Das magische Auge – Wie man Gott «sehen» kann

Wo ist Gott in dem Geschehen um uns herum? Hat er sich zurückgezogen? Kann man überhaupt etwas von ihm sehen, oder muss man einfach «blind» an ihn glauben, weil das so verlangt wird?

Wo ist Gott in dem Geschehen um uns herum? Hat er sich zurückgezogen? Kann man überhaupt etwas von ihm sehen, oder muss man einfach «blind» an ihn glauben, weil das so verlangt wird?

Vor Jahren waren sie Mode und haben manchen verblüfft: die bunten 3D-Bilder mit dem «magischen Auge». Wenn man so ein Bild anschaut, sieht man nichts als farbige Muster: schön anzusehen, aber ohne grösseren Sinn. Dann wird man aufgefordert, das Auge anders einzustellen – leicht auf Unschärfe, das Bild locker anzuschauen. Ein wenig Geduld, ein wenig Übung – und plötzlich geschieht das Magische: In dem wirren Muster ist ein echtes Bild in 3D erkennbar. Das Durcheinander macht plötzlich Sinn.

Das Bild hinter dem Bild

Das Ganze hat mit Magie nicht viel zu tun, aber sehr viel mit unserer Fähigkeit, dreidimensional zu sehen. Hinter der vordergründigen Wirklichkeit und der Masse an Informationen und Bildern, die wir jeden Tag aufnehmen, steht eine andere Wirklichkeit.

Die sieht man aber nicht so einfach, sondern man muss das Auge daran gewöhnen. Wer platt auf die vordergründige Wirklichkeit starrt, sieht nur ein wirres Muster. Wie an einem Fernglas oder einem Objektiv muss man die Tiefenschärfe einstellen, bis man das sieht, was hinter der sichtbaren Wirklichkeit liegt.

Die Logik der Schöpfung

Gott wäre eigentlich erkennbar. Die Bibel sagt, dass in der Schöpfung seine Weisheit und Grösse sichtbar ist (Die Bibel, Römerbrief, Kapitel 1, Vers 20). Seine Spuren sind überall. Aber es braucht die Bereitschaft, ihn zu erkennen – quasi die «Tiefenschärfe der Schöpfung» auszuloten. Die Logik der Natur – von der DNA bis hin zu den Planeten – deutet in allem auf jemanden hin, der sich alles ausgedacht hat. Aber er drängt sich nicht auf; der Schöpfer will offenbar nicht mit Zwang, sondern freiwillig erkannt werden. Aber er verspricht: «Wer mich sucht, von dem werde ich mich finden lassen» (2. Buch der Chronik, Kapitel 15, Vers 4).

Liebe auf den zweiten Blick

«Was kein Auge gesehen hat, was kein Ohr gehört hat und was in keines Menschen Herz je aufgestiegen ist, das hat Gott für die parat, die ihn lieben», sagt die Bibel – und das gilt nicht, wie viele meinen, erst für den Himmel. Wissenschaftler wissen: Jeder Gegenstand, den man erforschen will, braucht seinen eigenen Zugang und sein eigenes «Werkzeug», und man muss sich auf diesen Gegenstand einlassen. Wer Gott liebt, der wird ihn erkennen und Dinge «sehen», die dem normalen menschlichen Denken verschlossen sind. Und wer Gott so erkennt, wird ihn erst recht lieben. Das «Instrument», mit dem Gott erkannt wird, ist also Glauben und Liebe.

Gott wird endgültig sichtbar

In Jesus wurde Gott sichtbar. «Wer mich sieht, sieht den Vater», sagte Jesus. Wenn wir wissen wollen, wie Gott ist, sollen wir Jesus anschauen und studieren. Er stellt Gott vor, wie ihn schon die Menschen des Alten Testaments kannten – barmherzig, geduldig, von grosser Güte, aber auch voll Gnade und Wahrheit. Und auch Jesus zwingt uns Gott nicht auf; er hat viel in Gleichnissen gesprochen und das Reich Gottes als «hinter den Dingen liegende Realität» beschrieben. «Wer meinen Willen tut, der wird erkennen, dass ich von Gott gesandt bin», hat er gesagt. Wer sich auf Jesus einlässt, wird eine lebendige Beziehung zu Gott bekommen und ihn immer mehr und immer schärfer erkennen.

Das Durcheinander bekommt Sinn

Damit wird die Linie klar: Gott öffnet sich dem, der ihn sehen will. Er zwingt sich nicht auf und will nicht unsere Nerven, sondern unser Herz. Er wurde in Jesus sichtbar und berührbar. Und wer sich für Jesus öffnet, wird Gott erkennen, wie er wirklich ist. Und das bedeutet letztlich: Das Durcheinander unserer Welt bekommt eine neue Tiefenschärfe und damit Sinn – durch den, der dahinter sichtbar wird.

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