Zu komplex für Zufall – Stolpert die Evolutionstheorie über Bakterien?

Kleine biologische Motoren, die Bakterien die Fähigkeit zum Schwimmen geben, besitzen eine Komplexität, die Wissenschaftler verblüfft und Darwins Evolutionstheorie herausfordert.

Kleine biologische Motoren, die Bakterien die Fähigkeit zum Schwimmen geben, besitzen eine Komplexität, die Wissenschaftler verblüfft und Darwins Evolutionstheorie herausfordert. Verwendet wird inzwischen eine Terminologie, die mehr nach einem handelnden Schöpfer klingt, als einem Zufallsprinzip ohne Zielvorgabe, bei dem gleichzeitig eine gigantische Vielzahl von Eigenschaften aus dem Nichts heraus entstanden sein müssten.

Die Zeitschrift «Scientific Reports» stellt eine neue Studie vor und bilanziert, dass Evolution unvermeidliche und kreative Ideen hervorbringe. Abgebildet wird dabei die Studie «How bacteria turbocharged their motors» des «Imperial College London».

Komplexität bringt Evolutionstheorie ins Wanken

«Natürliche Selektion sollte blind, zufällig und gefühllos sein, aber nicht hier», schreiben die Experten des «Discovery Institute» in Seattle im Januar 2018 auf ihrem Blog. Denn jedes einzelne der Proteine, die an der Funktion des bakteriellen Motors beteiligt sind, ist essentiell. Die Motoren hätten nicht funktionieren können, bevor alle für die natürliche Selektion erforderlichen zufälligen Mutationen stattgefunden hätten, aber ohne Überlebensvorteil würde die natürliche Selektion sie nicht wählen.

Charles Darwin selbst erklärte, dass die Entdeckung einer solchen nicht reduzierbaren Komplexität seine Annahmen zerstören würde. «Wenn sich zeigen liesse, dass irgendein komplexes Organ existiert, das unmöglich durch zahlreiche, aufeinanderfolgende, geringfügige Modifikationen entstanden sein könnte, würde meine Theorie völlig zusammenbrechen», schrieb er in seinem Werk «On the Origin of Species».

«Wunder unter anderem Namen»

Nichtsdestotrotz sagten die Forscher, dass ein biologischer «Quantensprung» die Evolution von bakteriellen Motoren antrieb. Der leitende Forscher Morgan Beeby verglich den Quantensprung mit dem, was passieren würde, wenn die Hälse von Giraffen plötzlich länger werden würden, weil eine Giraffe einen Hals mit einem Meter langen Nachwuchs gebären würde, statt einer langen Reihe zufälliger Mutationen über viele Jahre hinweg. Was bleibt ist die Frage, warum Giraffen plötzlich aus dem Nichts heraus und in grosser Zahl Babys mit einem deutlich längeren Hals gebären sollen…

«Evolution auf molekularer Ebene ist viel radikaler», sagte Beeby. Er beschrieb die Evolution als einen kreativen Prozess, der «ständig neue molekulare Ideen hervorbringt».

Die Experten des Discovery Institute wiesen indes auf die Unstimmigkeiten zwischen Beebys Theorie und Darwins Aussage hin: «Was auch immer mit der Evolution gemeint ist, von der Beeby spricht, sie ist sicherlich nicht mit Darwins Varietät oder jener der Neodarwinisten vergleichbar. Er hat im Grunde genommen Wunder unter einem anderen Namen vorgeschlagen.»

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