Faktencheck Christentum – Wer A sagt, muss auch B sagen

Wissenschaft und Evolution werden von vielen als unzertrennbar angesehen. Dabei wurden die Weichen für die Wissenschaft Jahrhunderte vor Darwin gelegt. Ein Faktencheck mit Kurt Beutler.
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Was sagt die Bibel dazu?

Was die Welt vorwärtsgebracht hat, ist die Wissenschaft. Und die Wissenschaft ist fundamental auf den Prinzipien der Evolution gegründet. Das kann niemand bezweifeln, ausser ein paar fromme Bibelfanatiker, die gar nicht an echter Wissenschaft interessiert sind, sondern den Forschern eine Zwangsjacke auferlegen wollen.

So oder ähnlich denkt die moderne Welt. Doch hält diese Überzeugung einem seriösen Faktencheck auch stand? Darwin, der Vater der Evolutionstheorie, wurde erst 1809 geboren. Der wissenschaftliche Aufbruch, welcher die Welt verändert hat, begann aber schon Jahrhunderte zuvor. Wenn die Evolutionslehre als grundlegend für die Entstehung der Moderne dargestellt wird, dann ist das bestenfalls ein grober Irrtum, schlimmstenfalls eine bösartige Lüge. Doch weshalb hat die Evolutionstheorie es nötig, mit fremden Federn geschmückt zu werden?

Mit fremden Federn schmückt sich nur, wer keine eigenen hat. Doch wem gehören denn die Federn rechtmässig? Wer hat die Wissenschaft ausgerechnet im kleinen Europa bleibend ins Rollen gebracht, während der Rest der Welt über Jahrtausende höchstens zeitlich begrenzte Hochkulturen zustande brachte, welche kaum bleibende Veränderungen bewirkten?

Weder Aufklärung noch Renaissance

War es die Aufklärung? Mit diesem aufgeblasenen Titel bezeichnet man die Philosophen des 18. Jahrhunderts, also kurz vor Darwin. Der Titel ist deswegen unpassend, weil er suggeriert, dass alle früheren Denker «unaufgeklärt», d.h. wie Kinder gewesen wären, die von Tuten und Blasen keine Ahnung hatten. Und das ist in keiner Art und Weise Realität. Denn es waren auch nicht jene Philosophen des 18. Jahrhunderts, welche die Wissenschaft ins Rollen brachten. Deren Ursprung geht noch viel weiter zurück.

Gehören die Federn, die moderne Wissenschaft erfunden zu haben, etwa der Renaissance? Tatsächlich hat die Renaissance nicht nur Kunst hervorgebracht, sondern auch verlorene Erkenntnisse aus altgriechischer Zeit wieder ausgegraben und bald schon übertroffen. Doch die Menschen jener Zeit waren in erster Linie an Kunst und Ruhm, aber kaum an Wissenschaft interessiert. Zudem litt sie an miserabler Moral. Genau wie die römische und altgriechische Welt führte auch die Renaissance nicht zu einem bleibenden Aufbruch, ganz einfach, weil sie auf falschen Motiven gründete. Sie verlor sich selbst in masslosem Luxus, Festen und Kunstwerken, überforderte sich zudem im gnadenlosen Konkurrenzkampf. Irgendeinmal gingen ganz einfach die Mittel aus.

Es war übrigens keineswegs die Renaissance, welche die griechischen Philosophen entdeckte. Erstaunlicherweise hatten diese schon während des gesamten Mittelalters fast religiösen Respekt genossen. Ihre Aussagen wurden für unantastbar und wahr gehalten, wie es eben in Ehrenkulturen der Fall ist. Neuerungen wurden geradezu für bösartig gehalten, denn welcher Besserwisser wollte die Giganten Aristoteles und Platon in Zweifel ziehen? Gerade die grenzenlose Verehrung der altgriechischen Philosophen war lange Zeit das Haupthindernis für die Entwicklung echter Wissenschaft.

Priester und Mönche stellten die Weichen

Tatsächlich müssten die Pfauenfedern den Priestern und Mönchen gegeben werden, welche als erste den Mut hatten, zu beweisen, dass die altgriechischen Philosophen in manchen Punkten irrten. Von da an war der Weg offen zu echter empirischer Wissenschaft. Die entscheidenden Weichenstellungen geschahen ausgerechnet im verachteten Mittelalter, lange bevor Darwin, Kant und Voltaire überhaupt das Licht der Welt erblickten.

Die einzigartige Entstehung der modernen Wissenschaft in Europa ist kein Zufall. Der kleine Kontinent hat seine erstaunliche, weltverändernde Rolle letztlich dem Christentum zu verdanken. Die Weichen wurden bereits im Mittelalter gestellt, als es alle späteren Bewegungen noch gar nicht gab.

Evolution vs. Ethik

Wer von dieser Aussage noch nicht genug überrascht ist, der mag noch weiterlesen. Wenn wir die Evolution mit der Wissenschaft verknüpfen, dann wird das langfristig sehr kontraproduktiv. Die Exaktheit, die absolute Liebe zur Wahrheit, die Ehrlichkeit und Fairness, welche unbedingte Voraussetzungen zu echter Wissenschaft sind, werden langfristig nur aus christlichen Motiven bewahrt bleiben. Wer an die Evolution glaubt, hat absolut keinen Grund, moralisch zu handeln. Die Evolution lehrt, dass der Stärkere den Schwächeren ausrotte, und dies wird für gut gehalten. Nur so könne die Menschheit sich vorwärts entwickeln. Das heisst, moralische Bedenken erscheinen bei einer solchen Überzeugung nur als Hindernisse auf dem Weg zum Erfolg. Ungeborene, Behinderte, Kranke und Andersdenkende können problemlos ausgemerzt werden, denn sie haben in sich keinen Wert.

Wer A sagt, muss auch B sagen. Eine Kultur, die Evolution sagt, wird früher oder später auch jede Ethik über Bord werfen. Man kann nicht zwei Herren zu gleich dienen. Entweder man hängt dem Einen an oder dem Anderen. Wenn Sie am ersten Tag die Prinzipien der Evolution erklären, können Sie nicht am zweiten Tag die Gleichwertigkeit der Menschen propagieren. Natürlich kann man allgemeine Menschenrechte, Demokratie und Sozialstaat vordergründig humanistisch begründen, doch wie lange? Reiner Humanismus wird unweigerlich auch von den dunklen Seiten des Menschen beeinflusst werden, von Neid, Hass, Egoismus und Verachtung Anderer. Wenn der Mensch das Mass aller Dinge ist, dann gibt es keinen Grund, wieso man sich nicht von diesen Gefühlen leiten lassen sollte, die ganz natürlich zu jedem Menschen kommen. Wenn der Mensch es fertigbrachte, zeitweise sogar die christliche Kirche entgegen den Worten und dem Vorbild von Jesus als einen mordenden Machtapparat zu missbrauchen, wieviel schlimmer wird es dann ohne die Bibel herauskommen?!

Der Mensch ist das Problem, nicht die Lösung. Darum ist Humanismus langfristig ein gefährlicher Irrtum.

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