Wie man Glauben misst – Vertrauen inmitten von Tragödien und Prüfungen

Hat Ihnen schon mal jemand gesagt, dass Sie einen stärkeren Glauben haben sollten? In Zeiten des Leids und der Schwierigkeiten reagieren wir oft nicht so wie erwartet. Frust und Ärger gegenüber Gott trüben den Blick.

Hat Ihnen schon mal jemand gesagt, dass Sie einen stärkeren Glauben haben sollten? In Zeiten des Leids und der Schwierigkeiten reagieren wir oft nicht so, wie erwartet. Frust und Ärger gegenüber Gott trüben den Blick. Doch Glaube wird ganz anders gemessen, als Menschen es tun.

Meine Familie und ich machen gerade eine schwere Zeit durch, weil mein Onkel am Karfreitag brutal ermordet wurde. Und ich hatte das Gefühl, dass Gott uns verlassen hat. Es gibt so viele unbeantwortete Fragen, wir warten darauf, dass Gerechtigkeit geschieht, und ich bin wütend. Manche Leute haben mir gesagt, dass mein Glaube schwach ist oder dass ich nicht genug Glauben habe, weil ich in meiner Trauer nicht das Richtige gesagt oder getan hätte… Und ich begann, ihnen zu glauben – bis ich diese Worte von meinem Pastor hörte: «Glaube ist kein echter Glaube, bis er geprüft wird.»

Es ist leicht zu sagen, dass wir genug Glauben oder wahren Glauben haben, solange alles gut ist und wir bequem und sicher leben. Es ist einfach zu glauben, solange unsere Gebete beantwortet werden. Es ist leicht, andere im Leid zu ermutigen, wenn wir selbst keinen Verlust, Tragödie, Ablehnung oder Verfolgung durchgemacht haben. In dieser Zeit werden Gottes Kinder in aller Welt verfolgt und auf unterschiedlichste Weise geprüft, ob sie auf Gottes Güte, Liebe und Hoffnung vertrauen.

Wie man Glauben misst

Glauben misst man nicht daran, wie viele Bibelverse wir zitieren, wie wir anderen gegenüber auftreten oder wie laut unsere Anbetung ist. Authentischer Glaube basiert auf unserem Vertrauen und unsere Verpflichtung gegenüber Gott, auch wenn unsere Gefühle, unser Verständnis und unser Denken damit im Konflikt stehen. Glaube wächst in jeder Welle des Schmerzes, in Verzweiflung und Leid. Er wächst auch nach verärgerten Worten gegenüber Gott, wenn wir ihm sagen, wie wir uns wirklich fühlen – und uns dann entscheiden, ihn trotz dieser Gefühle zu lieben und ihm zu vertrauen.

Diese vier Dinge sollten wir nie vergessen, wenn unser Glaube geprüft wird:

1. Wo die Wurzeln des Glaubens liegen

Wenn wir uns gebrochen und verzweifelt fühlen, erscheint unser Glaube anderen oft klein und unbedeutend. Doch die Wurzeln vom wahren Glauben liegen tief vergraben in dem, der uns in den dunkelsten Stunden hilft. Vielleicht empfinden wir aufgrund unserer Gedanken und Umstände, dass Gott uns verlassen und versagt hat, aber wir entscheiden uns, ihm zu vertrauen, egal was wir durchmachen.

2. Auch Jesus entschied sich zu glauben

Jesus selbst musste seinem Vater vertrauen, als er verraten, fälschlich beschuldigt, versucht und getötet wurde. Er wurde in jeder Weise geprüft, so wie wir. Und als er wegen unserer Sünden am Kreuz hing, schrie er: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?» (Matthäus, Kapitel 27, Vers 46) Seine Verpflichtung gegenüber Gottes Plan und seiner Liebe zu uns, trotz der körperlichen, emotionalen und geistlichen Qualen in dem Moment, zeigte reinen Glauben.

3. Gott schenkt Glauben

Es braucht wahren Glauben, wenn man sich entscheidet, in dieser verlorenen und gebrochenen Welt trotz allem einem liebenden Gott und Jesus als unserem Retter zu vertrauen. Wenn der Feind gekommen ist, um zu stehlen, zu töten und zu zerstören und wenn alle Hoffnung verloren erscheint, dann ist es der Glaube, der alles menschliche Verstehen, Intellekt und Gefühle übertrifft. Und wir können zu Jesus rufen und ihn bitten, unseren Glauben zu erhalten. «Da schrie ich zu dir um Hilfe, o Herr, tief unten aus der Grube flehte ich dich an, deine Ohren nicht vor mir zu verschliessen. Und wirklich: Du hast mich erhört! Als ich rief, kamst du mir ganz nahe und sprachst: 'Fürchte dich nicht!'» (Klagelieder, Kapitel 3, Verse 55-57)

4. Woran halten wir fest?

Unser Glaube wird nicht daran gemessen, wie erfolgreich, glücklich und aufgestellt unser Leben auf der Erde ist. Jesus kündigte an, dass wir schwere Zeiten durchmachen müssen und das hat nichts zu tun mit Mangel an Glauben. Unser Glaube wird vielmehr daran gemessen, ob wir am Vertrauen und der Hoffnung festhalten, wenn wir Verlust, Verfolgung und Hoffnungslosigkeit durchmachen. «Deshalb lassen wir uns von dem, was uns zurzeit so sichtbar bedrängt, nicht ablenken, sondern wir richten unseren Blick auf das, was jetzt noch unsichtbar ist. Denn das Sichtbare vergeht, doch das Unsichtbare bleibt ewig.» (2. Korinther, Kapitel 4, Vers 18)

Wenn Sie gerade eine schwere Zeit durchmachen, geben Sie nicht auf! «Die Schwierigkeiten bedrängen uns von allen Seiten, und doch werden wir nicht von ihnen überwältigt. Wir sind oft ratlos, aber wir verzweifeln nicht. Von Menschen werden wir verfolgt, aber bei Gott finden wir Zuflucht. Wir werden zu Boden geschlagen, aber wir kommen dabei nicht um.» (2. Korinther, Kapitel 4, Verse 8-9) Halten Sie auch im Schweigen, im Schmerz und in den Trümmern an Jesus fest. Er ist da und versteht Sie. Egal, wie gross mein Schmerz gerade ist, entscheide ich mich, das zu glauben. Lassen Sie sich nicht von anderen sagen, dass Ihr Glaube schwach ist – allein Gott kennt Ihr Herz, er sieht Ihre Tränen, fühlt Ihren Schmerz und er ist gross genug, um anzunehmen, was Sie ihm sagen. Und egal, wie schlimm die Umstände sind, er hat immer einen Plan, um diejenigen zu heilen, wiederherzustellen und zu erlösen, die geprüft wurden und sich dennoch entschieden haben, ihm zu folgen und zu vertrauen.

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