Regelmässiges Bibellesen – Warum fällt es häufig so schwer?

Durch die Bibel redet Gott zu uns, führt, ermutigt und ermahnt uns – und baut eine Beziehung zu uns auf. Warum fällt es uns dann oftmals so schwer, regelmässig in der Bibel zu lesen? Hier ein paar Tipps, wie man dagegen angehen kann.
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Kind beim Bibellesen

Durch die Bibel redet Gott mit uns, führt, ermutigt und ermahnt uns – und baut eine Beziehung zu uns auf. Warum fällt es uns dann oftmals so schwer, regelmässig in der Bibel zu lesen? Autor Chris Bolinger hat ein paar Ideen und auch Tipps, wie man dagegen angehen kann.

Immer wieder nehmen sich Menschen vor, die Bibel zu lesen, sei es aus Neugierde, Interesse oder aus der Erwartung, dass Gott auch heute noch durch die Bibel zu Menschen spricht. Doch diesen Vorsatz einzuhalten, ist nicht immer so einfach. Warum fällt es uns eigentlich so schwer, regelmässig in der Bibel zu lesen? Autor Chris Bolinger sieht hierfür fünf Hauptgründe:

1. Wir wollen alles kurz und knapp

Im Zeitalter von Twitter, SMS und einer Überladung an Informationen sind wir gewohnt, kurze Nachrichten zu lesen. Ein etwas längerer Text hat kaum eine Chance. Und wenn wir nicht in den ersten Sekunden das erhalten, wonach wir suchen, gehen wir weiter zum nächsten Text. 

Doch die Bibel wurde nicht in kleinen Häppchen geschrieben, die gut in eine Twitternachricht passen. Sie wurde auch nicht für vielbeschäftigte Menschen geschrieben, die schnelle Antworten zu bestimmten Fragen suchen.

2. Die Bibel ist eine (Lese-)Herausforderung

Selbst für eifrige Bibelleser wird es manchmal zur Herausforderung. Die Bibel an sich ist lang, wurde über Jahrhunderte hinweg geschrieben, in unterschiedlichen Sprachen und Satzformen, mit Metaphern und Strukturen, die für uns schwer zu verstehen sind. Dazu gibt es nicht nur Geschichten, sondern auch Gedichte, Stammbäume und detaillierte Gesetze. Die Briefe aus dem Neuen Testament wurden diktiert und parallel dazu aufgeschrieben und haben deshalb teilweise sehr lange Sätze voller komplexer theologischer Ideen.

3. Es gibt auch langweilige Teile

Haben Sie je versucht, die gesamte Bibel in einem Jahr zu lesen? Ich ja, einige Male, und habe es nie geschafft. Ich beginne voller Leidenschaft in 1. Mose und komme da schnell durch. Auch 2. Mose läuft gut. Aber bei 3. und 4. Mose hört es auf: Opfergesetze, rituelle Reinheitsgebote, Heiligkeitsgesetze… Wenn ich es durch diese zwei Bücher schaffe, bleibe ich meist irgendwo in Könige oder Chronik stecken. Hiob dagegen sind 42 Kapitel eines scheinbar endlosen Gespräches zwischen Hiob und seinen Freunden. Das Alte Testament ist voll von wunderbarem, bereicherndem Material, aber die langweiligen Teile können unüberwindlich erscheinen.

4. Schwierige Bibelversionen weit verbreitet

In vielen Gemeinden wird weiterhin die Lutherübersetzung genutzt, die trotz Überarbeitung nicht ganz einfach zu verstehen ist. Ähnlich sieht es in anderen Ländern aus. In den USA etwa ziehen 55 Prozent der Bibelleser die King James Version vor, die im Jahr 1611 geschrieben wurde und mit der Luther-Übersetzung vergleichbar ist. Auch sehr textnahe Versionen wie die Elberfelder oder die Schlachter-Bibel sind nicht einfach zu verstehen. 

5. Wiederholtes Lesen kann abstumpfen

Ich habe nie die gesamte Bibel am Stück gelesen, aber es gibt Textpassagen, die ich sehr gut kenne. Etwa die Weihnachtsgeschichte, ich hab sie sicherlich an die 100 Mal gehört oder gelesen. Oder die Gleichnisse vom barmherzigen Samariter oder dem Verlorenen Sohn...

Wenn ich einen mir nur zu bekannten Abschnitt lese, schalte ich schnell auf Auto-Pilot: Ich lese es, aber ich passe nicht wirklich auf. Der Text ist abgestumpft. 

Was ist die Lösung?

Es ist dennoch wichtig, täglich in der Bibel zu lesen. Ein paar Dinge können uns dabei helfen:

Machen Sie es nicht allein. Suchen Sie sich einen oder mehrere Partner. Mit diesen können Sie Ideen zum Text austauschen und über schwierige Absätze sprechen. Sie können sich gegenseitig Rechenschaft ablegen über Ihre Stille Zeit. Und Sie können sich gegenseitig unterstützen, auch im Gebet.

Suchen Sie einen guten Bibelleseplan. Die gibt es mittlerweile für jeden Geschmack: Bibellesepläne, um die Bibel in einem Jahr zu lesen, 5-Tages-Pläne mit fünf Lesungen pro Woche, Pläne mit mehreren täglichen Texten aus dem Alten und Neuen Testament… Ein solcher Plan schenkt Strukturen, Ziele und Meilensteine und hilft dabei, regelmässig die Bibel zu lesen. Auch in der YouVersion gibt es die unterschiedlichsten Bibellesepläne zu verschiedenen Themen, Lebensbereichen und Zeiträumen – es lohnt sich, dort mal zu stöbern.

Suchen Sie ein gutes Andachtsbuch. Manche Menschen lesen die Bibel gern auf eigene Faust, andere erhalten lieber Ideen von Autoren. Für sie ist ein Andachtsbuch ein guter Ansatz, bei dem ein Autor jeden Tag über einen oder mehrere Bibelverse schreibt. Das Gelesene kann man dann gut aufs eigene Leben anwenden. 

Mein Gebet ist, dass Sie, egal welche Hilfsmittel Sie nutzen, in diesem Jahr tiefer in Gottes Wort eintauchen und näher zu ihm hin wachsen – denn er ist die Quelle unserer Stärke.

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