Kapitulation – Wenn wir den Kampf gewinnen wollen

Manchmal fängt eine Geschichte mit Gott im Kleinen an, ganz unscheinbar. Und bringt doch grosse Veränderung…

Manchmal fängt eine Geschichte mit Gott im Kleinen an, ganz unscheinbar. Und bringt doch grosse Veränderung…

Es ist Samstagabend, ich bin im Jugendkreis. Nach dem Input trinken wir gemeinsam Tee, im Hintergrund läuft Musik. Ich bin in einem Gespräch, dabei fällt mir während einer kurzen Gesprächspause der Liedtext auf, den man im Hintergrund hört: «Like a mighty storm, stir within my soul, Lord have Your way in me.» Das heisst in etwa: Bring meine Seele in Bewegung wie ein mächtiger Sturm. Herr, wirke du in mir. – Schöner Text, denke ich.

Aufgeben – ein Verlierer?

Rund 24 Stunden vergehen. Mir fällt der Text vom Vorabend wieder ein. Ich komme auf die Idee, das Lied einfach mal bei YouTube zu suchen. Doch wie heisst das Lied eigentlich? Da ich den Titel nicht kenne, gebe ich den mir bekannten Liedtext ein. YouTube zeigt mir den Titel des Liedes an: «I surrender».

Während ich mir das Lied anhöre, frage ich mich, was «I surrender» überhaupt bedeutet. Ich wundere mich über die Übersetzung, denn Google übersetzt «to surrender» mit kapitulieren, aufgeben oder sich ausliefern. Das sind ja Worte, die nicht unbedingt positiv behaftet sind. Ganz im Gegenteil, wer kapituliert, der gibt auf. Der hat keine Kraft mehr. Der ist ein Verlierer.

Also, warum spricht Hillsong in dem Song von Kapitulation? Wen oder was soll ich aufgeben?

Weniger ich, mehr Gott

Nach einigem Überlegen merke ich: Ich kämpfe oftmals meine eigenen Kämpfe. Ich kämpfe für meine Ideen, Vorstellungen und Gedanken. Ideen und Vorstellungen wie Gemeinde oder Jugendkreis, wie meine Zukunft auszusehen hat. Ich führe einen Kampf. Für mich. Und deswegen oft auch gegen Gott. Und genau deswegen ist es notwendig, dass ich meinen Kampf aufgebe. Dass ich aufgebe, für meine Ideen zu leben, und anfange, mehr für Gottes Ideen für mein Leben zu leben.

Ein neues Ja

Genau das ist mir in diesem Moment klar geworden. Mich hat der Song «I surrender» gepackt. Am Sonntagabend, kurz vor dem Zu-Bett-Gehen, zeigte Gott mir also, dass ich meine Kämpfe aufgeben muss. Und dann konnte ich nochmal ganz neu «Ja» zu Gott und seinen guten Ideen für mein Leben sagen. Als Christ, als Jugendkreisleiter, als Freund, als Sohn, als ganzer Mensch möchte ich mich gebrauchen lassen von Gott.

Denn um sagen zu können «Lord, have Your way in me» – das wird mir jetzt auch beim Schreiben bewusst –, muss ich kapitulieren. Ich muss meinen Kampf aufgeben und beginnen, den Kampf gemeinsam mit Gott zu kämpfen. Denn nur mit diesem göttlichen Segen kann ich den Kampf gewinnen. Nur so kann Gott mich gebrauchen. Nur so kann Gott durch mich wirken.

Ja, Jesus. Ich kapituliere.

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