Wo jeder eine Chance hat – Wer ist der Grösste?

Im Moment kommen und gehen sie, werden hochgejubelt und verschwinden wieder – die Grossen und die Berühmten. Kaum ist der eine gegangen, kommt der nächste. Die Medien kommen fast nicht nach. Und irgendwann wird man auch leicht müde.
Unsplash / Jonathan Chng
Wer ist der Schnellste?

Als Normalsterblicher schaut man sich das Karussell der Berühmtheiten an, und mancher fragt sich: «Und ich?» Sollte nicht jeder mal seine Viertelstunde haben, in der er oder sie im Rampenlicht steht? Wie wär's mit «Top-Talent» oder «Superstar»?

Unsere Gesellschaft lebt von «Celebrities». Und für viele ist es wirklich ein Ziel, mal im Rampenlicht zu stehen und nur noch bewundert zu werden. Unglaubliches wird geleistet, um nicht nur «Likes» auf Facebook zu kriegen, sondern mal in die Schlagzeilen zu kommen.

Uralter Kampf

Der Kampf darum, wer der Grösste ist, ist uralt. Da war eine Gruppe von Männern, bunt zusammengewürfelt und von einem einzigen Mann berufen, den sie alle bewunderten. Aber unter sich stritten sie darum, «wer der Grösste ist» (nachzulesen in der Bibel, Markus-Evangelium, Kapitel 9, Verse 33-37). Ihr Führer, Jesus, hatte das bemerkt – vielleicht mit einem leichten Schmunzeln. Aber er wusste: In seiner neuen Welt wird praktisch alles, was bei uns wichtig ist, auf den Kopf gestellt. Darum setzte er sich hin, schaute seine Genossen an und erklärte ihnen: «Wer der Grösste sein will, der soll sich allen anderen unterordnen und ihnen dienen.» Und dann nahm er ein Kind, umarmte es, stellte es in ihre Mitte und ergänzte: «Wer solch ein Kind mir zuliebe aufnimmt, der nimmt mich auf. Und wer mich aufnimmt, der nimmt damit Gott selbst auf, weil Gott mich gesandt hat.»

Der Grösste liebt das Kleinste

Die Männer waren geschockt – nicht nur, weil er sie durchschaut hatte, sondern weil hier wieder einmal ihr normales Verhalten total auf den Kopf gestellt wurde. Statt immer darum zu kämpfen, wer in der Gruppe der Beste ist, stellt Jesus einen ganz anderen Massstab auf – und dieser Massstab gilt vor Gott! Stell dir vor: Gott, der Grösste – der Schöpfer von allem – ist nicht beeindruckt von Menschen, die sich nach oben kämpfen. Sondern – und das ist nicht nur ein Wortspiel, sondern die Realität von Gottes neuer Welt – es gilt: «Wer der Grösste sein will, soll allen dienen.» Als Jesus, der Schöpfer des Universums, sich hinsetzte und seinen Männern die Füsse wusch, demonstrierte er genau diese Haltung. 

Gott schaut hinter die Kulisse

Versuch mal, das ganz ernst zu nehmen: Der Zirkus der Berühmtheiten geht an Gott ziemlich vorbei. Aber ein Mensch, der dient und sein Leben für andere – Kinder oder Schwache – einsetzt, wird von ihm wie «der Grösste» angeschaut und behandelt. Welch eine Umwertung aller Werte! Und: Welche Chance für dich, in den Augen Gottes ein echter VIP zu sein!

Eine Sekunde nach dem Sterben

Es ist eigentlich verrückt: Eine Sekunde nach dem Sterben gelten total andere Gesetze. Wer hier sein ganzes Leben drangesetzt hat, berühmt oder anerkannt zu werden, wird dann – wenn nach der Aussage der Bibel das eigentliche Leben erst beginnt – vielleicht gar nichts mehr gelten. Und andere, die es nie in die Schlagzeilen der Medien geschafft und es auch nicht unbedingt auf viele «Likes» abgestellt haben, werden ins Rampenlicht gestellt und – vielleicht staunend und blinzelnd – feststellen, wie anders die Massstäbe von Gottes neuer Welt sind.

Talent ist gut. Aber Gott beurteilt nicht Talent, sondern unsere Einstellung. Wenn du Jesus nachfolgst und Menschen dienst, hast du die Chance, bei Gott einmal unter den ganz Grossen zu sein. Und das für mehr als nur eine Viertelstunde!

Dieser Artikel erschien im Juni 2015 auf Jesus.ch.

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