Vorbereitung auf Ostern – Jeder geht durch seine ganz persönliche Wüste

Schon wartet Ostern auf uns. Frühlingsgefühle und Osterhäsli verraten es. Doch zuerst ist Vorbereitung angesagt, 40 Tage lang. Anders als im Advent kennt die vorösterliche Zeit keine Gemütlichkeit im Kerzenschimmer. Vielmehr spricht sie von Busse.
envato/ wirestock
Kreuz in der Natur

Ehrlich gesagt gehört diese Zeit nicht zu meinen Favoriten! Sie ist geprägt durch die düstere Stimmung der Busszeit. Dazu passt der Text von Jesu Versuchung aus Matthäus Kapitel 4, Verse 1-11. Da ist nämlich die Rede von Mahnung, Versuchung und sogar vom Teufel.

Versucht in der Wüste

Jesus bereitet sich 40 Tage in der Wüste auf sein öffentliches Auftreten vor. Am Ende dieser langen Zeit der Entbehrung wird er vom Teufel dreimal in Versuchung geführt: aus Steinen Brot zu machen, den Allmachtserweis Gottes zu erbringen und schliesslich dem Verkauf der eigenen Seele zuzustimmen. Jesus widersteht all diesen Versuchungen, wir Menschen sind ihnen täglich ausgesetzt. 

Doch woher kommen Versuchungen und wie wirken sie? Der Apostel Jakobus sagt, dass Gott niemanden in Versuchung führt (Jakobus Kapitel 1, Vers 13). Vielmehr kommen sie aus unseren Leidenschaften. In der Tat: Wir wollen immer mehr Besitz, mehr Sicherheit, mehr Schönheit und lassen es uns auch etwas, manchmal sogar sehr viel kosten. Oder ist es gar Gier, Überheblichkeit und Machthunger? Sind das unsere Lebensziele oder doch Versuchungen?

Weitblick in die Abgründe des Herzens

Gut, dass es diese Zeit vor Ostern gibt! Sie lädt ein zu fragen: Wonach hungern wir? Welche Absicht steht hinter unserem Streben? – Erst ein solch ehrlicher Weitblick in die persönlichen Abgründe meines Herzens könnte einen ganz neuen Horizont eröffnen:

  • Wenn ich mir Brot aus Steinen wünsche, dann nicht, um meinen Überfluss zu mehren, sondern aus Sorge für all die Menschen, die realen Hunger leiden.
  • Wenn ich mir wünsche, ein Engel möge mich begleiten, dann nicht aus Behaglichkeit, sondern um nicht abzustürzen.
  • Wenn ich die Pracht der Natur erleben will, dann nicht, um sie zu besitzen.

Die österliche Busszeit – kein Favorit, wohl aber ein Weg, mutig und zuversichtlich durch die Wüste unseres Lebens zu gehen. Sie kann ein Heilmittel sein gegen jegliche Einbildung und Selbstgerechtigkeit.

Dieser Artikel erschien im März 2014 auf Livenet.

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