Der Reset-Knopf – Ein Neuanfang ist möglich – immer

Viele Elektrogeräte haben einen Schalter, den sich Menschen für sich selbst wünschen: «Reset» – Neustart. Doch je älter wir werden, desto weniger scheint ein neuer Beginn möglich zu sein. Zum Glück stimmt das nur teilweise.
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Reset-Knopf

Viele Elektrogeräte haben einen Schalter, den sich Menschen für sich selbst wünschen: «Reset» – Neustart. Doch je älter wir werden, je mehr Entscheidungen wir getroffen haben, desto weniger scheint ein neuer Beginn möglich zu sein. Zum Glück stimmt dieser Eindruck nur teilweise.

Natürlich können wir nicht mit 33 Jahren noch einmal in die erste Klasse der Grundschule gehen – höchstens als Lehrer. Natürlich können wir nicht mit 43 noch eine olympiareife Sportlerkarriere hinlegen. Und natürlich können wir mit 53 als Verheiratete nicht 20 Jahre Sprachlosigkeit in der Ehe einfach auslöschen. Doch all das spricht nicht gegen einen Neuanfang, spricht nicht gegen ein: Von jetzt an mache ich es anders.

Neuanfänge sind normal

Manchmal haben wir den Eindruck, dass sich nirgendwo etwas bewegt. Doch das stimmt nicht. Nichts ist statisch. Alles verändert sich und ist in Bewegung. Das beginnt auf atomarer Ebene. Und es geht weiter, wenn wir auf uns und unseren Körper schauen: alle paar Jahre hat sich auch noch die letzte Zelle darin erneuert. Wir sind noch ganz die Alten und sind trotzdem völlig erneuert. Diese Bewegung gilt bis in Beziehungen hinein. Auch die verändern sich. Wir kennen es alle, dass wir Menschen nah und näher kommen können oder uns einander im Laufe der Zeit entfremden. Im Gegensatz zur zellularen Ebene können wir Beziehungen allerdings beeinflussen. Da müssen wir es nicht einfach akzeptieren, dass Verhältnisse besser oder schlechter werden: Wir können daran arbeiten. Tatsächlich ist der erste Schritt hin zu einem Neuanfang bei uns selbst oder unseren Beziehungen, dass wir mit der Möglichkeit einer Veränderung rechnen.

Neuanfänge sind biblisch

Diese Perspektive zu bekommen, ist gar nicht so einfach, denn normalerweise lehrt uns die Erfahrung vor allem eines: Grenzen zu sehen. Lebenserfahrung kann ein echter Schatz sein, doch wenn sie uns auf die Muster der Vergangenheit festlegt, ist sie ein Klotz am Bein. Die Bibel macht es an vielen Stellen deutlich, dass es mehr ist als Wunschdenken, wenn wir an Veränderung glauben – selbst da, wo sie unwahrscheinlich scheint.

Ein typisches Beispiel für dieses grenzüberschreitende Denken finden wir bei einem erfahrenen Pharisäer. Als er eine Unterredung mit Jesus suchte und noch bei den einleitenden Höflichkeiten war, unterbrach ihn sein Gesprächspartner kurzerhand, um auf seine noch ungestellte Frage nach einem Neuanfang zu antworten: «'Ich versichere dir, Nikodemus: Wer nicht neu geboren wird, kann Gottes Reich nicht sehen und erleben.' Verständnislos fragte der Pharisäer: 'Wie kann jemand neu geboren werden, wenn er schon alt ist? Er kann doch nicht wieder in den Mutterleib zurück und noch einmal auf die Welt kommen!'» (Johannes, Kapitel 3, Verse 3-4). Nein, kein Mensch kann in den Mutterleib zurück, aber jeder Mensch kann wie von neuem geboren werden. Neuanfänge sind keine leeren Wünsche, sie sind biblische Realität.

Neue Ziele eröffnen neue Möglichkeiten

Wenn es um Neuanfänge geht, dann glauben wir manchmal lieber an völliges Umkrempeln als an kleine Schritte. Konkret: wir rechnen damit, dass unser Leben in der Anbindung an Gott neu wird – das ist es ja, was die Bibel als Wiedergeburt bezeichnet. Gleichzeitig haben wir den Eindruck, im Alltag nicht aus unserer Haut zu kommen. Alte Gewohnheiten nicht ablegen zu können. Und wir zucken entschuldigend die Achseln: «So bin ich halt …» Doch Glaube entfaltet seine Kraft nicht in einer fernen Ewigkeit, sondern im Hier und Jetzt. Allerdings sind die Veränderungen, die er bewirkt, selten spontan und übergestülpt. Meistens geschehen sie Schritt für Schritt, als Koproduktion zwischen unserer Bereitschaft und Gottes Kraft. Es geht um einen Wachstumsprozess. Kein Wunder, dass die Bibel in diesem Zusammenhang immer wieder von «Frucht» spricht.

Neustart ohne Altlasten

Wenn sich so viele Menschen Veränderung wünschen und sie tatsächlich möglich ist, warum erleben wir sie dann so selten? Warum fallen unsere Träume nach einem Neuanfang oft in die Kategorie der guten Vorsätze? Der kraftlosen Wünsche? Wahrscheinlich weil zu einem neuen Aufbruch auch gehört, das Alte loszulassen. Negative Emotionen, Versagensängste, Schuld – all das sind Altlasten, die einem Neustart im Wege stehen.

Die Empfehlung der Bibel klingt hier zunächst sehr altertümlich: Busse. Umkehr. Dabei beschreibt sie nur, was nötig ist. Wir können nicht nach hinten schauen und erwarten voranzukommen. Jeder Motorradfahrer lernt: Du fährst dahin, wohin du schaust. Das ist im Leben kaum anders. Hier hilft Umkehr. Der Evangelist Markus fasst die Botschaft von Jesus deshalb so zusammen: «Jetzt ist die Zeit gekommen, Gottes Reich ist nahe. Kehrt um zu Gott und glaubt an die rettende Botschaft!» (Markus, Kapitel 1, Vers 15).

Alles wird neu

Alles ist im Fluss. Nichts bleibt, wie es war. Veränderung ist allgegenwärtig. Und das gilt nicht nur für die Natur, sondern auch für uns als Menschen, unsere Gewohnheiten und unsere Persönlichkeit. Interessanterweise unterstreicht das inzwischen auch die Psychologie, die bis vor wenigen Jahren davon ausging, dass wir bereits als Kleinkinder so weitgehend festgelegt sind, dass kaum noch Veränderung möglich ist.

Auch ältere Menschen können sich offensichtlich ändern. Ein Neuanfang ist möglich. Bis zu einem gewissen Grad geht das sicher aus eigener Kraft, doch in der Anbindung an Gott ist solch ein Neustart substanziell – die Bibel spricht von neuem Leben: «Gehört also jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch. Was vorher war, ist vergangen, etwas völlig Neues hat begonnen» (2. Korinther, Kapitel 5, Vers 17).

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