Gegen Spaltung, für Ermutigung – Psalmen in pakistanischen Rhythmen gehören zum Alltag

In Ländern wie Pakistan, in denen Christen nicht nur Gefängnis, sondern oft der Tod droht, braucht man eine spezielle Sprache, um Menschen mit dem Evangelium zu erreichen – die Musik. Die Psalmen haben eine besondere Bedeutung für die Christen.
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Lobpreis in einer pakistanischen Kirche

In Ländern wie Pakistan, in denen Christen nicht nur Gefängnis, sondern oft der Tod droht, braucht man eine spezielle Sprache, um Menschen mit dem Evangelium zu erreichen – die Musik. Die Psalmen haben eine besondere Bedeutung für die Christen.

Gegenüber Christianity Today berichtet der Pakistaner Yousaf Sadiq aus Punjab, dass sie bei der Musik vor allem auf die Psalmen zurückgreifen. Diese wurden erst vor etwa einem Jahrhundert in Punjabi übersetzt, die Sprache, die von den meisten Pakistanern gesprochen wird. Heute versehen Christen die Psalmen mit traditionellen Rhythmen und Melodien – und so sind sie Teil jedes Gottesdienstes.

Fester Bestandteil der Liturgie …

Laut Sadiq sind die häufigsten gesungenen Psalmen Psalm 24, mit dem die Gottesdienste eröffnet werden, sowie Psalm 72, der jeweils am Ende gesungen wird. Psalm 20 ist fester Bestandteil von Beerdigungen, um den Schmerz und die Trauer auszudrücken, während Psalm 45 jeweils bei Trauungen gesungen wird. Und nach der Geburt eines Kindes wird über Psalm 127 gepredigt.

Diese Psalmen sind nicht nur für die Christen der Gemeinde erbauend, sondern gefallen sogar den Muslimen der Gegend. So berichtet Sadiq: «Bei meiner Hochzeit schlug die traditionelle Band der Heimatstadt meiner Frau vor, den Zabur (so werden die Psalmen in der Gegend genannt) zu spielen, insbesondere Psalm 24 – und das, obwohl die Mehrheit der Bandmitglieder Muslime sind.»

… und des Alltags

Christen, die unter Verfolgung leiden, singen häufig Psalmen wie Psalm 16, in dem es heisst «Bewahre mich, Gott, denn bei dir finde ich Zuflucht!» oder Psalm 69: «Rette mich, Gott, denn das Wasser steht mir bis zum Hals!» Dies helfe ihnen, trotz der Umstände Frieden zu finden und die Kraft, den Verfolgern zu vergeben. Auch in den Zeiten der Pandemie haben viele von ihnen Mut in den Psalmen gefunden.

Yousaf Sadiq: «Die Christen Pakistans sind dankbar für dies wunderbare Erbe der Psalmen auf Punjabi, weil sie weiterhin durch deren geistlichen Tiefgang gesegnet werden und Trost finden. (…) Die Psalmen im pakistanischen Kontext bringen Erneuerung für die bekümmerten Menschen und stärken die Christen in ganz Pakistan gegen Spaltungen, in Verfolgung, den Schwierigkeiten und Krankheit.»

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