Auch heute noch Symbolfigur – René Laennec – Arzt, Christ und Erfinder

Wer die Suchmaschine Google benutzt, der kennt es: Auf der Startseite wird per Bild auf bekannte oder weniger bekannte Personen und Ereignisse hingewiesen. Wie vor wenigen Tagen auf den 235. Geburtstag des Arztes und Christen René Laennec.

Wer die Suchmaschine Google benutzt, der kennt es: Alle paar Tage ändert sich das Erscheinungsbild der Startseite und in einem sogenannten «Doodle» wird per Bild auf bekannte oder weniger bekannte Personen und Ereignisse hingewiesen. Wie vor wenigen Tagen auf den 235. Geburtstag des Arztes und Christen René Laennec.

Das Doodle zeigt bereits die bahnbrechende Erfindung des französischen Mediziners: das Stethoskop. Ein Arzt mit modernem Stethoskop steht dabei seinem altertümlichen Kollegen mit einem einfachen Hörrohr gegenüber. Genau dies war die Erfindung Laennecs.

Zwischen Schamgefühl und Unmöglichkeit

Der Bretone Laennec war ein ausgezeichneter Arzt. Er behandelte Kriegsverletzungen in den napoleonischen Kriegen und arbeitete an der Bekämpfung der Tuberkulose – der Krankheit, an der er selbst mit nur 45 Jahren verstarb. Als Praktiker störte sich Laennec an der damaligen Art des Herz-Abhörens. Sein Ohr einer Frau auf die nackte Brust zu legen, fand er unschicklich. Oft war diese damals einzige Methode des Abhörens auch noch unmöglich, zum Beispiel, wenn der Patient fettleibig war. Als er einmal an einem Holzstück kratzte, dessen anderes Ende in der Nähe seines Ohrs war, bemerkte er, wie gut der Schall dadurch transportiert wurde: Die Idee war geboren.

Forscher und Christ

Drei Jahre experimentierte und forschte Laennec mit verschiedenen Materialien und Ausführungen. Schliesslich hatte er das Ergebnis: ein hölzernes Rohr von 3,5 cm Durchmesser und 25 cm Länge. Damit war nicht nur das Abhören der Herztöne möglich, auch Lungengeräusche waren ganz anders wahrnehmbar als bisher. Holzstethoskope dieser Art wurden übrigens bis ins 19. Jahrhundert hinein verwendet. Dann kam langsam die heutige Form der flexiblen Stethoskope auf. Laennec war aber nicht nur als Erfinder und Arzt geschätzt, sondern wurde auch für seinen Glauben geachtet. Sir John Forbes schrieb in seiner Biographie, dass er als «Mann von höchster Integrität aufmerksam seinen religiösen und sozialen Aufgaben nachging. Er war ein aufrichtiger Christ». Auch sein Tod war der eines Christen. «Gestützt durch die Hoffnung auf ein besseres Leben, vorbereitet durch ein tugendhaftes Dasein, sah er seinem Ende gelassen und ergeben entgegen.»

Laennec heute

In der Regel weiss heute niemand mehr, wer das Stethoskop erfand. Doch der Mensch, den das Google-Doodle aus der Vergessenheit zog, kann auch für heute eine Art Symbolfigur sein. Laut Klischee scheinen sich Glaube und Wissenschaft auszuschliessen. Doch Menschen wie Laennec zeigen trotz des zeitlichen Abstandes, dass dies so nicht stimmt, nie gestimmt hat. René Laennec war ganz Wissenschaftler und setzte sein Leben als Arzt ein. Und gleichzeitig war er ganz Christ, der trotz erlebter Verfolgung in seiner Jugendzeit nie einen Hehl aus seinem Glauben machte. In diesem Sinne kann er auch über seinen 235. Geburtstag hinaus Vorbild sein, als Arzt, Christ und Erfinder.

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