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Gordon Mote

Gordon Mote – «'Amazing Grace' wurde für mich zu einer Erfahrung»

Der Grammy-nominierte Musiker Gordon Mote ist seit seiner Geburt blind. Kraft schöpft er aus seiner Beziehung zu Gott. Gordon beobachtete: «Wenn wir ihm unsere Zeit geben, werden wir sehen, wie er uns und unsere Lieben segnen wird.»

Der Grammy-nominierte Musiker Gordon Mote ist seit seiner Geburt blind. Kraft schöpft er aus seiner Beziehung zu Gott. Gordon beobachtete: «Wenn wir ihm unsere Zeit geben, werden wir sehen, wie er uns und unsere Lieben segnen wird.»

«Ich begann mit dem Klavierspielen, als ich drei Jahre alt war, am Thanksgiving Day», erinnert sich Gordon Mote. Die Familie hörte die Töne. «Sie fragten sich, wer da wohl spielt.» Als die Angehörigen ins Wohnzimmer kamen, waren sie überrascht: «Ich war erst drei Jahre alt, kaum gross genug, um die Tasten auf der Klavierbank zu erreichen. Und das allererste Lied, das ich spielte, war 'Jesus Loves Me'. Und seit dieser Zeit habe ich versucht, jeden Tag besser zu werden.»

Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er ein Jahr später, im Alter von vier Jahren, auf einem Militärstützpunkt in der Nähe seines Zuhauses in Anniston, Alabama.

Als Kind hörte Gordon jede Platte, die er in die Finger bekam, und er und sein Bruder – der ebenfalls blind ist – spielten und sangen in Kirchen aller Grössen und Konfessionen.

«Es ist eine Gelegenheit»

Bis zur zweiten Klasse besuchte er eine Schule für blinde Kinder. «Aber in der dritten Klasse wechselte ich in das öffentliche Schulsystem.» Dies dank C.C. Davis, dem Superintendent der Gadsden City Schools. «Er hatte ein paar von uns zufällig getroffen und er dachte: Diese Kinder werden ihr ganzes Leben lang in einer sehenden Welt leben.» Also sollte es ihnen auch möglich sein, in eine «gewöhnliche» Schule zu gehen.

«Eines der Dinge, die er immer sagte, war: 'Gordon, es gibt kein Problem. Es ist eine Gelegenheit.' Er war ein grossartiger Mann mit einer grossartigen Arbeitsmoral und einer wirklich grossen Vision.»

Gordon Mote gehörte zu den ersten blinden Schülern, die in das öffentliche Schulsystem integriert wurden. Auch wenn sich das ein und andere Kind lustig darüber machte: «Alles in allem war es eine tolle Erfahrung, denn die meisten Kinder sind gutherzig. Sie sind offen dafür, etwas Neues zu lernen. Und ich hatte einige liebe Freunde in der High School, für die ich sehr dankbar bin.»

Flucht gelungen

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Mit seiner Familie nach der Grammy-Verleihung

Die Musik liebte er stets. «Sie war meine Flucht.» Und sie definierte ihn, denn auf der High-School wollte jeder etwas gut können. «Und weil ich eine Art Wunderkind war, war der Wow-Faktor damals ziemlich hoch.»

Ein bisschen sei er da auch abgehoben. «Obwohl ich blind war, dachten meine Freunde, ich sei cool, weil ich jeden Song spielen und singen konnte, den sie kannten.»

Mit der Zeit konnte er in Nashville in Studios spielen. «Ich arbeitete mit verschiedenen Künstlern und reiste herum. Durch Mundpropaganda hörten andere Produzenten von mir, und plötzlich war ich der neue Typ, der Demo-Aufnahmen machte und einfach viel arbeitete.»

Mit der Zeit spielte er um die Jahrtausend-Wende auf ersten Scheiben mit. Dann erhielt er einen Anruf, «dass ich auf der neuen Alan Jackson-Platte spielen sollte. Pig Robbins, der nicht nur in der 'Musicians Hall of Fame', sondern auch in der 'Country Music Hall of Fame' ist, ist ein ebenfalls blinder Pianist und legendär in dieser Stadt. Pig sagte ihnen: 'Ihr müsst Gordon anrufen, er ist der neue Mann.' Denn Pig war krank, es ging ihm nicht gut, und sie brauchten jemanden, und sie fragten ihn, wen sie anrufen sollten.»

«Herr, gebrauche mich!»

In dieser Zeit passierten die Terroranschläge vom 11. September 2001. Er war im Studio und dachte: «'Was wir hier machen, ist einfach nutzlos, ich weiss nicht mal, warum wir hier sind. Das wird niemandem helfen. Das wird nichts bewirken. Es gibt Menschen, die jetzt in grosser Not sind.' Und ich habe gebetet. Ich sagte: 'Herr, ich weiss nicht, wie es gehen soll oder funktionieren könnte, aber ich würde gerne irgendwie etwas bewirken.'»

Gordon Mote wurde zu einem Ermutiger für viele. Heute spielt er unter anderem für Country-Legenden wie Blake Sheltonoder Carrie Underwood

Lieben, weil er zuerst liebte

Zu seinem Glauben fand Gordon Mote im Alter von acht Jahren, «bei einer Erweckungsversammlung in Alabama. 'Amazing Grace' wurde mehr als nur ein Lied für mich, es wurde zu einer Erfahrung. Wenn wir begreifen könnten – was wir aber nicht können –, wie es für Jesus sein muss, zu sehen, welche Barmherzigkeit und Gnade er für uns hat und dann zu sehen, wie wir uns auf dieser Erde, die er erschaffen hat, gegenseitig behandeln… Ich habe das Gefühl, dass wir lieben und unser Bestes tun müssen, um zu lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.»

Weiter fragt Gordon Mote, wo wir ohne diese Gnade wären. «Und ich muss mir das genauso sagen lassen wie jeder andere, ich bin nicht immer gut. Ich bin nicht perfekt.»

«Geniessen Sie das Tempo von Gott»

Er habe am Morgen eine Andachtszeit und eine Gebetszeit. «Aber oft nehme ich mir nicht die Zeit, die ich mir nehmen sollte, um einfach still zu sitzen und zuzuhören.»

Während der Pandemie haben alle mehr Zeit zur Verfügung. «Ich habe versucht, diese Zeit zu nutzen, um das Herz Gottes zu finden und einfach still zu sein und auf das zu hören, was er mich vielleicht lehren oder mir sagen will. Wenn wir ihm unsere Zeit geben, werden wir sehen, wie er uns und unsere Lieben segnen wird. Ich meine, wenn das alles ist, was man davon mitnimmt, ist das genug, denn wir alle wollen gesegnet werden.»

Weiter empfiehlt Gordon Mote: «Geniesse das Tempo eines von Gott geprägten Lebens, indem du ihn das Tempo bestimmen lässt. Halte seine Hand in kindlichem Vertrauen, und der Weg, der vor dir liegt, wird sich Schritt für Schritt öffnen. Ich meine, wir alle haben Fragen. Es gibt keinen von uns, der alle Antworten hat. Manchmal ist es ein klitzekleiner Schritt nach dem anderen, und manchmal ist es eine Art Stillstand.» Dies aber in der Gegenwart Gottes.

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