Jesus, der Hirte – Ganzer Einsatz für das Leben

Sich selbst bezeichnete Jesus als «guten Hirten». Was meinte er damit? Es ging ihm dabei nicht um seinen Beruf oder darum, wie Tiere zu hüten sind.
Unsplash / Patrick Schneider
Ein Hirte der sein Leben für seine Herde lässt, ist ein «guter Hirte»

Jesus verbrachte viel Zeit damit, den Menschen zu erklären, wer Gott ist und was seine Absichten sind. In der Bibel heisst es: «Er lehrte das Volk.» Das tat Jesus nicht mit komplizierten Ausführungen, sondern indem er immer wieder Bilder und Vergleiche benutzte. Diese waren aus Alltagsbereichen wie Ackerbau, Ernährung, damaligen Berufen und Herrschaftsverhältnissen.

Einmal sagte Jesus über sich selbst: «Ich bin der gute Hirte.» (Die Bibel, Johannes-Evangelium, Kapitel 10, Vers 11) Heute ist der Beruf des Hirten in unseren Breiten nahezu ausgestorben. Würde Jesus heute lehren, würde er sich vielleicht mit Polizeibeamten, Pflegekräften, Erziehenden, Mentoren oder Trainern vergleichen.

Kein beschaulicher, sondern ein harter Job

Mit dem Blick von heute mag der Beruf des Hirten naturverbunden und beschaulich erscheinen, doch tatsächlich war (und ist) es ein harter Job: Hirten zogen umher, hatten meist kein festes Zuhause und waren die meiste Zeit draussen, oft auch nachts. Entweder lebten sie am Rand des Dorfes, um die Tiere verschiedener Besitzer eines Ortes zu hüten, oder sie zogen wie Nomaden umher. Den meisten Hirten gehörte die Herde nicht, um die sie sich kümmerten. Hirten waren zwar wichtig, aber sie hatten kein hohes Ansehen. – Ein Traumberuf sieht anders aus. Da ist nichts von Hirten-Romantik.

Jesus ist anders

So mancher Hirte war bei Gefahr nicht bereit, die Tiere seiner Herde zu beschützen und sich damit selbst in Gefahr zu bringen, wenn es nicht seine eigenen Tiere waren. Von diesen bezahlten, fremden Hirten, setzte sich Jesus ab, als er sagte: «Ich bin der gute Hirte. Ein guter Hirte setzt sein Leben für die Schafe ein. Ich aber bin der gute Hirte und kenne meine Schafe, und sie kennen mich; genauso wie mich mein Vater kennt und ich den Vater kenne. Ich gebe mein Leben für die Schafe.» (Johannes-Evangelium, Kapitel 10, Vers 11,14-15).

Um es im Bild des Hirten auszudrücken: Jesus weiss um die Gefahren und Gefährdungen, denen jeder Mensch gegenübersteht: Verlorenheit. Schuld. Das eigene Leben nur für sich zu leben. Ein Leben ohne Sinn und Bedeutung. Die Angst vor dem Tod und der Ewigkeit. – Da sieht Jesus nicht tatenlos zu, sondern handelt unter Einsatz seines Lebens.

Jesus ist gekommen, um sein Leben zu geben

Denn um eines ging es Jesus ganz bestimmt nicht: sein «eigenes Ding» zu machen. Alles drehte sich darum, wie er die Menschen mit seinem Vater im Himmel in Verbindung bringt. Genau dafür ging Jesus ans Kreuz. Das war sein «Ja» zu jedem. Das war seine Hingabe.

Der Tod von Jesus am Kreuz war nicht in erster Linie ein Unrecht der Juden oder die Beseitigung eines Unruhestifters, auch wenn das alles eine Rolle spielte. Jesus wäre auch ohne all diese Umstände bereit gewesen, am Kreuz zu sterben, weil es darum ging, jedem Menschen Vergebung und ein neues Leben zu ermöglichen. Jesus war gekommen, um sein Leben zu geben und mit seiner Auferstehung den Tod zu besiegen.

Der grosse Lehrer Paulus beschrieb es mit diesen Worten: «Er hat uns aus der Gewalt der Finsternis befreit, und nun leben wir unter der Herrschaft seines geliebten Sohnes Jesus Christus. Durch ihn sind wir erlöst, unsere Sünden sind vergeben.» (Kolosserbrief, Kapitel 1, Verse 13-14)

Dieser Artikel erschien im November 2021 auf Jesus.ch.

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