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Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der deutschen Bundesagentur für Arbeit und Leiter der Bundeswehr-Strukturkommission.

Frank-Jürgen Weise – «Ich habe das Gefühl, dass ich auf Gnade hoffen kann»

Er ist Vorstandsvorsitzender der deutschen Bundesagentur für Arbeit und führt zudem das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Aber vor allem ist Frank-Jürgen Weise Christ. Wie sein Glaube ihn prägt, ermutigt und herausfordert, erzählt er hier.

Er ist Vorstandsvorsitzender der deutschen Bundesagentur für Arbeit und führt zudem das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Aber vor allem ist Frank-Jürgen Weise Christ. Wie sein Glaube ihn prägt, ermutigt und herausfordert, erzählt er hier.

Er hat viel erreicht im Leben und stellt sich auch schwierigen beruflichen Herausforderungen. In einem Interview mit dem evangelischen Online-Magazin «Chrismon» erzählt Frank-Jürgen Weise über seine Vorstellung von Gott: «Jesus ist in der Bibel in allen Facetten beschrieben, mit seinen Stärken, seinem göttlichen Wirken, seinen menschlichen Sorgen. Das Schöne ist: Er gibt uns keine zu engen Regeln, ich muss nicht strengen Ritualen folgen, um mir oder anderen meinen Glauben zu beweisen. Aber er gibt mir eine Orientierung.»

Jesus als Vorbild

Praktisch wird sein Glaube, wenn er sich im Alltag an Jesus orientiert. Weise dazu: «Meine Tochter hat mir aus New York einen Schlüsselanhänger mitgebracht, da steht drauf: 'What would Jesus do?' Ich muss zum Beispiel entscheiden, dass befristete Verträge enden. Aber dann muss ich auch an den Menschen denken und überlegen: Was kann er an anderer Stelle tun? Wie kann ich den Übergang organisieren? Das geht nicht immer gut. Wie jeder Mensch mache ich Fehler, ich versage, ich habe sogar böse Gedanken. Das zu akzeptieren ist schwierig, doch ich habe das Gefühl, dass ich auf Gnade hoffen kann.»

Diese Gnade auch anderen Menschen gegenüber zu gewähren, fällt ihm nicht immer leicht. «Ich ringe täglich mit meinem Glauben. Wenn ich sehe, welche Boshaftigkeit einem manchmal im Beruf widerfährt. Wenn ich sehe, wie Kriminelle sich des Lebens anderer bemächtigen, dann bin ich empört und neige zu sagen: Da muss man ganz hart sein! Aber es bleibt dabei, dass der Mensch nicht kriminell und boshaft geboren wird. Manchmal muss ich sehr darum kämpfen, diesen letzten Respekt zu bewahren. Ich habe aber einen guten Kreis, wo ich über solche Themen als Mann sprechen kann und immer wieder ermuntert werde, standzuhalten.»

Gibt es ein Leben nach dem Tod?

«Wenn der Tod stattfindet, dann ist das beängstigend», gibt der Unternehmer zu. «Eigentlich bin ich recht furchtlos, aber ganz schlimm verletzt zu sein, weder reden noch liegen zu können und dann zu sterben, das fürchte ich. In der grossen Perspektive muss ich den Tod natürlich akzeptieren. Ist nicht gerade gemütlich, aber da muss man durch. Im Glaubensbekenntnis heisst es: 'Ich glaube an die Auferstehung der Toten.' Sich das vorzustellen, fällt mir schwer, aber ich glaube daran. Wirklich nahe war ich dem Tod noch nicht. Sicher, in Verkehrssituationen, ich fahre gern Motorrad. Und vielleicht früher, als ich in jungen Jahren in der Liebe bitter enttäuscht und niedergeschlagen war. Heute würde ich als Mensch, der viel Erfahrung hat, sagen: Das gehört zum Leben dazu.»

Vergeben ist überlebenswichtig

Eine der wichtigsten Grundregeln im Leben ist für Frank Jürgen Weise Vergebung. Selbst wenn es schwer fällt, sieht er darin den Schlüssel zu einem frohen Leben. Doch auch wenn er wisse, wie wichtig Vergebung ist, ist es für ihn jedes Mal wieder eine Überwindung. «Ich kultiviere meine Misserfolge, und ich kann Menschen, die mich sehr enttäuscht haben, nicht so schnell vergeben», gibt der Unternehmer zu. «Manches gelingt mir sehr gut, doch an diesem Punkt habe ich noch Verbesserungsbedarf. Und wenn Jesus vergeben kann, dann muss ich es als Mensch doch auch können.

Vergebung ist etwas Entscheidendes, denn durch Vergebung wird man frei. Nicht zu vergeben, ist ein Gift, ist eine Last im Umgang mit anderen Menschen. Das hat mich selber zu oft runtergezogen und zu brutaler Härte geführt.» Sein Tipp, wenn es mal schwer fällt zu vergeben: «Am besten komme ich aus diesem Groll heraus, wenn ich mit anderen spreche, die in einer vergleichbaren Lage sind.»

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