Zum 1. August – Spannende Hintergründe zum Nationalfeiertag

Heute wird in der ganzen Schweiz der Entstehung der Eidgenossenschaft gedacht. Sie geht auf den «Rütlischwur» von 1291 zurück (jedenfalls will es die Legende so). Mehr zu diesem Schwur und zu den christlichen Wurzeln unseres Landes erfahren Sie hier.

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Schweizer Flagge (Symbolbild)

Heute wird in der ganzen Schweiz der Entstehung der Eidgenossenschaft gedacht. Sie geht auf den «Rütlischwur» von 1291 zurück (jedenfalls will es die Legende so). Mehr zu diesem Schwur und zu den christlichen Wurzeln unseres Landes erfahren Sie hier.

Im Jahre 1291
nach Christus trafen sich drei Vertreter von Uri, Schwyz und Unterwalden
auf der Rütliwiese, um ein Verteidigungsbündnis gegen die Österreicher
und andere Feinde zu treffen. Dieser Tatsache nun gedenken also die Schweizerinnen und Schweizer jedes Jahr am 1. August. An diesem Tag werden Hunderte von Reden gehalten, Tausende Würste verspiesen und natürlich für Millionen von Franken Feuerwerk in den Himmel geschossen. An manchen Orten geht es auch besinnlicher zu und her: Mit Höhenfeuer und Schweigeminuten wird über die Vergangenheit, die Zukunft und das Leben ganz allgemein sinniert.

Die Bedeutung des christlichen Glaubens in der Schweiz

«In Nomine Domini, Amen» steht schon am Anfang des ersten Bundesbriefes von 1291. Mit dem «Dominus» konnte für die Leute der Waldstätte Uri, Schwyz und Unterwalden damals niemand anders gemeint sein als Jesus Christus. Die damaligen Bewohner der Schweiz hatten ihn durch die Tätigkeit der Mönche verschiedener Klöster (Einsiedeln, Engelberg) kennengelernt. Durch sie war er ihr Herr (Dominus) geworden. Eidgenossenschaft nannte sich der Bund, der auf dem Rütli geschlossen wurde. Ein Eid ist eine Verpflichtung, die unter Anrufung Gottes und in Verantwortung vor ihm übernommen worden ist.

Im Namen Gottes des Allmächtigen

Diese Worte stehen als Eingangsformel an der Spitze der Bundesverfassung. 1848 und 1874 wurden dieselben Worte an den Anfang der neuen Bundesverfassung gesetzt. Bis heute sind sie da geblieben. Sie stehen da als objektives Zeichen, unter dem der Bund der Eidgenossen existiert.

Im 13. Jahrhundert standen die Bewohner der Innerschweiz stark unter klösterlichem Einfluss. In Schwyz übte das Kloster Einsiedeln nicht nur weltliche Macht aus, sondern machte die ganze Bevölkerung mit Jesus Christus bekannt. In Nid- und Obwalden wirkte das Kloster Engelberg. Luzern stand unter der Herrschaft des Klosters Murbach im Elsass. Der Bund, der 1291 auf dem Rütli geschlossen wurde, ist für Europa etwas Einmaliges. Nur unter dem Einfluss von Jesus Christus ist es zu verstehen, dass Menschen einer einsamen Berggegend einen so hohen Begriff von menschlicher Freiheit, von Verantwortung und Würde in jener Zeit haben konnten. Neben dem Aufruf zur Verantwortung den Bundesgliedern gegenüber fehlt darum im ersten Bundesbrief die Berufung auf den lebendigen Gott nicht. Diese ist gleichsam die Voraussetzung für den ganzen Bundesvertrag. Schiller hat darum zu Recht in der Rütliszene seines Telldramas den Bundesschwur gipfeln lassen in den Worten: «Wir wollen trauen auf den höchsten Gott und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.»

Die Nationalhymne

Diese Grundhaltung schlug sich auch im Schweizerpsalm nieder. Am 12. Sepember 1961 wurde dieser vom Schweizer Nationalrat anerkannt. Es gibt auch französische, italienische, rätoromanische Versionen. Da bei der Gründung der Schweiz als Bundesstaat im Jahr 1848 keine eigene Melodie zur Verfügung stand, behalf man sich mit der britischen Hymne «God save the King». Dieser war der Gedicht-Text «Rufst du, mein Vaterland» von J.R. Wyss unterlegt. Weil es zu Verwechslungen mit der britischen Hymne kam, setzte der Bundesrat 1961 die Melodie ab. Er rief zur Schaffung einer neuen Hymne auf und bestimmte den «Schweizerpsalm» (Text: Albert (P. Alberich) Zwyssig (1808-1854), Musik: Leonhard Widmer (1808-1868).

Da bis 1981 niemand mit einer überzeugenden neuen Nationalhymne aufwartete, fällte Bundes-Bern den Entschluss: Der «Schweizerpsalm» wird «in der originalen langen Fassung für die Schweiz definitiv». Seither ist er als Nationalhymne festgelegt und wird heute wieder vielerorts mit mehr oder weniger Überzeugung gespielt und gesungen.

Text Schweizerpsalm

1. Trittst im Morgenrot daher,
Seh' ich dich im Strahlenmeer,
Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!
Wenn der Alpen Firn sich rötet,
Betet, freie Schweizer, betet.
|: Eure fromme Seele ahnt :|
Gott im hehren Vaterland!
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland! 2. Kommst im Abendglühn daher,
Find' ich dich im Sternenheer,
Dich, du Menschenfreundlicher, Liebender!
In des Himmels lichten Räumen
Kann ich froh und selig träumen;
|: Denn die fromme Seele ahnt :|
Gott im hehren Vaterland!
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland! 3. Ziehst im Nebelflor daher,
Such' ich dich im Wolkenmeer,
Dich, du Unergründlicher, Ewiger!
Aus dem grauen Luftgebilde
Bricht die Sonne klar und milde,
|: Und die fromme Seele ahnt :|
Gott im hehren Vaterland!
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland! 4. Fährst im wilden Sturm daher,
Bist du selbst uns Hort und Wehr,
Du, allmächtig Waltender, Rettender!
In Gewitternacht und Grauen
Lasst uns kindlich ihm vertrauen!
|: Ja, die fromme Seele ahnt :|
Gott im hehren Vaterland!
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland! 

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