«Hallo, ich bin's...» – Gott hören – aber wie?

Gibt es «da draussen» jemanden, der mit uns kommunizieren will? Wenn ja - wie kann man ihn hören, ohne sich etwas einzubilden?
Envato / ashishk75
Was wäre, wenn Gott nicht nur hören, sondern auch reden könnte?

80 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer beten – gelegentlich oder regelmässig. Für die meisten heisst das wohl «Gott meine Probleme mitteilen». Wenn wir an unsere Grenze kommen, suchen wir eine höhere Hilfe und hoffen, dass da einer zuhört. Wie wäre es, wenn der «da oben» aber nicht nur hören, sondern auch reden könnte? Dann wäre es eine ganz entscheidende Frage, ob und wie wir mitkriegen können, was er uns sagen will.

So fängt das in der Bibel schon ganz vorne an. Gott redet. Er denkt sich etwas – und teilt uns das mit. Gott ist nicht stumm, sondern teilt mit, was er will und wie er sich das Leben vorstellt. Das hat sich bis heute nicht geändert, trotz millionenfacher Konkurrenz von allen Seiten. Glauben Sie mir: Gott ist daran interessiert, in einen Dialog mit Ihnen zu treten – und zwar nicht nur, wenn Probleme da sind! Hier sind einige einfache, konkrete Hilfen, Gott zu hören:

Erwarten Sie, dass Gott redet

Wir müssen Gott nicht zum Reden bringen. Er ist schon dran. Liebe bringt ihn zum Reden. Er hat uns so viel zu sagen! Erwarten Sie, dass Gott zu Ihnen spricht – nicht nur zu auserwählten Werkzeugen oder speziellen Propheten, sondern zu Ihnen. In der Bibel hat er meistens zu ganz normalen Männern und Frauen gesprochen.

Keine Wahrsagerei, sondern Beziehung

Gottes Reden ist keine Wahrsagerei, sondern geschieht im Rahmen einer Beziehung. Er sucht die persönliche Beziehung zu uns und wurde darum Mensch. «Meine Schafe hören meine Stimme», sagte Jesus. Gott will also nicht nur ab und zu einen Wortfetzen ankommen lassen, sondern im Rahmen einer Beziehung zu uns regelmässig reden und damit unser Leben positiv beeinflussen. Suchen Sie Gott selbst, nicht nur spezielle Ratschläge von ihm! Im Rahmen einer persönlichen Beziehung wachsen Verständnis und Sensibilität für das, was Gott sagen will.

Den Kanal säubern

Früher gab es im Radio Störgeräusche, wenn man nicht den richtigen Kanal erwischte. Diese Störgeräusche in unserem Leben – Angst, Schuld, Sorgen, Hektik, Ablenkung – müssen wir identifizieren und den Kanal immer wieder reinigen. Manchmal sagt Gott einfach «Kehr um zu mir. Gib deinen Trotz auf». Es ist wichtig, dass unsere Beziehung zu Gott sauber ist. Gott bietet jederzeit die Hand zur Reinigung und Versöhnung mit ihm.

Auf klare, schnelle Gedanken achten

Der wichtigste Kanal, durch den Gott redet, ist die Bibel. Sie werden staunen, wie viel Sie mit dem Herzen hören, wenn Sie die Bibel mit den Augen lesen.

Aber Gott redet auch durch ganz konkrete Impulse. Eine gute Freundin, Kerstin Hack aus Berlin, wollte lernen, Gottes Stimme zu hören. Sie bat jemanden: «Kannst du für mich beten, dass ich Gott höre?» Seine Antwort: «Nein, dafür bete ich nicht! Du kannst Gott bereits hören. Sein Reden kommt in klaren, schnellen Gedanken zu dir. Anschliessend macht der Teufel ein langes Blabla, um dich zu überzeugen, dass das, was du gehört hast, nicht von Gott war.» – «Das sass», schreibt Kerstin. «Der Satz liess mich nicht mehr los. Ich fasste den Entschluss, auf die kleinen scharfen Gedanken, die 'aus dem Nichts' durch meinen Kopf sausten, hören zu lernen. Damit begann ein geistliches Abenteuer, das bis heute (16 Jahre später) nichts von seiner Faszination verloren hat.»

Mehr Gehorsam – mehr Hören

Wenn Gott uns etwas sagt, ist das nicht nur eine nette spirituelle Übung. Unversehens heisst es: Hey, bist du bereit, etwas zu tun? Gott wird in dem Mass zu uns reden, wie wir bereit sind zu hören und zu gehorchen. Je mehr wir auf die kleinen Impulse Gottes im Alltag eingehen, umso mehr wird er zu uns reden. Er wird sein Reden nicht an Menschen «verschwenden», die nicht bereit sind, auf ihn zu hören und zu folgen. Aber Menschen, die im Kleinen treu sind, kann er auch grösseres Reden anvertrauen.

Übungssache

Gott hören ist eine Sache der Übung. Mit der Zeit bekommt man «geübte Sinne» und lernt, seine Stimme besser zu erkennen. Zusammen mit einem wachsenden Verständnis der Bibel gibt es ein inneres Raster, das hilft, Gottes Reden zu unterscheiden von meinen eigenen Gedanken und von den vielen Stimmen um uns herum. Wichtig ist, dass wir lernen: Wir leben nicht vom Brot allein, sondern von den Worten, die Gott uns sagt (Matthäus Kapitel 4, Vers 4).

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Neuauflage. Er erschien bereits am 04.03.2014 bei Jesus.ch.

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