Rapid Wien-Star – «Glaube spielt für mich eine wichtige Rolle»

Er war der ewige Rekordspieler des Rapid Wien und millionenschwerer Werbestar. Seine Fans nannten ihn «Fussball-Gott». Doch nur wenige wissen, dass Profi-Kicker Steffen Hofmann diesen Namen nie mochte – weil er selbst tief gläubig ist.

Er war der ewige Rekordspieler des Rapid Wien und millionenschwerer Werbestar. Seine Fans nannten ihn «Fussball-Gott». Doch nur wenige wissen, dass Profi-Kicker Steffen Hofmann diesen Namen nie mochte – weil er selbst tief gläubig ist.Er war einer der Grossen im Fussball und wurde von den Fans in ganz Österreich verehrt. In diesem Jahr hat Steffen Hofmann nun nicht nur seine Kapitänsbinde an den Nagel gehängt, sondern auch seine Karriere als aktiver Spieler beendet. Allerdings bleibt der gebürtige Würzburger seinem Verein Rapid Wien treu, er wird sich künftig um die Nachwuchstalente kümmern.

«Ich bin kein Fussball-Gott»

Steffen Hofmann sitzt im Andachtsraum des Allianz-Stadions in Wien Hütteldorf. Hier treffen sich die Spieler des Rapid Wien, um mit einem Pfarrer zu beten, oder um vor wichtigen Spielen Kraft zu tanken. Dass der Fussballprofi sich ausgerechnet diesen Ort für ein Interview aussucht, ist kein Zufall. Gott ist dem 38-Jährigen wichtig: «Ich bin ein gläubiger Mensch und Glaube spielt in meinem Leben eine durchaus wichtige Rolle.»

Noch etwas stellt der Fussball-Star gleich zu Anfang gegenüber der Zeitung «Der Sonntag» klar: «Fussball-Gott» – diesen Namen hört er nicht gern. «Das dürfen nicht mal einmal meine Kinder zu mir sagen. Sie wissen, dass mich das ärgert. Ich würde mich nie und nimmer auch nur ansatzweise auf die Stufe mit Gott stellen», erklärt der ehemalige Mittelfeldspieler. «Wahrscheinlich wollen die Fans auf diese Art und Weise Wertschätzung und eine sportliche Hoffnung ausdrücken«», glaubt er.

Doch vom Starrummel rund um seine Person hält er wenig. «Zuhause ist meine Frau die Spielführerin – ich bin nur der Wasserträger», lacht er. «Daheim bin ich kein Fussball-Star, sondern ein ganz normaler Papa und Ehemann. Mir ist es wichtig, dass wir Freude miteinander haben und – so gut es geht – eine unbeschwerte Zeit miteinander verbringen. Es macht mich glücklich, wenn meine Kinder glücklich sind und dafür versuche ich alles zu tun.»

Taten sind wichtiger als Worte

Seinem christlichen Glauben verleiht der Sportler durch Taten Nachdruck. Weitergeben, was er bekommen hat, und gelebte Nächstenliebe sind ihm wichtig. Der Profi, der sonst durch Bodyguards von Fans abgeschirmt wird, ist sich nicht zu schade, für andere die Hände schmutzig zu machen: «Ich möchte mich persönlich um meine Mitmenschen kümmern, so gut es geht. Ich engagiere mich für Kinderprojekte und bin oft in der Gruft der Caritas Wien. Einfach um für Menschen da zu sein, wenn sie irgendetwas brauchen. Im Winter bin ich auch mit dem Kältebus mitgefahren und da sieht man echt viele Dinge, von denen man nie und nimmer denken würde, dass es sie mitten in Wien gibt. Zum Beispiel ganze Familien, die im Winter in einem Schacht schlafen. Das holt einen auf den Boden der Realität zurück und erdet mich.»

Auf seine neue Rolle als Talentmanager freut sich der gläubige Christ: «Ich versuche Nachwuchstalente im Verein zu betreuen und ihnen zu helfen. Gerade für junge Spieler ist der Weg zum Profi alles andere als leicht. Da ist es sicher eine Hilfe, wenn sie mit jemanden reden können, der das selbst alles erlebt hat. Es ist ein grosser Druck, im Rampenlicht zu stehen. Aber ich habe Erfahrung, was wirklich hilft...»

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