Treppen bauen – «Ich bin ein Unternehmer mit einer Mission»

Für Markus Gyger ist der Treppenbau mehr als ein kreatives Gewerbe. Seine 25 Jahre alte Firma Gyger Metallbau AG gehöre gar nicht ihm – sondern Gott, so sagt er. Das schliesst schwierige Zeiten nicht aus.

Ein Bein auf der Erde und ein Bein im Himmel. Für Markus Gyger ist der Treppenbau mehr als ein kreatives Gewerbe. Seine 25 Jahre alte Firma Gyger Metallbau AG gehöre gar nicht ihm – sondern Gott, so sagt er. Das schliesst schwierige Zeiten nicht aus.Markus Gyger, Chef der Gyger Metallbau AG in Heimberg BE, sagt, er sei «in den Metallbau hineingerutscht als Konstruktionsschlosser, der aus dem Apparatebau kommt». Er habe gemerkt, dass die Konstruktion von Treppen im Metallbau eine Nische sei. Mehr und mehr hätten sie sich darauf spezialisiert. Das sei ein Prozess vieler Jahre gewesen, wie Gyger in einem Interview mit dem Wochenmagazin ideaSpektrum erklärte. Als Meilenstein seiner Treppenbau-Karriere bezeichnet er die Treppe im Prime Tower in Zürich. Treppen werden heute komplett am Computer geplant, die Daten dann direkt auf die Maschinen geschickt.

Prägender Einsatz in Afrika

Er habe habe eigentlich nicht Unternehmer werden wollen, verrät Gyger. «Ich wollte als Mensch wachsen und reif werden in der Auseinandersetzung mit Menschen», sagt er. Mit 23 reiste er zusammen mit seiner Frau Dorothea frisch verheiratet nach Afrika, um für ein diakonisch-missionarisches Projekt zu arbeiten. Markus Gyger übernahm die Bauleitung für ein Spital im Tschad. Das ist jetzt 35 Jahre her. Diese Zeit habe sie aber nachhaltig geprägt. «Der Einsatz in fremden Kulturen sagt einem enorm viel über die eigene Kultur. Es macht einen auch lernfähiger für die eigene Kultur. Und es verändert einen. Ich erachte diese Erfahrungen als extrem wertvoll für meinen Einsatz für das Reich Gottes, sei es hier in der Schweiz oder in Afrika», erzählt Gyger.

Ganzheitlich leben und glauben

Als Markus Gygers Vater das Gewerbehaus in Heimberg baute, stieg er in die Firma ein. «Aktiv Gottes Werte in der Wirtschaft leben – diese Vision hat mich gepackt», erzählt er. Ganzheitlich den Glauben leben, das habe er schon in Afrika gewollt. Gyger im idea-Interview: «Inhaber unserer Firma ist Gott. Ich bin nur Verwalter. Unser Geschäft soll für die Menschen da sein und nicht die Menschen für das Geschäft. Wir wollen als Unternehmen Gutes und Schönes schaffen und natürlich auch Geld verdienen. Aber ich bin in erster Linie mit Menschen unterwegs, damit wir persönlich weiterkommen und in unseren Berufungen wachsen.»

Schwierige Zeiten

Zurzeit erlebt die Heimberger Treppenbaufirma eine schwierige Zeit. Sie muss den Weggang von vier Mitarbeitern verkraften. Gyger: «Sie gehörten zu den Besten. Ein Viertel des Teams ist weg. Das will Angst machen. Doch ich bin sicher, dass Gott einen guten Weg mit uns gehen wird.» Der Feind versuche, einem die Hoffnung zu rauben. Auch bei den Einsätzen in Afrika gebe es immer wieder furchtbare Situationen. Von Natur aus habe man die Tendenz, entweder die Probleme zu verdrängen oder aber im Pessimismus zu versinken. «Den Realitäten ins Auge schauen und echte Hoffnung haben, das können wir nur, wenn wir uns wirklich, wirklich von Gott geliebt wissen!», weiss der Treppenbauer.

Unternehmer mit einer Mission

Gygers wichtigste Geschäftsprinzipien sind Wahrheit, Konflikte aktiv und ehrlich angehen und gegenseitiger Respekt. Diese Prinzipien müsse man lernen. Für ihn sei in diesem Zusammenhang der Besuch der Schule für biblische Geschäftsprinzipien sehr hilfreich gewesen. Dort habe er gelernt, seinem Glauben «Leben und Worte» zu geben. «Ich habe viele biblische Wahrheiten entdeckt, die wichtig sind für unser Zusammenleben, auch für den Umgang mit Konflikten», sagt er. Auf die Frage, ob er mehr Unternehmer oder mehr Missionar sei, antwortet Markus Gyger: «Ich bin Unternehmer. Doch ein christlicher Unternehmer sollte auch eine Mission haben. Wir brauchen als Christen eine Identität. Christen sind für 'öppis' unterwegs.»

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