«Bete und lass Gott sich sorgen» – Pastor bietet gratis Gebet im Coffee-Shop an

Jeden Donnerstag setzt sich der US-Pastor Thomas Rusert in einen der Coffee-Shops im Umkreis seiner Gemeinde und bietet Interessierten Gebet an. Anfangs verängstigt, merkte er bald, wie sehr sein Gebet gebraucht wird…

Jeden Donnerstag setzt sich der US-Pastor Thomas Rusert in einen der Coffee-Shops im Umkreis seiner Gemeinde und bietet Interessierten Gebet an. Anfangs sehr unsicher, merkte er bald, wie sehr sein Gebet gebraucht wird…

Eigentlich mag Thomas Rusert gar keinen Kaffee. Trotzdem setzt sich der lutherische Pastor aus den USA jeden Donnerstag in einen Coffee-Shop – und bietet Gebete für jeden Interessierten an. Dazu lädt sein Schild «Free Prayer» ein, das er vor sich auf den Tisch stellt. «Es überwältigt mich immer wieder zu sehen, wie Gottes Geist wirkt», sagte Rusert gegenüber Charisma News. «Gott gibt Menschen den Mut zu sagen: 'Okay, ich werde das Angebot dieses Pastors annehmen.»

Zunächst Angst vor Augenkontakt

Entstanden ist das «Gratis Gebet» im vergangenen Sommer. Ein anderer Pastor hatte Thomas Rusert einen Rat gegeben: Ein Pastor macht seine Arbeit gut, wenn er mindestens die Hälfte seiner Arbeitszeit ausserhalb des Büros verbringt. Pastor Rusert begann, jede Woche in den Coffee-Shop zu gehen und gab seine Erlebnisse in einer Kolumne wieder. Ihr Titel: «Warum ich 'Gratis Gebet' in einem Coffee-Shop anbiete.» «Als ich letzten Sommer damit begann, fühlte ich mich verunsichert und genusssüchtig – ein Pastor inkognito in Hemd und Krawatte, der Brötchen mit Frischkäse isst und dies Arbeit nennt…», gibt der Pastor in seiner Kolumne zu. «Ich hatte Angst und zitterte, stellte das Schild auf und steckte meine Nase in ein Buch – ich hatte Angst vor Augenkontakt.»

Grosses Interesse

Doch mit der Zeit merkte der Pastor, dass sein Angebot auf viele Interessenten stiess. «Manchmal entwickelt sich ein 45-minütiges Gespräch mit jemandem, der nach Antworten sucht und dabei auf den leeren Stuhl und das Gebetsangebot stolperte», berichtet Thomas Rusert. Im vergangenen Oktober fiel sein Blick auf einen Fremden, der beim Anblick des Schildes Tränen in den Augen hatten, seine Gerichtspapiere auf dem Tisch liegen liess und das Café verliess. Rusert folgte ihm.

Eine Seele erwacht

«In der nächsten Stunde, in der wir zusammen umher gingen, hörte ich von unbeschreiblichen Gebeten und Schmerzen, die er zwei Jahre lang mit sich herum getragen hatte», schreibt der Pastor. «Seine Frau hatte ihn verlassen. Ein enger Freund war an einem Blutgerinnsel gestorben. Eine Tante war aufgrund eines ärztlichen Kunstfehlers gestorben. Ein anderer Freund starb an einer Überdosis. Und dann starb auch noch seine Schwester. Tod hatte seinen Geist ausgehölt und er hatte mit niemandem darüber gesprochen. … Es war, als hätte Gott eine kleine Apokalypsis in ihm ausgelöst, ein Erwachen seiner Seele. Und alles, was ich tun musste, war dort zu sitzen…»

Wie es dann mit den Leuten, für die er gebetet hat, weitergeht, ist ihm meist nicht bekannt. Wichtig ist allein, dass sie erleben dürfen, dass jemand sich für ihre Probleme interessiert, ein offenes Ohr für sie hat und ihnen hilft, ihre Sorgen zu Gott zu bringen, ganz wie es ein Zitat von Martin Luther auf Ruserts Schild beschreibt: Bete und lass Gott sich die Sorgen machen!

Zur Kolumne:
Pastor Rusert

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