Klassenzimmer-Dilemma – Wenn es scheint, als ob Jesus neben mir liegt – und fest schläft

Sobald ein Mensch zum Glauben an Jesus Christus kommt, befindet er sich im «Klassenzimmer-Dilemma». Auf der einen Seite liest er die vielen Versprechen Gottes in der Bibel – auf der anderen Seite muss er in seinem Leben oft grosse Probleme meistern.

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verzweifelter Mann

Sobald ein Mensch zum Glauben an Jesus Christus kommt, befindet er sich in der «Klassenzimmer-Dilemma». Auf der einen Seite liest er die vielen Versprechen Gottes in der Bibel – auf der anderen Seite muss er in seinem Leben oft grosse Probleme meistern. Oft erkennen wir nicht, dass Gott unsere alltäglichen Herausforderungen als Lernsituation für uns gebraucht, als unser Klassenzimmer.

Viele sind sich diesem Spagat nicht genau bewusst, aber sie wissen, dass sie sich irgendwie in einem Konflikt befinden. Sie versuchen, die Herausforderungen in ihrem Leben zu erklären und schieben die Schuld auf dieses oder jenes. Doch letztlich liegt dies ganz einfach am Klassenzimmer-Dilemma. Was genau ist das? Ganz einfach. Christen fragen sich: Warum werden meine Gebete scheinbar nicht beantwortet, warum bleiben meine Träume nur Träume und warum verändert sich meine Situation nicht? Daraus folgt Frust, Verwirrung, Enttäuschung und Bedauern, und obwohl sie theoretisch viel Ermutigendes hören, wird das in ihrem Leben nicht Realität.

Sturm, Wellen – und Jesus schläft

Im Markusevangelium, Kapitel 4, Verse 35 bis 41 befinden sich die Jünger gemeinsam mit Jesus in einem Boot, als die Wellen wortwörtlich ins Boot schwappen. Angst macht sich breit – und Jesus schläft auf dem Heck. Viele werden hier vermutlich gewisse Parallelen zum eigenen Alltag erkennen. Theoretisch wissen wir, dass Jesus bei uns ist, aber es scheint so, dass er tief und fest schläft, während wir scheinbar untergehen. Ein anderes Beispiel aus Johannes, Kapitel 2: Jesus, seine Mutter und seine Jünger sind an einer Hochzeit, als der Organisator Jesu Mutter erzählt, dass der Wein knapp wird – wieder ein Klassenzimmer-Dilemma. Jesus ist an der Hochzeit, die Jünger sind da, aber es gibt keinen Wein und der Organisator weiss nicht weiter.

Unser Klassenzimmer

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Weisheit, Sorgen, Fähigkeit

Auch in unserer Welt, sei es in der Politik, in Kirchen, Familien, Schulen, Gemeinschaften und Korporationen sehen und hören wir von diesem Dilemma. Christen haben überall finanzielle, emotionale, körperliche oder geistliche Probleme. Viele von ihnen sprechen über ihre Probleme, viele sind sich bewusst, dass Jesus mit im Boot sitzt, aber es fühlt sich einfach so an, als sei er am Schlafen. Wir beten, wir beschliessen Dinge, wir zitieren die Bibel, aber unsere Situation ändert sich nicht. Wir suchen, aber wir finden nicht; wir beten, aber bekommen keine Antworten; wir sagen Dinge voraus, die dann aber nicht geschehen. Dann fangen wir an, uns zu beschweren, weinen, sprechen mit Freunden oder suchen anderswo Rat – aber es verändert sich einfach nichts. Und an dem Punkt geben viele Menschen auf, weil sie den tieferen Sinn hinter dem Klassenzimmer-Dilemma nicht verstehen.

Der tiefere Sinn

Weisheit ist die Fähigkeit, eine Situation zu durchschauen, das Unsichtbare inmitten des Unvermeidbaren zu erkennen. Vielen Christen fehlt diese Weisheit, aber Jakobus 1 fordert uns auf, dass wir Gott um Weisheit bitten sollen, er wird uns diese schenken.

Was uns Christen passiert, ist, dass wir die Situationen oder das Klassenzimmer nicht mögen, das unser Lehrer Jesus für uns gewählt hat, um uns weiser, reifer und vollständiger zu machen. Dieses Schulzimmer ist manchmal unsere Ehe, finanzielle Probleme, eine ausbleibende Beförderung, rebellische Kinder, familiäre oder gesundheitliche Probleme… Jesus nutzte das Boot im Sturm als Lernsituation für die Jünger, und er braucht unseren Alltag und unsere Herausforderungen als Lernsituationen für uns, als unser Klassenzimmer.

Die Methoden des Lehrers

Doch warum wird das zu einer Kontroverse? Wir erkennen nicht, wer es ist, der uns da ausbildet und ausrüstet, um uns später zu brauchen. Ein guter Ruf folgt einem Lehrer, nicht der Methode, die er nutzt. Und Jesus hat den besten Ruf überhaupt. Das Klassenzimmer vom Apostel Paulus finden wir im 2. Korintherbrief, bei Mose brauchte Gott die Wüste, Davids Klassenzimmer war seine Schafherde und Josefs Schulzimmer ein Brunnen, ein Palast, ein Gefängnis und eine Beförderung.

Wenn wir uns an unserer Lernsituation aufhalten und durch unser Klassenzimmer zu Fall kommen, verpassen wir unseren Lehrer und das, was er uns dadurch beibringen möchte. Ich bete dafür, dass Sie vom Klassenraum-Dilemma nicht verwirrt werden.

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