Ja, ich will – Neun Entscheidungen

Die gegenwärtige Lage ist unsicher. Unsere Gesellschaft driftet immer mehr auseinander, christliche Kirchen drehen sich oft um sich selbst. Viele wollen sich am liebsten verkriechen. Die «9 Entscheidungen» sind eine Möglichkeit, darauf zu reagieren.
Unsplash / @Andrea Tummons
Neun Entscheidungen, die Veränderungen in den Alltag bringen können

Mit den «9 Entscheidungen» wollen wir ein Tool geben, um auf die allgemeine Unsicherheit zu reagieren. Unser kleiner Beitrag. Vielleicht pickt ihr eine oder zwei davon für euch persönlich heraus.

Ja, ich will ...

1 ... meinen Horizont erweitern – und über meine eigene Blase hinausdenken.

Beten. Lesen. Lernen. Hören. «Ora et labora. Et lege!» Und lies. Das tun Christen schon seit Jahrhunderten. Diese benediktinische Regel stammt aus dem 6. Jahrhundert. Und ist bis heute wichtig. Gerade jetzt in den Zeiten der Polarisierung, der Blockbildung, ist es so wichtig, den anderen zu verstehen. Über die eigene Blase hinauszudenken, aufeinander zu hören und miteinander zu reden und zu beten.

2 ... Verantwortung übernehmen – und für andere eintreten

Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Grenzen liegen vor allem im eigenen Kopf. Mitglied werden in einem Verein oder einer Partei oder bei einer christlichen Organisation. Ehrenamtlich mitarbeiten, in der Gemeinde, der Hausaufgabenhilfe oder im Hospizverein. Wo auch immer: als Christ gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

3 ... bekennen – was ich künftig tue und lasse

Ich erzähle aus meiner Geschichte, warum ich was mache. Warum ich bestimmte Dinge schon immer tue oder erst jetzt, neuerdings. Und auch: Was ich nicht mehr tue oder sage oder esse. Und wie ich meinen Glauben verstehe und wie es aussieht, wenn ich ihn heute mitten in meinem Alltag lebe.

4 ... gute Ideen highlighten – auch wenn sie nicht meine waren

Ich fördere Projekte, auch wenn sie nicht meine Idee waren, nicht mein Name draufsteht. Auch wenn der Erfolg nicht «auf unser Konto einzahlt». Grosszügig denken, handeln und ohne Neid feiern, wenn anderen etwas Besonderes gelingt.

5 ... beten – ohne aufzuhören, wenn es knifflig wird

Beten, als ob alles Arbeiten nichts nützen würde. Und arbeiten, als ob alles Beten nichts helfen würde. Weiterbeten, auch wenn wir die Veränderung nicht sehen. Weiterarbeiten, auch wenn wir daran zweifeln, ob es sich lohnt. Tatsächlich gehören beide ja zusammen: betend arbeiten und arbeitend beten. Und dabei: Gott nicht klein denken und nicht instrumentalisieren für die eigenen Zwecke.

6 ... die eigenen Grenzen sichtbar machen – und um Ergänzung bitten

Um die eigenen Grenzen zu wissen, das entlastet mich und macht mich für andere erträglicher. Niemand kann alles. Ich trage auch nicht für alles die Verantwortung. Sondern ich weiss, dass alles bei Gott gut aufgehoben ist. Nicht ich muss die Welt retten, sie liegt in Gottes Hand.

7 ... mich einmischen – wo ich gerade gebraucht werde

Einfluss nehmen. Auch mal ungefragt die eigene Meinung sagen. Solidarisch sein mit denen, die keine Stimme haben und unsere Unterstützung brauchen. Nächstenliebe in kleine Portionen zerteilen. Und Zeit verschenken oder Mitgefühl oder Geld.

8 ... Fremdes kennenlernen – neugierig, nicht ängstlich leben

Unbekanntes nicht meiden, sondern bewusst suchen. Andere Gemeinden, Konfessionen, Religionsgemeinschaften. Herausfinden, auf welchen Baustellen andere kämpfen. Wenn ich um meine Identität weiss, wird mich jede Horizont-Erweiterung bereichern.

9 ... Jüngere anfeuern – Unterstützer sein für die nachfolgende Generation

Unterstützer sein für diejenigen, die tun, was wichtig ist. Besonders für die nachfolgende Generation, die manchmal das Gefühl hat: «Die Alten hatten ein schönes Leben und wir zahlen den Preis.» Und: Man kann auch mit 30 schon Jüngere anfeuern!

Welche Entscheidung willst du treffen? Vielleicht bist du längst im Sinne dieser Sätze unterwegs. Dann Rückenwind für dich. Vielleicht hat dich auch nur ein Satz berührt. Dann leg in diesem Sinne los.

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