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Janis Moser im Nati-Dress

Biel-Verteidiger Janis Moser – Mit Jesus in der harten Hockeywelt

Janis Moser (20) gilt als Riesentalent im Schweizer Eishockey. Mit dem Amt des stellvertretenden Captains übernimmt er beim EHC Biel bereits eine grosse Verantwortung. Kraft und Ruhe schöpft der Seeländer aus seinem Glauben.

Janis Moser (20) gilt als Riesentalent im Schweizer Eishockey. Mit dem Amt des stellvertretenden Captains übernimmt er beim EHC Biel bereits eine grosse Verantwortung. Kraft und Ruhe schöpft der Seeländer aus seinem Glauben.

Corona trifft uns alle hart, so auch die Eishockeybranche. Geisterspiele werden ausgetragen und vieles ist ungewiss. Es gibt Spielverschiebungen, da vermehrt Mannschaften in Quarantäne müssen. Mitten in dieser Ungewissheit steckt Janis Moser. Der 20-jährige Verteidiger spielt beim EHC Biel in der höchsten Spielklasse der Schweiz. Auch er hat hautnah miterlebt, wie sich eine Quarantäne anfühlt: «Wichtig ist, flexibel zu bleiben.»

Moser bekennt sich öffentlich zu seinem Glauben, denn vor jedem Spiel betet er in der Garderobe. «Gott steht für mich stets im Mittelpunkt.» Dies macht ihn zu einem Exoten; nicht viele Spieler in der harten Hockeywelt bekennen sich öffentlich zum christlichen Glauben. Der Glaube trage ihn auch durch diese Krisenzeit hindurch, erklärte der Profisportler im Gespräch mit Jesus.ch. Das schenke ihm trotz vieler Unsicherheiten eine innere Ruhe.

Die kleinen Momente

Erst mit ungefähr 13 Jahren wuchs sein Interesse für den Glauben, obwohl er schon in seiner ganzen Kindheit viel von der Bibel und dem Leben als Christ mitbekommen habe. «Wir haben zusammen als Familie gebetet, oftmals am Mittagstisch oder vor einer Reise mit dem Flugzeug.» In der Sonntagsschule sei ihm Gott und der Glaube dann erstmals richtig nah gekommen – so nah, dass er sich auf ein Leben mit Jesus einliess. Seither steht er fest im Glauben.

Der 20-Jährige fühlt sich durch viele kleine Momente im Alltag mit Gott verbunden. An ein Spiel erinnert sich Moser besonders gerne. «An jenem Abend musste etwas Grösseres dahinter stecken», glaubt er. Was war passiert? Es war ein Finalspiel der kantonalen Auswahl der unter 15-Jährigen. Seine Mannschaft, die U-15 des Kanton Berns, war 1:4 im Rückstand und das, obwohl sie alle Spiele zuvor gewinnen konnten. Dies brachte Janis Moser ins Grübeln: «Ich dachte, es kann nicht sein, dass wir im alles entscheidenen Finalspiel verlieren werden. Wenn es diesen Gott gibt, kann er uns bestimmt helfen.» Tatsächlich drehte sie das Spiel innert zwölf Minuten noch zu ihren Gunsten. Für Moser ist dies bis heute ein unvergessliches Erlebnis.

Einmal Eishockey, immer Eishockey

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Janis Moser

Spulen wir kurz in die Zeit zurück, als Janis Moser noch klein war. Er ist in der Region Biel aufgewachsen und probierte einige Sportarten aus. Schnell aber kristallisierte sich für ihn heraus, dass er sich im Mannschaftssport wohl fühlt.

Besonders Spass machte ihm das Eishockey. Er spielte alle Nachwuchsstufen des EHC Biels bis hin zur ersten Mannschaft durch. Dort hat er als Assistenz-Captain bereits eine Leaderrolle inne. Als Leader hat er einige Grundsätze, an denen er sich orientieren will: «Für mich ist wichtig, gute Werte weiterzugeben.» Janis Moser ist ein Leistungsträger bei den Seeländern: Allein die Tatsache, dass er als Verteidiger bisher in dieser Saison so viele Skorerpunkte wie fast kein anderer Spieler seines Teams gesammelt hat, spricht Bände.

Mit 19 Jahren an der WM

Ein weiteres Zeichen für seine frühe Reife war sein erstes Aufgebot für die Schweizer Nationalmannschaft im zarten Alter von 19 Jahren. Mit der Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2019 in der Slowakei ging für ihn ein Traum in Erfüllung. Diese ganze Atmosphäre mitzuerleben und mit seinem Idol Roman Josi in derselben Garderobe zu sitzen, machten die WM zu einem unvergesslichen Erlebnis. Mit Josi, dem wohl besten Schweizer Eishockeyspieler aller Zeiten (im Jahr 2020 erhielt er die James Norris Trophy als «Bester Abwehrspieler der National Hockey League»), wird er zurzeit verglichen. Für ihn persönlich sei das kein Druck. «Es zeigt auf, dass Ähnlichkeiten bestehen und ich auf der richtigen Spur bin», sagt der Seeländer ganz bescheiden.

Seine Motivation, trotz Rückschlägen weiterzumachen, sei die Gewissheit, dass Gott ihn immer und überall begleitet. «Jeder Rückschlag oder jede Situation, die auf den ersten Blick negativ erscheint, ist wie eine Lektion, die ich durchleben muss, um am Ende einen Schlüssel zu erhalten. Dieser Schlüssel ermöglicht es mir, später die richtigen Türen zu öffnen, um den Weg zu begehen, der mir tiefe Freude und Zufriedenheit beschert.» Dies helfe dem 20-Jährigen, in den schwierigen Phasen positiv gestimmt zu bleiben.

Zukunft und Hoffnung

Janis Moser träumt, wie viele Eishockeyspieler auf der ganzen Welt, vom Sprung in die beste Hockeyliga, die NHL. Aber momentan sei noch schwierig zu sagen, ob es sich erfüllen wird.

Mit seinem klaren Bekenntnis zum christlichen Glauben ist Janis Moser aber ein Exot unter den Eishockeyspielern. «Es ist mega cool, dass ich jemanden an meiner Seite habe, der einen Plan für mein Leben hat.» Er kenne keinen Spieler, der mit ihm das Christsein teilt. Bei den jungen Sportlern sei der Glaube generell kaum ein Thema. Janis Moser bedauert, dass dies als ein unangenehmes Thema betrachtet wird. «Ich hoffe, dass der Umgang mit diesem Thema künftig lockerer wird.»

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