Ostern – Was geschah nach dem Tod von Jesus?

Der Offizier und die römischen Legionäre, die Jesus kreuzigten, hatten schon viel Blut gesehen. Aber diese Hinrichtung war anders. Mitten am Tag verdüsterte sich der Himmel, und im Moment, als Jesus starb, bebte die Erde. Dies fuhr den Römern ...

Der Offizier und die römischen Legionäre, die Jesus kreuzigten, hatten schon viel Blut gesehen. Aber diese Hinrichtung war anders. Mitten am Tag verdüsterte sich der Himmel, und im Moment, als Jesus starb, bebte die Erde. Dies fuhr den Römern gewaltig ein: «Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn!» rief der Hauptmann aus (Die Bibel, Matthäusevangelium, Kapitel 27, Vers 54). Verehrer von Jesus nahmen den Leichnam ab und legten ihn in eine Grabkammer vor der Stadt, vor die eine schwere Felsplatte gerollt wurde. Auf Betreiben der Hohenpriester liess der römische Statthalter Pilatus den Zugang versiegeln und rund um die Uhr bewachen. Doch am übernächsten Tag war alles anders: Frauen, die am Ostersonntag in der Morgendämmerung zum Grab kamen, um den Leichnam einzubalsamieren, fanden die Felsplatte weggerollt vor – und die Kammer war leer. Ein Erdbeben hatte die Wache gelähmt. Männer in glänzenden Kleidern sagten den verstörten Frauen, dass sie Jesus nicht unter den Toten suchen sollten; denn er lebe. Kurz darauf erschien Jesus selbst den Frauen. Am selben Tag zeigte er sich mehrfach den Aposteln, die sich aus Angst vor seinen Feinden versteckt hielten. Jesus war auferstanden; er war durch die Kraft Gottes aus dem Tod auferweckt worden und mit seinem Körper in ein unzerstörbares, ewiges Leben eingetreten. Der Apostel Paulus, der wie wenige Christen der ersten Generation über Jesus nachgedacht hat, fasst die Bedeutung des Ostertags in die Worte: «Jesus Christus wurde eingesetzt als Sohn Gottes in Kraft durch die Auferstehung von den Toten» (Römerbrief, Kapitel 1, Vers 4). Mit der Auferstehung beglaubigte Gott den Tod von Jesus als Opfertod des Gerechten: Jesus war nicht wegen seiner Schuld gestorben (was laut der Bibel den Menschen widerfährt), sondern für die Schuld anderer. Darum «war es auch gar nicht möglich, dass der Tod ihn festhalten konnte», wie der Apostel Petrus einige Wochen später erklärte (Apostelgeschichte, Kapitel 2, Vers 24). Der Tod und die Auferstehung von Jesus gehören zusammen. Mit dem Tod wurde die Vergebung von Schuld erwirkt, durch die Auferstehung drang Jesus als Sohn Gottes in die Sphäre des ewigen Lebens vor. Er wurde der Fürst in dieser Sphäre, die mit einer neuen Schöpfung verglichen werden kann, und somit der Herrscher über Tote und Lebende, über die gesamte sichtbare und die unsichtbare Welt. 40 Tage nach Ostern wurde er durch die Himmelfahrt als Herrscher in Gottes Gegenwart eingesetzt. Allen, die an ihn glauben, verspricht Jesus Christus ewiges Leben – Leben in der Qualität der Auferstehung. Seinem Jünger Johannes erschien der Auferstandene Jahrzehnte später und sagte, was niemand sonst von sich sagen kann: «Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit. Ich habe die Schlüssel des Todes und der Totenwelt» (Offenbarung, Kapitel 1, Verse 17-18).  

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