Die Frau am Brunnen – «Wenn du wüsstest, wer ich bin…»

Als Jesus am Jakobsbrunnen eine Samariterin trifft, begegnet diese ihm nicht respektvoll, sondern vielmehr abwertend und spöttisch. Doch Jesus bietet ihr trotzdem das an, was ihr Leben verändert und auch uns durch schwere Zeiten tragen kann.
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Die Frau am Brunnen, in der Serie «The Chosen» dargestellt von Vanessa DeSilivo

Als Jesus am Jakobsbrunnen eine Samariterin trifft, begegnet diese ihm nicht respektvoll, sondern vielmehr abwertend und spöttisch. Doch Jesus bietet ihr trotzdem das an, was ihr Leben verändert und auch uns durch schwere Zeiten tragen kann.

Wir leben in einer unglaublichen Realität: Egal, was Sie gerade durchmachen, egal, was gerade in Ihrem Leben abgeht, es besteht immer die Möglichkeit, wieder neu erfüllt zu werden. Vielleicht haben Sie eine harte Zeit hinter sich? Oder ein hartes Leben? Ich bin ganz ehrlich: Für mich war die letzte Woche sehr stressig. Es war eine dieser Wochen, in denen ich mich daran erinnern muss, wer ich bin – selbst Pastoren müssen das tun!

Der spöttische Ton

Solche Momente erinnern mich immer an die Geschichte von Jesus mit der Frau am Brunnen (nachzulesen im Johannesevangelium, Kapitel 4). Ich kann mich völlig mit ihr identifizieren. Die Frau am Brunnen war Samariterin. Wussten Sie, dass die Samariter glaubten, sie seien besser als die Juden? Samariter waren Nachkommen Josefs, sie waren halb ägyptisch und halb jüdisch. Jesus fragt die Frau: «Gibst du mir etwas zu trinken?» und sie antwortet: «Nein, ich kann nicht». Als Jesus dann sagt: «Wenn du wüsstest, was ich habe, dann würde ich dir zu trinken geben», antwortet sie spöttisch: «Du hast ja noch nicht einmal einen Eimer zum Schöpfen…»

«Wenn du wüsstest…»

Das sagt sie nicht im freundlichen Ton, wie es viele interpretieren, wenn sie die Geschichte erzählen. Nein, sie sagt das abwertend: «Du hast ja noch nicht einmal einen Eimer!» Und dann fährt sie fort: «Deine Vorfahren sagen, wir müssen in Jerusalem anbeten, aber wir beten auf diesem Berg an!» Damit erklärt sie letztlich: «Du liegst falsch, Jesus! Wir beten auf diesem Berg an, wir haben das Recht, mit Gott zusammen zu sein.»

Sie hat keine Ahnung, wer Jesus ist. Und was antwortet Jesus? «Wenn du wüsstest, wer ich bin, dann würdest du mich bitten und ich würde dir lebendiges Wasser geben.» Und sie fragt ihn: «Woher bekommst du dieses Wasser?» Dann beginnt er, ihr komplettes Leben vor ihr auszubreiten, bis sie an den Punkt kommt, an dem sie glaubt, dass er wirklich der ist, der er zu sein behauptet.

Erfüllung in schweren Zeiten

Manchmal fühle ich mich wie diese Frau. Ich habe das Gefühl, dass Jesus vor mir steht und sagt: «Wenn du wüsstest, wer ich bin…»

Und ich möchte Sie ermutigen, dass Sie sich daran erinnern, wenn Sie einen harten Tag erleben. Jesus steht vor Ihnen und sagt: «Wenn du wüsstest, wer ich bin, dann würdest du zulassen, dass ich dich erfülle, dass ich dein Herz überfliessen lasse mit Quellen des lebendigen Wassers.»

Brauchen Sie das heute? Dann beten wir doch gemeinsam: «Lebendiges Wasser, Gott, wir bitten dich um lebendiges Wasser, das in uns sprudelt. Wir sagen einfach, dass wir wissen, wer da vor uns steht. Wir versuchen nicht, dir zu sagen, wer du bist, Jesus. Wir wollen mit deiner Gegenwart, mit deiner Ehre, mit deiner Güte erfüllt werden. Ich bete, dass dieses Wasser in diesem Moment in Ihnen hervorsprudelt. Amen.»

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