Von Laodizea bis zu den Briten – Schluss mit halben Sachen

Der Brexit – er steht für fehlende Klarheit und eine zähe wie nervige Unentschlossenheit der Briten. Das hat ungute Folgen.

Der Brexit – er steht für fehlende Klarheit und eine zähe wie nervige Unentschlossenheit der Briten. Das hat ungute Folgen.

Seit Monaten hält der Brexit nicht nur Grossbritannien, sondern ganz Europa in Atem. Politik und Wirtschaft sind damit beschäftigt, wie die Entscheidungsträger endlich zu einem klaren Votum über das «Wann» und «Wie» des Austritts aus der EU kommen. Die vielen Abstimmungen im britischen Unterhaus haben immer wieder nur gezeigt, was eine Mehrheit nicht will und nicht, wie der Brexit umgesetzt werden soll.

Die Vizepräsidentin des EU-Parlamentes, Evelyne Gebhardt, sprach zuletzt von einem «flauen Jein» des britischen Parlamentes, das zu einer «unendlichen Geschichte» des Austritts führe, den keiner wolle.

«Deshalb werde ich dich ausspucken»

Unentschlossenheit und vor allem Lauheit wurde auch der Handelsstadt Laodizea vor fast zweitausend Jahren vorgeworfen. Laodiozea gehörte zum damaligen Phrygien – das Gebiet gehört heute zur Türkei. Damals ging es allerdings nicht um eine wirtschafts-politische Entscheidung. Der Vorwurf richtete sich an die Christen der Stadt. Mit heftigen Worten kritisierte Johannes, einflussreicher Jünger von Jesus, die Christen im Namen Gottes: «Ich kenne dich genau und weiss alles, was du tust. Du bist weder kalt noch heiss. Ach, wärst du doch das eine oder das andere! Aber du bist lau, und deshalb werde ich dich ausspucken.» (Die Bibel, Buch der Offenbarung, Kapitel 3, Verse 15 und 16).

Hier die politische Unentschlossenheit der Briten, dort die Christen einer Stadt, die im Letzten nicht auf Gott setzten, sondern lieber auf sich selbst und ihre eigenen Möglichkeiten.

Eine wohlhabende und stolze Stadt

Die Einwohner der Handelsstadt Laodizea waren reich und stolz, hatten sie doch die Folgen von zwei Erdbeben aus eigener Kraft überstanden. Ihre Produkte – Baumwolle und Augensalbe sowie ein Färbemittel – waren Verkaufsschlager der damaligen Zeit. Zudem war die Stadt das Ziel vieler Pilger und Badegäste.

Johannes belässt es nicht bei seiner heftigen Kritik, sondern zeigt den Christen einen Ausweg: «Nimm dir das zu Herzen und kehr um zu Gott! Merkst du es denn nicht? Noch stehe ich vor deiner Tür und klopfe an. Wer jetzt auf meine Stimme hört und mir die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und Gemeinschaft mit ihm haben.» (Verse 19 und 20 der oben genannten Bibelstelle).

Bitte, bitte, bitte…?

Wie soll man sich das denn vorstellen? Jesus steht vor der Tür und wartet wie ein ohnmächtiger Diener darauf, dass ihm – bitte, bitte, bitte – jemand endlich die Tür aufmacht?

Nein, so ist es nicht. Gefordert wird zunächst einmal eine echte Umkehr, nicht eine freundliche Geste. Es geht um eine ernst gemeinte Veränderung, also Schluss mit halben Sachen. Jesus ist nicht jemand, der kleinlaut vor der Tür steht. Er zeigt vielmehr, dass er, obwohl er die Halbherzigkeit der Christen dieser Stadt kennt, die Tür nicht ungeduldig einrennt und er geht auch nicht resigniert weg. Er wartet vielmehr auf eine Reaktion, eine Antwort.

Kein Leben mit frommer Verzierung

Viele Christen der Stadt waren unentschlossen und halbherzig. Wirklich auf Jesus zu vertrauen, das taten sie nicht. Sie setzten lieber auf ihre eigenen Möglichkeiten und Erfahrungen. Damit gingen sie völlig an dem vorbei, was Jesus ihnen anbot: Ein Leben mit ihm, unter seiner Leitung. Und nicht ein Leben mit frommer Verzierung, damit es nett aussieht.

Ein Gebet, das die Tür öffnet

Damit Jesus zum ersten Mal oder auch neu in das Leben eines Menschen kommen kann, braucht es einen Schritt des Menschen – genau das ist mit dem Bild der offenen Tür gemeint. Es ist ein Schritt, der sich, mit ganz wenigen Worten an Jesus gerichtet, tun lässt: «Herr, ich habe falsch gelegen. Bitte, vergib mir! Ich will umkehren, dir vertrauen und künftig mein Leben mit dir leben. Ich öffne dir die Tür meines Herzens. Bitte komm in mein Leben.»

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