Irgendwann traten vermehrt Menschen an Ernst heran, die ihn aufforderten, seine Geschichte aufzuschreiben. «Du musst deine Geschichte teilen, um Leute zu ermutigen.» Andere betonten die Wichtigkeit, den Weg vom Christlichen Zentrum Thalgut festzuhalten.

Ein Buch entsteht

Irgendwann begann sich Ernst Gedanken über ein Buch zu machen. «Dabei erinnerte ich mich auch an viele Menschen in meinem Umfeld, die nie verstanden haben, wie ich meinen geliebten Beruf als Landwirt aufgeben konnte.» Vielleicht würde es ihm durch das Niederschreiben seines Lebens gelingen, ihnen den Gewinn eines Dienstes für Gott verständlich zu machen.

«Gross ist unser Gott!» Diese Worte wiederholt Ernst in seinem Buch immer wieder. Und ja, Gottes Grösse wurde in seinem Leben sichtbar. «Gross ist unser Gott!» Das ist seine Lebensbotschaft und er hofft, mit seiner Geschichte Menschen sagen zu können, dass Gott auch mit ihrem Leben etwas ganz besonders tun kann.

Dank der Ermutigung einiger Freunde liegt das Buch «Ich bin immer Bauer geblieben» nun vor. «Das Buch ist so etwas wie meine letzte öffentliche Aktion, um Menschen auf Gott aufmerksam zu machen.» Doch auch danach wird er nicht aufhören, Gott zu dienen.

Zur Webseite:
Buch «Ich bin immer Bauer geblieben»

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