Neues wagen – Wenn Gott herausfordert

Für manche hat im christlichen Glauben Neues und Unvorgesehenes keinen Platz. Doch wer mit Jesus lebt, sollte sich nicht zu sehr auf eingefahrenen Gleisen bewegen.
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Ein Wanderer in den Bergen

Wo wäre wohl das Christentum, wenn Abraham nicht seine Heimat verlassen, die Jünger dem Wanderprediger Jesus nicht gefolgt und Paulus sich nicht zu seinen Missionsreisen aufgemacht hätte?

Nicht nur die Bibel ist voller Beispiele von Menschen, die mit Gott Neues wagten und ihr Zuhause, ihren Beruf und vieles andere hinter sich liessen. Es gibt zahllose Biographien aus allen Zeiten, die zeigen, dass Christen immer wieder bereit waren, ganz neue Wege zu gehen, ja, sich sogar aufzumachen, wo es noch gar keine Wege gab.

Auf neuen Wegen gehen

Der erste Mensch, dessen Mut und Vertrauen in Gott die Bibel besonders hervorhebt – sie bezeichnet das als Glauben –, ist Abraham. Er war es, der aus Haran im Südosten der heutigen Türkei nach Kanaan zog. Gott sagte ihm trotz seines Greisenalters zu, dass er Nachkommen und neues Land haben werde. Zugleich forderte Gott ihn auf, seine Heimat zu verlassen und sich auf ganz neue Wege zu begeben. Er wusste nicht, wohin es gehen sollte, und das Land, das ihm Gott versprochen hatte, sollte erst viel später seines werden.

Über Abraham heisst es in der Bibel: «Ebenso glaubte Abraham fest an Gott und hörte auf ihn. Als Gott ihm befahl, in ein Land zu ziehen, das ihm erst viel später gehören sollte, verliess er seine Heimat.Dabei wusste er überhaupt nicht, wohin er kommen würde.» (Hebräerbrief, Kapitel 11, Vers 8)

Jesus führte ein ungeregeltes Leben

Jesus selbst führte in den drei Jahren seines öffentlichen Wirkens ein Leben, das – aus heutiger Sicht – nicht geregelt, geordnet und auch nicht sicher war. Er zog scheinbar ungeplant umher und predigte. Er hatte keinen festen Wohnort und auch kein Quartier, von dem aus seine Arbeit geplant wurde. Seinen Freunden erklärte er diesen «besonderen Arbeitsstil» damit, dass er immer nur das tat, was sein Vater im Himmel von ihm wollte.

Und seine engsten Mitarbeiter forderte Jesus dazu auf, sich ihm anzuschliessen. Er traf einige von ihnen beim Fischen und verlangte von ihnen, nicht nur ihren Beruf, sondern auch ihre Heimat und ihre Familie hinter sich zu lassen, um mit ihm zu gehen.

Zwölf Jahre auf Reisen

Wer kann sich die Ausbreitung des Christentums in den ersten Jahren ohne die Reisen des Missionars Paulus vorstellen, der unermüdlich unterwegs war, um den Nicht-Juden die Botschaft von Jesus zu bringen? Bei seinen beschwerlichen Reisen bewältigte er insgesamt an die 15'000 Kilometer und sie dauerten etwa zwölf Jahre. Paulus war zutiefst von dem Wunsch beseelt, die Botschaft von Jesus weiterzugeben. Und so war er es, der die erste grosse Ausbreitung des christlichen Glaubens voranbrachte.

Kultur der Sicherheit

All das zeigt: Der Glaube an Jesus ist in seinem Kern viel überraschender, viel unkonventioneller und auch abenteuerlicher als es zunächst den Anschein haben mag. Dem aber steht – nicht nur heute – die Kultur der Sicherheit entgegen. Menschen suchen finanzielle Absicherung, aber auch feste Rahmenbedingungen was Beruf, Wohnort und Beziehungen angeht. Das ist nicht grundsätzlich verwerflich, kann aber durchaus dem entgegenstehen, was Gottes Wille ist und was er mit einem Menschen vorhat.

Nicht erst auf eine Krise warten

Manchmal beginnt es mit einer ganz schlichten Frage an Jesus: «Soll alles so bleiben, wie es ist? Oder hast du andere Wege für mich?» Menschen neigen dazu, erst dann ihre Situation zu hinterfragen und Neues ins Auge zu fassen, wenn sie eine Krise erleben. Also dann, wenn sich Schwierigkeiten, vielleicht sogar riesige Hindernisse aufbauen. Doch es macht durchaus Sinn, den eigenen Lebensrahmen auch dann einmal in Frage zu stellen, wenn es gut, ja vielleicht sogar erfolgreich läuft.

Was aber folgt daraus? Richten Sie sich mit Ihrem Leben nicht zu sehr ein. Nehmen Sie es mit seinen jetzigen Rahmenbedingungen nicht als für immer so gegeben hin. Ein wenig Distanz und Infragestellung des eigenen Lebens ist gut und durchaus gesund. Im Übrigen macht es die gegenwärtige Situation auch zumeist viel erträglicher, weil wir mit einem Mal spüren, dass nicht alles so bleiben muss – aber das ist nur ein schöner Nebeneffekt.

Seien Sie offen für Neues und für Veränderungen. Erlauben Sie Jesus, Sie zu anderen Menschen und Orten zu führen. Nehmen Sie sich immer wieder einmal Zeit, Ihre Situation zu überdenken. Vor allem freie Tage und Urlaub sind gute Möglichkeiten solch eine Frage mit Ruhe und ausreichend Zeit zu bewegen und darüber mit Gott zu sprechen.

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