Ursula Ibaraki – Keine Gebetskämpferin, sondern einfach «jemand, der das Beten geniesst»

Nur wenige Menschen sind so überzeugt von der Macht des Gebets wie die 72-jährige Ursula Ibaraki. Denn sie selbst ist ein Produkt von 21 Jahren Gebet.

Nur wenige Menschen sind so überzeugt von der Macht des Gebets wie die 72-jährige Ursula Ibaraki. Denn sie selbst ist ein Produkt von 21 Jahren Gebet.Die im hessischen Bad Soden geborene Ursula Ibaraki lebt Gebet mit jeder Faser ihres Körpers. Denn dass sie selbst zum Glauben an Jesus gekommen ist, ist das Resultat jahrzehntelanger Gebete ihrer Schwester. «Ich wurde im Alter von 55 Jahren gerettet, weil meine Schwester 21 Jahre für mich betete.»

Zu der Zeit lebte sie bereits in Sidney, wo sie 1994 hin auswanderte. Und in den vergangenen 17 Jahren hat sie nun ihr gesamtes Leben dem Gebet gewidmet. «Ich begann, für jeden zu beten – meine Familie, meine Freunde. Und ich habe wunderbar erlebt, wie andere gerettet wurde. Ein Freund kam zum Glauben, einfach nur durch mein Gebet und weil ich ihr eine Bibel gab und sie in die Gemeinde mitnahm.»

Wiedersehen mit der Mutter

Für Ursula persönlich war es besonders schön zu erleben, wie ihre Mutter zum Glauben kam. Sie war mit einem jüdischen Vater aufgewachsen. Nachdem sie den Holocaust überlebt hatte, interessierte sie sich für das Bahaitum. Jahrelang hatten Ursula und ihre Schwester – beide lebten zu dem Zeitpunkt im Ausland – für die Mutter gebetet. Sie sprachen regelmässig zu dritt per Videoanruf. «Einmal ermutigten wir sie einfach, das 'Übergabegebet' zu beten, und sie machte es. Von da an beteten wir oft zusammen und jedes Mal, wenn wir telefonierten, wollte sie, dass wir aus der Bibel vorlesen.» Nur vier Monate später ging es der Mutter gesundheitlich immer schlechter. «Die letzten Verse, die ich ihr vorlas, waren aus Johannes, Kapitel 14: 'Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. (…) ich gehe dorthin, um einen Platz für euch vorzubereiten.' Das war das letzte Mal, dass ich mit ihr sprach; zwei Tage später starb sie. Meine Schwester und ich freuen uns, dass wir sie im Himmel wiedersehen werden.»

Heilungsdienst

Durch ihre Gebete durfte Ursula auch viele Heilungen erleben. Sie selbst wurde mehrmals sofort geheilt, etwa von einem Bandscheibenschaden und vom RSI-Syndrom. Aber auch andere wurden vor ihren Augen geheilt, insbesondere in verschiedenen Heilungsräumen und Heilungsdiensten, in denen sie mitwirkte. Sie sah etwa, wie das Bein einer Frau vor ihren Augen länger wurde und die Frau von ihren Rückenschmerzen befreite. Skeptiker machen ihr dabei keine Sorgen. «Gott macht so viel mehr als man sich vorstellen kann. Es ist egal, wenn andere denken: 'Sie ist ein bisschen dumm oder so…'», lacht sie im Gespräch mit Eternity News.

Steine aus dem Jordan

Doch trotz ihrer Standfestigkeit kommen auch in ihr immer wieder Zweifel auf, gerade wenn ein Gebet einfach nicht erhört wird – denn auch das kommt ja oft vor. Für solche Momente trägt Ursula Ibaraki kleine «Wunderbücher» mit sich mit, in die sie alle beantworteten Gebete einträgt. «Es ist ein bisschen wie bei Josua, als er den Jordan überquerte und sagte: 'Hebt die Steine auf und bewahrt sie, damit sich auch zukünftige Generationen an diese Wunder erinnern werden'.» Wenn sie sich entmutigt fühlt, blättert sie durch diese Tagebücher und wird so wieder ermutigt.

Neben dem Gebet unterstützt sie auch diverse Alphakurse und wird regelmässig um Gebet seitens der Gemeindeleitung und der Jugendlichen ihrer Kirche gebeten. Trotzdem würde sie sich selbst nicht als «Gebetskämpferin» bezeichnen, sondern eher als «eine Art Evangelistin und jemand, der das Beten geniesst».

Gebetsalltag

Doch wie kann man sich ihren Gebetsalltag vorstellen? «Die Leute denken, dass ich drei Stunden auf den Knien verbringe, was ich nie mache. Ich bete einfach ganz oft während des Tages, aber insbesondere am Morgen. (…) Ich habe ein Gespräch mit Gott – öffne einfach mein Herz und frage: 'Was hast du heute für mich vorbereitet?' … Ich danke Gott immer im Voraus für das, was er tun wird.» Und sie hat eine Gebetspartnerin, mit der sie sich regelmässig trifft und auch Rechenschaft ablegt.

Doch letztlich gehe es nicht um die Stundenanzahl, sondern um die Herzenshaltung. «Man muss bereit sein zu glauben, dass das, wofür man betet, wirklich geschehen wird. Natürlich müssen wir immer sagen 'in Gottes Zeit oder wenn es sein Wille ist', das verstehe ich. Aber wir müssen es wagen zu glauben, dass unsere Gebete beantwortet werden. Sie kennen die Worte aus Jakobus, Kapitel 1, Vers 6: 'Betet aber im festen Vertrauen und zweifelt nicht'. Das ist manchmal echt schwer, weil da diese kleine Stimme ist, die sagt: 'Glaubst du wirklich, dass das passieren wird?' Ich sage dann: 'Herr, hilft mir, den Zweifel wegzunehmen.'»

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