«Mein Vater war Apotheker, doch in seinem Geschäft war auch noch ein kleiner Gitarrenladen untergebracht», erinnert sich Chris Tomlin an die aussergewöhnliche Verkaufslokalität. Chris seinerseits spielte für das Leben gern Baseball. «Aber in einem Sommer litt ich an Mononukleose.» Also musste er seinen Lieblingssport für ein paar Monate ruhen lassen.
«Du bist den ganzen Tag im Haus. Ich bringe dir bei, wie man Gitarre spielt», ermunterte ihn sein Vater. Chris erinnert sich: «Jeden Morgen schrieb er mir die Noten und die Saiten auf.»
Sensibles Herz für Gott
«Schon als kleines Kind hatte ich ein sehr sensibles Herz für Gott. Ich erhielt die Gelegenheit, in unserer kleinen Kirche Hymnen zu spielen. Ich liebte es, wenn ich spielen konnte und die Leute mit mir sangen. Ich habe sogar zu meiner Mutter gesagt: «Ich mag es, wenn die Leute singen. Ich mag es nicht wirklich, da oben zu stehen und zu spielen, während mir alle zusehen. Ich mag es einfach, wenn die Leute mitsingen.»
Später, als Chris die Highschool besuchte, trat eines Tages David Crane in seiner Gemeinde auf. «Er reiste umher und spielte in allen texanischen Kirchen und so weiter. Das fand ich cool.» Eines Tages fragte er Chris, ob er mit ihm zu einem Auftritt mitkommen will, um ihm zu helfen, die Gitarren aufzustellen und hinten Kassetten zu verkaufen…
Plötzlich auf der Bühne
«Wir fuhren etwa drei Stunden zum Veranstaltungsort.» Chris half beim Aufbau von Gitarre und Keyboard und verkaufte dann hinten die Bänder. «Gegen Ende des Konzerts stoppte David und sagte: 'Wisst ihr, ich habe hier einen guten Freund mit dabei, Chris. Ich denke, ich werde ihn dieses Konzert zu Ende spielen lassen. Er kann ein paar Songs für euch spielen.'»
Chris war überrumpelt. «Wir waren drei Stunden gefahren und er hat kein einziges Wort davon gesagt.» Die Köpfe der gleichaltrigen Besucher drehten sich zu Chris, dem Jungen bei den Kassetten. «Ich ging unvorbereitet nach vorne und spielte ein paar Lieder. Es war furchtbar.» Doch ein Jugendpastor sprach ihn an und fragte, ob er bei ihm im Sommer auf einer Jugendveranstaltung mitspielen will…
«Ich kenne nur drei Lieder…»
Chris stimmte zu. «Doch wieder daheim angekommen dachte ich: 'Oh, ich habe gerade ja gesagt, aber ich kenne nur drei Lieder. Was soll ich nur tun?'» Kurz vor der Veranstaltung erhielt er einen Anruf von James, einem Mann mit einer tiefen Stimme: «Ich werde auf dieser Jugendveranstaltung sprechen und ich habe noch nie von dir gehört.» Er wollte ein wenig die nächste Woche besprechen.
Chris schloss die Wissenslücke umgehend: «Nun, James, der Grund, warum du noch nie von mir gehört hast, ist, dass ich so etwas noch nie gemacht habe. Ich bin noch in der Highschool.» Pause – dann fragte James: «Okay, welche Art von Songs spielst du denn?» Chris erklärte, dass sein Repertoire aus drei Liedern besteht.
Zettel-Salat
James schickte ihm ein paar Kassetten und CDs mit neuen Lobpreisliedern. «Ich verliebte mich in diese Songs und begann, sie zu lernen.» Chris schrieb alle Texte und Akkorde auf Zettel zu dieser Jugendwoche.
«500 Kids waren da, ich erschrak fast zu Tode. Ich legte meine Zettel auf die Bühne, schaute niemanden an, grüsste keinen und sagte auch nicht 'Hallo' – ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich spielte einfach jeden Abend meine Songs, die auf den Zetteln niedergeschrieben waren.»
«Du hast keine Ahnung!»
Am Ende der Woche sagte James zu ihm: «Ich möchte dir zwei Dinge sagen. Erstens: Du hast keine Ahnung, was du da tust.» Chris: «Wow, danke. Gott segne dich, das war sehr direkt.» Doch James war noch nicht fertig: «Zweitens, du hast keine Ahnung, wie Gott deine Lieder weltweit einsetzen wird.»
Chris reagierte überrascht: «Was? Ich habe doch gar keine Lieder, ich habe mir nur die Notizzettel angesehen. Was meinst du damit?» Doch James ermutigte: «Nein, ich habe diese Woche für dich gebetet. Und Gott hat mir gezeigt, dass du Lieder schreiben wirst, und die Welt sie singen wird.» James legte ihm die Hand auf den Kopf und betete für ihn; Chris erinnert sich noch bestens: «Es war wie ein Blitz, der mich durchfuhr. Es war ein prägender Moment in meinem Leben.»
Gott öffnete die Tür
Eine musikalische Laufbahn hatte er nicht angestrebt. «Gott hat mir einfach auf unglaubliche Weise die Türen geöffnet. Es ist definitiv nichts, was ich hätte planen oder mir ausdenken können. Aber ich bin so dankbar, dass ich die Schritte des Glaubens ging und immer wieder betete: 'Gott, was ist der nächste Schritt?' Es sind immer diese kleinen Schritte. Zu sehen, wie Gott all diese Dinge zusammenfügt, ist wirklich erstaunlich.»
Anbetungslieder kommen aus einem dankbaren Herzen heraus, hält Chris Tomlin fest. «Wir haben viel, wofür wir dankbar sein können.»









