Ein Aufruf zur Tat – Alles für die Einheit, die nicht von alleine entsteht

Menschen brauchen einander – weshalb existiert dann so viel Individualismus, Streit und Trennung, selbst in unseren Gemeinden und Familien? Jesus rief seine Kirche zur Einheit auf. Doch von selbst scheint diese Einheit nicht zu kommen.

Menschen brauchen einander – weshalb existiert dann so viel Individualismus, Streit und Trennung, selbst in unseren Gemeinden und Familien? Jesus rief seine Kirche zur Einheit auf. Doch von selbst scheint diese Einheit nicht zu kommen.

Neben der Beziehung mit Gott sind zwischenmenschliche Beziehungen unser grösstes Bedürfnis. Und weil Gott das weiss, hat er es so gewirkt, dass jeder im Moment seiner Rettung Teil von der Familie Gottes wird, seiner Kirche. «Denn wir alle sind mit demselben Geist getauft worden und gehören dadurch zu dem einen Leib von Christus…» (1. Korinther, Kapitel 12, Vers 13a)

Das ist die geistliche Wahrheit. Aber unsere Kultur zeigt uns leider das komplette Gegenteil. Wir werden dazu aufgefordert, unabhängig voneinander zu leben, als Individualisten. Doch das führt zu einem selbstsüchtigen und oftmals zerstörerischen Lebensstil. Und es ist nicht das, wozu Gott uns berufen hat.

Einheit ist biblisch

Jesus hat jeden von uns einzigartig erschaffen. Somit ist die Kirche die grösste und vielfältigste Bewegung in der Geschichte dieser Welt – und deshalb hat Jesus auch dafür gebetet, dass seine Kirche in Einheit lebt (Johannes, Kapitel 17, Vers 21), denn wir brauchen einander. An vielen Stellen spricht die Bibel über diese Einheit.

Trotzdem gibt es scheinbar so viel Trennung und Kluften zwischen Denominationen und sogar innerhalb von Gemeinden wie nie zuvor. Streit und Teilung entsteht nicht nur durch extreme theologische Ansichten, sondern bereits durch Dinge wie Politik, Wirtschaft, moralische Ansichten und soziale Gerechtigkeit.

Einheit braucht Entscheidung

Doch Einheit ist nichts, was einfach so von alleine kommt. Es ist Zeit, dass wir uns für die Einheit unter Christen entscheiden. Im Epheserbrief, Kapitel 4, Vers 3 schreibt Paulus: «Setzt alles daran, dass die Einheit, wie sie der Geist Gottes schenkt, bestehen bleibt. Sein Friede verbindet euch miteinander.» Alles daransetzen, das ist etwas Dynamisches. Dieser Satz ruft uns dazu auf, bewusst und gewissenhaft für die Einheit zu arbeiten. Wir sollen die Initiative ergreifen – und zwar jetzt! Wir sollen uns unerlässlich für die Einheit einsetzen und wenn wir diese Einheit haben, sie schützen. Es ist ein Aufruf zur Tat!

Den Schlüssel zur Einheit gibt der vorherige Vers 2: «Überhebt euch nicht über andere, seid freundlich und geduldig! Geht in Liebe aufeinander ein!» Demut führt zu Freundlichkeit, Freundlichkeit führt zu Geduld, Geduld führt dazu, dass wir in Liebe einander ertragen – und mit diesen vier Eigenschaften setzen wir alles daran, um die Einheit zu erhalten.

Einheit ist übernatürlich

Doch von uns selbst kommt diese Einheit nicht. Wir brauchen Gottes Gnade und Gottes Geist, um in ihm eins zu werden. Einheit ist etwas Übernatürliches – sie geschieht da, wo Gott im Zentrum steht. Und sie ist nur möglich, weil Jesus für jeden Menschen gestorben ist.

Setzen wir alles daran, um in der Gemeinde in Einheit zu leben oder schaffen wir durch Kommentare oder Taten eher Misstrauen und Trennung?

Setzen wir alles daran, in Einheit mit anderen Gemeinden zu leben, die dieselbe Glaubengrundlage haben wie wir oder sind wir überzeugt, dass wir als einzige die Wahrheit besitzen?

Setzen wir alles daran, mit unseren Familienangehörigen in Einheit zu leben, oder lassen wir unseren «christlichen Mantel» an der Eingangstür hängen?

Setzen wir alles daran, mit Kollegen in Einheit zu leben, oder schafft unsere Kritik Trennung und Konkurrenzdenken?

Setzen wir alles daran, mit anderen Generationen in Einheit zu leben? Und was ist mit Menschen anderer Kulturen?

Einheit ist ein Zeugnis

Jesus sagt das in Johannes, Kapitel 13, Vers 35 ganz deutlich: «An eurer Liebe zueinander wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid.» Wenn Nichtchristen uns beobachten und sehen, dass in unseren Gemeinden und auch in unseren Familien Trennung und Lieblosigkeit herrscht, wird sie das schnell abschrecken. Die Einheit der Kirche ist auch ein Zeugnis für die Aussenwelt.

Es ist Zeit; Zeit, dass wir alles daransetzen, um in Einheit zusammen zu leben.

Der Autor Ronnie Floyd ist Pastor und Vorsitzender des Nationalen Gebetstages der USA, für den er jedes Jahr Millionen von Beter mobilisiert. Er setzt sich damit stark für die Einheit der Christen in den USA ein.

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