Weihnachtswunsch – «Ich bete für Frieden und dass es keine Terroristen mehr gibt»

Was wünscht sich ein elfjähriger Junge im Irak zu Weihnachten? Das neueste Computerspiel? Ein Hündchen? Nicht Fakhri, ein Junge, der im irakischen Erbil lebt, seit seine Familie vor sieben Jahren aus Mossul vor dem Islamischen Staat geflohen ist.

Was wünscht sich ein elfjähriger Junge im Irak zu Weihnachten? Das neueste Computerspiel? Ein Hündchen? Nicht Fakhri, ein Junge, der im irakischen Erbil lebt, seit seine Familie vor sieben Jahren aus Mossul vor dem Islamischen Staat (IS) geflohen ist.

«Ich bete, dass es keine Terroristen mehr auf dieser Welt gibt, damit wir in Frieden leben können», sagt Fakhri. Die Atmosphäre in der Kirche ist voller Aufregung und Freude. Eine Gruppe von 17 Kindern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren steht vorne in der syrisch-orthodoxen Kirche und macht sich bereit, Weihnachtslieder zu singen. Einige fummeln an ihren Notenblättern herum. Andere hören geduldig zu, wie Pater Zachariah auf der «Oud», seinem birnenförmigen Saiteninstrument, probt.

Der Baum, die Krippe, die blinkenden Lichter, die Musik – sie alle lassen es wie jedes andere Weihnachten erscheinen. Aber einige Dinge an diesem Gottesdienst oder dieser Kirche sind weniger traditionell. Die Wände bestehen aus Aluminium-Schaumstoffplatten, die man normalerweise in einer Fabrik oder einem Lagerhaus findet.

Sieben Jahre im Exil

Die Kinder sind in Erbil, aber ihre Geburtshäuser sind weit weg, Orte, an die sich einige von ihnen kaum erinnern können. Aber im 80 Kilometer westlich gelegenen Mossul wäre es für alle noch zu gefährlich. Es gibt derzeit noch zu viele radikal-islamische Einflüsse, um zurückzukehren. Also feiern Pater Zachariah und die Kinder mit ihren Familien Weihnachten hier in Erbil, seit mittlerweile sieben Jahren.

Nach dem Singen sprechen die Kinder über ihren grössten Wunsch für Weihnachten. Ihre Antworten verraten, in was für einer Welt sie aufgewachsen sind. Der zehnjährige Sam sagt: «Ich wünsche mir, dass die Menschen in Sicherheit und in Frieden leben können.» Dima (9) möchte beschützt sein: «Ich bitte den Herrn Jesus, meine Gemeinde im Irak zu beschützen.» Lydia (10) und Marina (8) wünschen sich, wie andere Kinder auf der Welt zu leben, in Liebe und Frieden.

Nur Gott weiss es …

Lokale Partner von Open Doors unterstützen die Kinder und ihre Familien, die vor dem IS fliehen mussten – zunächst mit Nothilfe und kinderfreundlichen Räumen, später mit Traumabehandlung, Bildung und der Unterstützung der Eltern bei der Gründung kleiner Unternehmen. Weiter wird der Kirche geholfen, die Sonntagsschule zu betreiben. Die Kinder erhalten eine Kinderbibel und können Bücher aus der Bibliothek lesen, die bereitgestellt worden ist.

Eines der Kinder im Chor, Mark (10), sagt: «Ich wünsche mir, dass ich zurück in meine Kirche in Mossul gehen kann.» Nur Gott weiss, ob sein Wunsch eines Tages in Erfüllung gehen wird.

Die Wünsche von Fakhri und den anderen Kindern werden dieses Jahr vielleicht nicht alle in Erfüllung gehen – aber unsere Gebete helfen, ihre Hoffnung am Leben zu erhalten.

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