Von Menschen und Tempeln – Wo Gott wirklich wohnt

Die Wohnung Gottes – viele stellen sie sich überwältigend und einzigartig vor. Doch Gott geht es nicht um Protzbauten. Das ist nicht der Ort seiner Wahl.
Unsplash / nader saremi
Menschen stellen sich Gottes Wohnung überwältigend und einzigartig vor (Symbolbild)

Manche Gotteshäuser sind prächtig, aufwändig und herausragend gestaltet, weil sie die Grösse und Einzigartigkeit Gottes widerspiegeln sollen. Das gilt nicht nur für die Gotteshäuser der Christen und Juden, sondern auch für die der Muslime und anderer Religionen.

Wo Gott tatsächlich wohnt

Doch die Kirchen und christlichen Gemeindehäuser sind im eigentlichen Sinn nicht eine Wohnung Gottes. Nach christlichem Verständnis sind sie vielmehr Orte, an denen sich Christen versammeln.

Wo Gott wohnt, erklärte der christliche Lehrer Paulus schon vor etwa 2000 Jahren in einer recht überraschenden Bemerkung. Er erinnerte die Christen der griechischen Hafenstadt Korinth daran, dass sie eine Wohnung Gottes sind. Er schrieb: «Oder habt ihr etwa vergessen, dass euer Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den euch Gott gegeben hat?» (1. Korintherbrief, Kapitel 6, Vers 19).

Braucht es Schönheit oder einen tollen Body?

Das klingt zunächst einmal recht merkwürdig, ja geradezu schräg: Der Körper eines Menschen ist ein Raum für Gott, eine Wohnung Gottes und ein Heiligtum? Dann müsste dieser Körper doch wohl etwas sehr Besonderes sein – besonders schön, athletisch oder irgendwie bewundernswert.

Es ist ja nicht so, dass Gott sich akribisch und kritisch umschaut, weil er eine herausragend «hübsche und attraktive Bleibe» sucht. So gesehen ist er überhaupt nicht wählerisch, weil es ihm ganz und gar nicht um äussere Dinge geht.

Gott achtet die Freiheit eines jeden Menschen

Ob Gott in einem Menschen – sagen wir es mal so – Wohnung nimmt, hängt nicht von dessen körperlicher Attraktivität oder seinen äusserlichen Vorzügen ab. Es geht um etwas ganz anderes: um das Innere, um seine Haltung und um seinen Willen. Paulus schreibt deshalb auch in dem erwähnten Brief: «Ihr gehört also nicht mehr euch selbst. Gott hat euch freigekauft, damit ihr ihm gehört; lebt deshalb so, dass ihr mit eurem Körper Gott Ehre bereitet.»

Doch dass ein Mensch Gott gehört, passiert nicht einfach von selbst. Es ist auch nicht so, als würde Gott mal eben von einem Menschen Besitz ergreifen. Das ist niemals die Art Gottes, weil er den Willen und die Freiheit eines jeden achtet. Zwar spricht Paulus davon, dass Christen freigekauft wurden und nicht mehr sich selbst gehören. Doch das gilt nur für die, die das auch wirklich wollen.

Es braucht eine Einladung

Es braucht daher den klaren Willen, also eine Einladung an Gott. Darauf nimmt Johannes Bezug, ein Mitarbeiter von Jesus, der schrieb, dass Jesus sagt: «Merkst du es denn nicht? Noch stehe ich vor deiner Tür und klopfe an. Wer jetzt auf meine Stimme hört und mir die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und Gemeinschaft mit ihm haben.» (Offenbarung des Johannes Kapitel 3, Vers 20)

Wer Jesus in sein Leben bittet, wer ihm – bildlich gesprochen – die Tür zu seinem Herzen, zu seinem Inneren öffnet und hineinbittet, der hat Gemeinschaft mit Jesus, der wird so zu einer Wohnung Gottes. In ihm wohnt von nun an Gottes heiliger Geist, der ihn leitet, ihm hilft und Kraft gibt. – Das sind wirklich starke Zusagen!

Ein Ort, an dem Gott wohnt

Ausgangspunkt dafür ist ein Gebet, das so lauten kann: «Jesus, ich will nicht länger mir selbst gehören. Du hast für mich den Tod am Kreuz erlitten und bist vom Tod auferstanden. Ich vertraue darauf, dass du mir meine Fehler vergibst und mir neues Leben schenkst, nach dem ich mich sehne.» Wer so mit Gott und mit seinem Sohn Jesus Christus spricht, der wird tatsächlich zu einem heiligen Ort, zu einem Tempel. Denn durch ein solches Gebet wird er zu einem Ort, an dem Gott wohnt.

Dieser Beitrag erschien im August 2020 auf Livenet.

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Thema
Menschen stellen sich Gottes Wohnung überwältigend und einzigartig vor (Symbolbild)

Von Menschen und Tempeln – Wo Gott wirklich wohnt

Die Wohnung Gottes – viele stellen sie sich überwältigend und einzigartig vor. Doch Gott geht es nicht um Protzbauten. ...

Thema
Christen Glauben an die Wiedergeburt durch den Heiligen Geist (Symbolbild)

Nachgeforscht – Glauben Christen an Reinkarnation?

Haben wir schon mal gelebt? Werden wir wiedergeboren und bekommen die Option, noch mal alles besser zu machen? ...

Thema
Soheil hatte während seiner Covid-Erkrankung eine Vision von Jesus (Symbolbild)

Neues Leben durch Traum – Wie Gott Soheil durch Träume den Weg gewiesen hat

Soheil kommt aus dem Iran und ist seit neun Jahren in Deutschland. Mit Reden Gottes in Träumen verbindet er besondere ...

Thema
Menschen am Sitzen und Spazieren

Die unumkehrbare Logik – Sitzen – Wandeln – Widerstehen

Der – zu Unrecht fast vergessene – chinesische Autor Watchman Nee hat mit «Sit-Walk-Stand» einen höchst aktuellen ...

Thema
Peter Tauber

Vom früheren CDU-Generalsekretär – «Wer Fehler vermeidet, kommt nicht voran»

Peter Tauber war Generalsekretär der CDU und von 2009 bis 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages. Aus Erfahrung kann ...

Thema
Nick Shakoour

Nick Shakoour – «The Chosen»-Darsteller: «Ich traf Gott»

Am Set von «The Chosen» geht es um Jesus und was er für Menschen tat. Plötzlich wurde einer der Schauspieler von Grund ...

Thema
Bitte wenden

Bitte wenden!? – Kein Satz, den ich gerne höre

Für Andreas Schneider ist eine Kehrtwende von einer peinlich berührenden Angelegenheit zu einer täglichen Chance ...

Thema
Jan von Büren erlebte ein lebensveränderndes Gebet

Jan von Büren – Das Leben hat mehr zu bieten

Jan von Büren kennt Gott zwar schon, als er vor zweieinhalb Jahren auf der Partymeile Mallorcas gebetsfreudigen ...

Thema
Niko erwartete nicht eine solche Diskussion.

Keine langen Vorreden – Ein unhöflicher Gesprächspartner

Niko kam spät abends – fast, als wenn er sich schämte. Er suchte eigentlich nur eine gute Diskussion, aber sein ...