Werdet wie die Kinder

Kinder wissen, dass sie das zum Leben wirklich Notwendige von ihren Eltern bekommen. Sie sorgen sich nicht. Kinder sind hemmungslos ehrlich und sie gehen auf jeden offen zu, wenn sie noch keine schlechte Erfahrungen gemacht haben. «Werdet wie die ...

Kinder wissen, dass sie das zum Leben wirklich Notwendige von ihren Eltern bekommen. Sie sorgen sich nicht. Kinder sind hemmungslos ehrlich und sie gehen auf jeden offen zu, wenn sie noch keine schlechte Erfahrungen gemacht haben. «Werdet wie die Kinder», sagt Jesus in der Bibel. Dieser Ratschlag hat mehrere Aspekte.

Jesus nahm die Kinder sehr ernst - zu einer Zeit, als den meisten von ihnen wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde. Jesus fügte noch an: «Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.» Was meinte er mit diesem Satz? Er sagte ihn zu seinen engsten Freunden, als sie sich über ihre Rangordnung stritten. Dabei stellte er ein Kind in die Mitte. «Wer es auf sich nimmt, vor den Menschen so klein und unbedeutend dazustehen wie dieses Kind, ist in der neuen Welt Gottes der Grösste», sagte Jesus zu seinen ehrgeizigen Jüngern.

Warum also sollen wir werden wie die kleinen Kinder? Was ist das Besondere an ihnen? Ist es etwa die besondere Unschuld und Reinheit von kleinen Kindern? Sicherlich nicht, denn kleine Kinder können auch ganz bösartig sein. Was ist es also dann? Es geht Jesus um den Kontrast zwischen Ehrgeiz und Eifersucht seiner Jünger, die nur nach Grösse, Stärke und Belohnung schielen, ihr Leben immer noch nur an ihren eigenen Fähigkeiten orientieren und sich das Reich Gottes immer noch selbst verdienen wollen.

Jesus setzt etwas voran: «Wenn ihr nicht umkehrt...» Er legt den Finger auf einen entscheidenden Punkt. Leben mit Gott, mit Weisheit und Kraft von oben - wer möchte das nicht? Aber umkehren, die eigenen Verhaltensmuster hinterfragen, zurücklassen und neu anfangen - wie ein Kind, abhängig vom Vater im Himmel?

Schwach und Hilfsbedürftig

Dass kleine Kinder schwach und hilfsbedürftig sind, ist offensichtlich. Sie sind unfähig, all die Dinge zu erledigen, die ihre Eltern füur sie tun. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als die Hilfe ihrer Eltern als Geschenk anzunehmen. Das wissen sie auch und deshalb versuchen sie gar nicht erst, eigene Stärke zu beweisen.

Bedürfnis nach Liebe

Kinder können ohne Liebe nicht leben. Wie oft kommen Kinder zu ihren Eltern und sagen ihnen, dass sie sie lieb haben? Gerade dann, wenn es einmal einen Streit gegeben hat, kommen sie nach einer Weile an und möochten wissen, ob ihre Eltern ihnen noch böse sind. Wie wichtig ist es für sie zu wissen, dass ihre Mutter und ihr Vater sie wieder lieb hat.

Bedingungsloses Vertrauen

Kinder vertrauen ihren Eltern völlig. Wenn ihr Vater Ihnen etwas gesagt hat, dann ist es für sie unumstössliche Wahrheit. Sie machen sich dann keine Sorgen darum, ob das auch wirklich eintritt. Sie Vertrauen, dass ihr Vater es gut mit ihnen meint, ganz ungeheuchelt und sie machen sich keine Gedanken darüber, was wäre, wenn er sie im Stich lassen würde. Deshalb müssen Eltern darauf achten, dass dieses kindliche Vertrauen nicht durch Versprechungen zerstört wird, die sie später nicht einhalten können. Denn das Vertrauen in Gott hängt später in einem hohen Masse davon ab, inwieweit ein Kind seinen Eltern vertrauen konnte.

So zu werden wie die Kinder. Es geht dabei um innere Haltungen und Einstellungen, die wir uns wieder angewöhnen sollten, wenn wir sie verlernt haben: ein anspruchsloseres Denken; ein Akzeptieren unserer Schwachheit und Hilfsbedürftigkeit gekoppelt mit der Bereitschaft, uns von Gott beschenken zu lassen; eine stärkere Orientierung an unserem meist tief vergrabenen Bedürfnis nach Liebe; und schliesslich ein bedingungsloses Vertrauen in Gottes Versprechungen.

So sind Kinder

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