Psalm 22 – Erstaunlich präzise Prophetie zum Tod Christi

Obwohl tausend Jahre vor Christi Geburt verfasst, wirft Psalm 22 einen erstaunlichen prophetischen Blick auf das, was am Tag der Kreuzigung geschehen würde. Und das bis ins kleinste Detail.

Obwohl tausend Jahre vor Christi Geburt verfasst, wirft Psalm 22 einen erstaunlichen, prophetischen Blick auf das, was am Tag der Kreuzigung geschehen würde. Und das bis ins kleinste Detail.

Jesus war bereit, das Blutopfer zu bringen, weil er das reine Lamm Gottes war. Er konnte die Sünden der Menschen tilgen, indem er sein vollkommenes Blut vergoss. «Er war das reinste Lamm, das es je gegeben hat», sagt Bart Pierce von der «Rock City Church» in Baltimore. «Es gab kein reineres Blut als sein Blut.»

Aber da ein heiliger Gott nicht in Gegenwart der Sünde sein kann, ohne etwas dagegen zu unternehmen, «wandte (er) sein Gesicht ab, weil er Sünde nicht ansehen konnte», so Pierce.

Dennoch liess Jesus die Menschheit wissen, indem er auf Psalm 22 hinwies, dass die Zeit, in der sich sein Vater von ihm abwandte, enden würde. Später, in den Versen 24 und 25, erklärt er: «Alle, die ihr den Herrn achtet, preist ihn! Ihr Nachkommen von Jakob, ehrt ihn! Begegnet ihm in Ehrfurcht, ihr vom Volk Israel! Denn er hat den Hilflosen nicht verachtet, über sein Elend ging er nicht hinweg. Nein, Gott wandte sich nicht von ihm ab, sondern hörte auf ihn, als er um Hilfe schrie.»

«Warum hast du mich verlassen?»

Psalm 22 sah die Nacht voraus, die am Tag der Kreuzigung kommen würde. Jesus schrie am Kreuz wie in Vers 2: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?»

Dennoch beschreibt König David in Vers 3: «Mein Gott, Tag und Nacht rufe ich zu dir um Hilfe, aber du antwortest nicht und schenkst mir keine Ruhe.» Bart Pierce hält fest, dass Christus Tag und Nacht vom Kreuz aufschrie, als Gott den Tag für drei Stunden verdunkelte (beschrieben in Matthäus, Kapitel 27, Vers 45).

Vers 13 im Psalm 22 gab jahrelang Rätsel auf. «Stiere ohne Zahl haben mich umstellt. Büffel aus Baschan halten mich umringt.» In Baschan lebte zur Zeit Jesu das stärkste, kräftigste und wildeste Vieh. Einige Gelehrte schlagen aber vor, dass Jesus sich die starken, bulligen, römischen Soldaten bezieht und in diesem Fall «umringen» besser mit «krönen mich» übersetzt würde. Dies würde einher gehen mit dem Aufsetzen der Dornenkrone.

Hunde haben mich umringt

Juden bezeichneten damals Nichtjuden als «Hunde». In Vers 17 steht: «Eine Meute böswilliger Menschen umkreist mich, gierig wie wildernde Hunde. Hände und Füsse haben sie mir durchbohrt.» (andere Übersetzer schreiben, wie etwa in der Luther-Übersetzung 2017: «Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat mich umringt.»)

Psalm 22 beschreibt tausend Jahre im Voraus, wie römische Nichtjuden Christi Hände und Füsse ans Kreuz nagelten, laut Pierce in einer Zeit, in der es noch keine Kreuzigungen gab.

Und in Vers 19 kommt das Aufteilen der Kleidungsstücke per Los-Entscheid vor; wie später im Johannesevangelium, Kapitel 19, Verse 23 und 24 beschrieben wird.

Qualen beschrieben

König Davids Beschreibung der Qual, die durch die Kreuzigung verursacht wird, ist unheimlich genau, in den Versen 15 und 16. «Meine Kraft schwindet wie Wasser, das versickert, und alle meine Knochen sind wie ausgerenkt. Mein Herz verkrampft sich vor Angst, und meine ganze Kraft ist dahin, verdorrt wie eine staubige Tonscherbe. Die Zunge klebt mir am Gaumen. Du lässt mich im Tode versinken.»

Pierce sagt über die Kreuzigung: «Die Flüssigkeiten laufen aus. (…) Das fühlt sich an, als wäre dein Herz zu Wachs geworden und dahingeschmolzen.» Durch die Zugkräfte geraten zudem die Knochen aus ihren Positionen.

Von Menge verspottet

Die Verse 8 und 9 teilen genau mit, was Jesu Feinde tun und am Kreuz sagen würden: «Alle Leute machen sich über mich lustig. Wer mich sieht, verzieht sein Gesicht und schüttelt verächtlich den Kopf. 'Überlass Gott deine Not!', lästern sie, 'der soll dir helfen und dich retten! Er liebt dich doch, oder etwa nicht?'» Sowie später in Matthäus, Kapitel 27, Vers 39 und Verse 41–43 beschrieben.

«David hatte eine göttliche Offenbarung», sagt Pierce. Man könne Psalm 22 nicht von der Kreuzigung trennen.

Glaube geht um die Welt

Die zweite Hälfte von Psalm 22 wird kraftvoll positiv, mit der Rede von einem Glauben, der global wird. Namentlich in Vers 28, der besagt: «Auch in den fernsten Ländern werden Menschen Gott erkennen und zu ihm umkehren, ja, alle Völker werden sich vor ihm niederwerfen.»

Psalm 22 spricht weiter von Erlösung und Ewigkeit. In Vers 27b steht: «Die nach dem Herrn fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben.» Und Vers 30 dokumentiert: «Auch die Grossen dieser Erde müssen vor ihm niederfallen, sie, die immer mehr als genug zu essen hatten. Ja, vor ihm werden einmal alle Menschen ihre Knie beugen, alle Sterblichen, denen das Leben zwischen den Fingern zerrinnt.»

Und in Vers 31: «Selbst die Menschen, die noch nicht geboren sind, werden von seinen gerechten Taten hören, und man wird sagen: 'Der Herr hat es vollbracht!'» Pierce: «Das sind genau die Worte, die Jesus benutzte: 'Es ist vollbracht.'»

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