Der Name Gottes – Gott, Allah oder was?

In Malaysia dürfen Christen jetzt – nach langem Hin und Her – wieder den Namen «Allah» für «Gott» gebrauchen. Ist es eigentlich wichtig, mit welchem Namen wir Gott anreden?
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Betende, junge Frau

In Malaysia dürfen Christen jetzt – nach langem Hin und Her – wieder den Namen «Allah» für «Gott» gebrauchen. Ist es eigentlich wichtig, mit welchem Namen wir Gott anreden?

Livenet berichtete: Ein hohes Gericht erlaubt es den zehn Prozent Christen in Malaysia jetzt, in religiösen Schriften den Namen «Allah» für «Gott» zu brauchen. Die 90 Prozent Muslime hatten diese Gottesbezeichnung exklusiv für den islamischen Gebrauch reservieren wollen. Ist es eigentlich wichtig, welchen Namen wir brauchen, wenn wir von oder zu Gott reden?

Markenschutz für Gott?

«Allah» ist eigentlich kein Name, sondern bedeutet «Gott» wie unser deutsches Wort auch. Schon in der Sprache, die Jesus redete – Aramäisch – heisst Gott «alaha», und lange vor Mohammed war «Allah» als Gottesbezeichnung im Nahen Osten geläufig. Auch in Malaysia haben Christen seit Jahrhunderten dieses arabische Lehnwort in ihrer Malay-Sprache in Bibeln, Publikationen, Predigten, Gebeten und Liedern benutzt, bis Muslime es in neuerer Zeit für ihre Religion quasi unter Markenschutz stellen wollten.

Gott – Er oder Du

Bei uns im aufgeklärten Westen herrscht die Meinung vor, es sei doch egal, welchen Namen man für den Allerhöchsten brauche. Es gehe doch immer um den gleichen Gott. Nun, normalerweise wird dieses Argument von Menschen gebraucht, für die Gott, wenn überhaupt, dann in der 3. Person existiert: «Ob man jetzt Gott, Herrgott, Allah oder Pipapo sagt, ist doch egal.» So lange man von «dem Gott» allgemein redet, hat die Frage auch nicht viel mit mir zu tun. Darum dient dieses «Egal-welcher-Gott»-Argument nicht selten dazu, ihn sich auch vom Leibe zu halten.

Die Frage wird dann aktuell, wenn man versucht, von Gott nicht nur in der distanzierten 3. Person zu reden, sondern ihn anzusprechen. Wenn man ein «Du» ansprechen will, braucht man einen Namen, der die Person charakterisiert. Oft passiert es in Krisenzeiten, dass wir plötzlich beten möchten. Dass Gott statt nur philosophisch plötzlich existentiell wichtig wird. Dann kommt auf einmal die Frage auf: «Wie sprech ich den da draussen an?» Nichts ist frustrierender als jemand anzurufen und zu hören «Kein Anschluss unter diesem Namen».

Niemals besetzt

Hier kommt das Einmalige des christlichen Glaubens zum Zug: Gott hat sich unter einem Namen zu erkennen gegeben, unter dem er immer und überall erreichbar ist. Sein globaler Name: Jesus, die menschliche Adresse Gottes. Ob Sie es spüren oder nicht: Wenn Sie Gott mit diesem Namen anrufen, ist er Ihnen voll zugewendet. «Wer Jesus anruft, bekommt Verbindung mit Gott. Garantiert» ist eine der Hauptaussagen der Bibel.

Der Name Jesus ist gleichzeitig sein Programm: «Gott ist Hilfe / Heil / Rettung» heisst es auf Deutsch. Seine ganze Existenz hier auf der Erde war eine Verkörperung dieses Programms: Er hat geholfen. Er hat geheilt. Er hob die Erniedrigten hoch. Er hob Kinder auf und küsste sie. Er gab Unwürdigen eine Identität. Er machte Blinde sehend – im buchstäblichen und im übertragenen Sinne. Er liess sich töten, damit andere leben können. Und er sagte: «Wer mich sieht, sieht Gott.» Punkt.

Über Gott wird viel spekuliert – oft von Menschen, denen seine Existenz ein interessantes Gedankenspiel ist. Wenn Sie aber Hilfe, Heil oder Rettung – oder sonst ein Eingreifen des Allerhöchsten – brauchen, dann wagen Sie es, «Jesus» und «Du» zu sagen. Und etwas wird etwas geschehen.

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