Eine neue Perspektive – Frühstück im Morgengrauen

Sie hatten eine Nachtschicht hinter sich. Als sie erschöpft ankamen, fanden sie ein Frühstück und einen Freund. Das tat gut – und veränderte ihre Perspektive.
Unsplash / Manjunath H P
Gegrillter Fisch

Die ganze Nacht hatten sie gearbeitet. Ohne Erfolg. Peter und seine Freunde waren Fischer, und diese Nacht war auch nicht ein Fischlein in ihre Netze gezappelt. Da rief ihnen der Fremde vom Ufer her zu, sie sollten die Netze auf der anderen Seite des Bootes noch einmal auswerfen. Nach dem Motto «Kann ja nicht schaden» hatten sie es versucht – und nun rissen ihnen die Netze fast, so viel hatten sie gefangen. 153 grosse Fische, das hatte es noch nie gegeben, und daran erinnerte sich Johannes noch Jahrzehnte später, als er die Geschichte aufschrieb.

Der leckere Duft

Und jetzt stand der Mann am Ufer, und der leckere Duft von Fisch, auf dem Kohlenfeuer gebraten, wehte zu ihnen herüber. «Kommt zum Frühstück», rief er ihnen zu. Die Männer wussten: Das kann nur Jesus sein. Und ihnen dämmerte: Als man ihn vor ein paar Tagen getötet , da war seine Geschichte nicht zu Ende, wie sie geglaubt hatten. Jetzt fing sie erst richtig an – in der Morgendämmerung, beim Frühstück am See.

Sie waren völlig verunsichert gewesen. Erst wurde er getötet, ihre Hoffnungen brutal zerstört. Dann sah man ihn plötzlich, dann war er wieder weg – was sollten sie tun ausser dem, was sie am besten konnten? Es schien das Natürlichste, wieder zum Fischen zurückzukehren, von irgendetwas musste man ja leben. Und jetzt plötzlich dieser riesige Fang und das Frühstück. Sie waren verwirrt und wussten nicht, wie sie das alles einordnen sollten. Er stand einfach da und lud sie zum Frühstück ein.

Einer macht sich die Hände schmutzig

Beim Essen wurde nicht viel geredet. Zu viel ging den Männern durch den Kopf. Jesus hatte sich für sie die Hände schmutzig gemacht, Fische aufs Feuer gelegt und dafür gesorgt, dass seine müden Leute etwas zu Essen bekamen.

Offenbar ass er gern mit ihnen. Es dämmerte ihnen: Jesus ist gern mit uns zusammen – mitten in unserem Alltag. Schon am frühen Morgen ist er da.

Die Herrgottsfrühe

Genau das haben Christen in allen Jahrhunderten gelernt. Bis heute glauben sie an einen Gott, der nicht weit weg im Himmel sitzt, sondern mitten in ihrem Alltag die Gemeinschaft mit ihnen sucht und immer wieder sagt: «Kommt, nehmt. Es ist alles bereit.» Am liebsten ist er schon früh am Morgen da und macht ihn zur «Herrgottsfrühe». Und wie ein Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages ist, so kann eine Begegnung mit Jesus am Morgen grundlegend für den ganzen Tag sein.

Es reicht!

Sie wurden satt. Und da lag das volle Netz mit 153 zappelnden grossen Fischen. Das würde lange reichen und auf dem Markt gutes Geld bringen. Das war das andere, das sich ihnen an diesem Morgen unauslöschlich einprägte: Es reicht! Schon früher hatte er sie einmal gefragt: «Habt ihr je zu wenig gehabt?»

Wer mit Jesus lebt, der hat genug. Nicht immer Luxus, aber immer «Brot und Fisch» – oder was auch immer wir zum Leben brauchen. Und das betrifft nicht nur Essen, sondern auch Sinn, Ziel, Liebe und Kraft. Glaube ist nicht zuerst Leistung, sondern immer zuerst Empfangen und Beschenktwerden. Glaube ist, der Einladung Gottes zu folgen, der uns Tag für Tag einlädt: «Kommt, es ist alles bereit» – was für ein gutes Gefühl schon früh am Morgen!

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