Basics des Gemeindelebens – Ihr gehört dazu!

Es sind ganz praktische Anweisungen, die Paulus an die Christen in Ephesus weitergibt. Dabei vermittelt er Grundlagen des Zusammenlebens in der Gemeinde, die auch für uns heute von Bedeutung sind. Im Teil 1 der Miniserie geht es um das Dazugehören.
Unsplash / Austin Blanchard
Alle gehören dazu

Paulus schreibt direkt im 2. Kapitel des Epheserbriefs, Verse 19-22: «So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.»

Ich mag an diesem Bibelwort, dass es zahlreiche Bilder, Themen und Vorstellungen aus dem Alten und Neuen Testament enthält (Fremdlinge, Mitbürger der Heiligen, Eckstein, Tempel). Und ich mag, wie sie aufgenommen und miteinander – in Jesus Christus – verbunden werden.

Alle gehören dazu

Der Epheserbrief ist dadurch charakterisiert, dass er sich ausführlich mit der Gestalt der Kirche bzw. Gemeinde auseinandersetzt. In diesem Abschnitt wird das deutlich: Zur Gemeinde gehören die Israeliten (sie sind Gottes auserwähltes Volk) wie auch Nichtisraeliten, die zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind. Für diese eröffnet Paulus eine völlig neue Perspektive mit seiner Bezeichnung als «Gottes Hausgenossen». Im Tempel in Jerusalem durften die Nichtjuden nur in den Vorhof kommen. Ein Betreten der weiteren Tempelbereiche, und damit Begegnung mit Gott, wäre undenkbar gewesen. Durch das Bild von der Gemeinde als (geistlichem) Tempel, können erstmals auch Nichtjuden Zutritt zur unmittelbaren Gemeinschaft mit Gott bekommen. Denn genau dies war der Tempel im Judentum: Ort der Gegenwart Gottes.

In anderen Briefen verwendet Paulus andere Bilder für dieselbe Sache. Im Philipperbrief spricht er vom Bürgerrecht: «Wir aber sind Bürger im Himmel» (Philipper Kapitel 3, Vers 20). Im Römerbrief ist es ein botanisches Bild: Nichtjüdische Christen werden in den edlen Ölbaum des Volkes Gottes «eingepfropft» (Römer Kapitel 11, Verse 17-24). Im Epheserbrief heisst es dagegen, dass die neue, universale Gemeinde Gottes, die aus Juden und Heiden besteht, eine Neuschöpfung sei (Kapitel 2, Vers 15). Allen Bildern liegt die Wahrheit zugrunde, dass Christus durch seinen Tod am Kreuz Vergebung der Schuld und Versöhnung mit Gott für alle Menschen erwirkt hat: Juden wie Heiden(christen). In dieser Argumentationslinie fährt Paulus fort, wenn er sagt, dass Jesus Christus das Fundament dieser Gemeinde ist – bezeugt durch die Apostel (also die Jesusjünger) und durch neutestamentliche Propheten.

Beachtenswert ist, wie Paulus die Christen in Ephesus in die grosse Gemeinde Gottes hineinnimmt: Sie werden aufgebaut zur Gemeinde Gottes. Damit ist die Rolle der Glaubenden – damals und heute – bestimmt: Wir sind Teil der Gemeinde, die wachsen soll. Verbindendes Element aller Christen ist dabei der Heilige Geist, durch den Gott in der Gemeinde präsent ist.

Dankbar

Und daraus folgt bei mir eine grosse Dankbarkeit. Wie leicht vergesse ich, wie grosszügig Gott ist! Dass Jesus seine Jünger in alle Welt sandte, damit auch Menschen aus anderen Völkern zum Glauben kommen und den lebendigen Gott kennenlernen können, ist bemerkenswert: für die Christen in Ephesus damals und für mich heute. Damit erfüllen sich zahlreiche Verheissungen (siehe Apostelgeschichte Kapitel 3, Vers 25; Galater Kapitel 3, Vers 8). Entscheidend für die Zugehörigkeit zum Volk Gottes ist die Beziehung zu Jesus Christus. Durch sie bin ich Teil der Gemeinde – um meine Gaben zum Segen für andere einzusetzen.

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