Worum es beim Glauben geht – Jesus vergibt und schenkt Würde

Beim Wort «sündigen» mag mancher daran denken, dass jemand in der Fastenzeit schwach wurde und Verbotenes gegessen hat. «Sündigen» meint in der Bibel etwas anderes: Der Mensch braucht Gott. Und zwar umfassend, weil er vor Gott nicht würdig ist.
YouTube / @Steve McCranie
Screenshot aus The Chosen: Jesus vergibt Maria Magdalena

Alle Menschen haben nach diesem Verständnis einen Mangel, übrigens ganz gleich, ob sie an Jesus glauben oder nicht. Christen sind nicht die besseren Menschen, sie sind, um es salopp zu sagen, «nur» besser dran. Denn sie erleben, dass Gott ihnen ihre Schuld vergeben hat und immer wieder vergibt. Christen wissen demnach nicht nur um ihre Defizite, sondern auch, wohin sie damit gehen können. Das bringt unglaublich viel Erleichterung und Hoffnung ins Leben!

Jesus hatte schlechten Umgang

Genau diese Sicht vermittelte Jesus, als er vor zwei Tausend Jahren predigte und unterwegs war. Die besonders Frommen der damaligen Zeit aber regten sich darüber auf, weil er sich mit Menschen abgab, die als inakzeptabel galten. Der Arzt Lukas berichtet: «Jesus war ständig umgeben von Zolleinnehmern und anderen Leuten, die als Sünder galten; sie wollten ihn alle hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten waren darüber empört. 'Dieser Mensch gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen!', sagten sie.» (Evangelium nach Lukas, Kapitel 15)

Jesus vergibt und gibt Würde zurück

Jesus erklärte sich zu dieser Kritik klipp und klar: Er sagte den Frommen seiner Zeit, dass sich der Himmel mehr über die Umkehr eines einzigen Sünders freut als über 99 Gerechte; man müsste wohl eher sagen «vermeintlich Gerechte», denn gerecht vor Gott ist nur, wer sich auf Jesus beruft. Das heisst: Jeder Mensch braucht die Vergebung, die allein Jesus geben kann. Nur Jesus kann einem Menschen Vergebung, Gerechtigkeit und damit auch wieder Würde geben.

Manchmal gerät dieses zentrale Anliegen von Jesus aus dem Blick von Christen. Sie halten sich für besser als diejenigen, die mit dem Glauben an Jesus nichts zu tun haben und ihre Sonntage nicht in der Kirche verbringen. Das aber geht völlig an dem vorbei, was Jesus wichtig war. Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer, der im KZ gefangen war und dort starb, drückte das es in einem gereimten Text so aus: «Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not, sättigt den Leib und die Seele mit seinem Brot, stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod und vergibt ihnen beiden.»

Gemeinden: Ein Ort für Menschen mit Fehlern

Die christliche Gemeinde ist so gesehen eine Versammlung von Sündern und nicht von besonders tollen Leuten. Deshalb sollten sie ein Ort sein, wo Menschen zusammen kommen, die um ihre Schwächen und ihre Schuld wissen und gerade deshalb auch miteinander barmherzig umgehen, Menschen also, die sich nicht über andere erheben oder sie sogar verurteilen.

Der grosse Lehrer und Verkündiger Paulus drückte es vor 2'000 Jahren so aus: «Hat da noch irgendjemand einen Grund, auf etwas stolz zu sein? Nein... denn alle haben gesündigt... Ihn (Paulus meint Jesus) hat Gott vor den Augen aller Welt zum Sühneopfer für unsere Schuld gemacht. Durch sein Blut, das er vergossen hat, ist die Sühne geschehen, und durch den Glauben kommt sie uns zugute.» (Römerbrief, Kapitel 3, Verse 24 und 25)

Es ist nicht kompliziert

Durch den Glauben bekomme ich also Vergebung. Aber wie geht das? Es ist ganz simpel: Ich sage Jesus meine Fehler, bitte ihn um Vergebung und erkläre ihm, das ich ihm vertrauen will. Das ist schon alles. Wenn du es einmal machst, wirst du erleben, wie befreiend und Mut machend eine solche Erfahrung ist.

Dieser Artikel erschien im März 2016 auf Jesus.ch.

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