Nicht immer alles planen – Der Dienst der Verfügbarkeit

«Ich möchte, dass ich Gott in meinem Alltag dienen kann, aber ich weiss oft nicht, wo anfangen...» Wie wäre es, einfach mal aktiv da zu sein?
Unsplash / Pedro Lima
Um einen Dienst in Gottes Namen auszuführen, muss man verfügbar für seine Worte sein!

Unser Leben ist verplant und wir sind es gewohnt, zielgerichtet zu arbeiten. Wenn man nicht nur sein Eigenleben, sondern als Christ in unserer Gesellschaft leben und dienen will, kommen zusätzliche Anforderungen dazu: «Ich möchte Gott dienen. Ich möchte Menschen dienen. Ich möchte meine Zeit fruchtbar verbringen» und so weiter. Das ist gut und wichtig – aber was heisst es konkret? Wo soll ich ansetzen? Gott gibt ab und zu einen Impuls, das ist gut – aber seien wir ehrlich: Der grösste Teil unserer Tage ist ausgefüllt, und wenige von uns haben Zeit für tiefere oder grössere Projekte. Aber nichts tun für Gott wollen wir auch nicht. Was dann?

Achterbahn-Christsein

Viel Stress kommt in unser Leben, wenn wir «etwas für Gott tun wollen». Der Möglichkeiten sind Myriaden. Und die Fülle kann Druck erzeugen – was viele Christen zu einem Achterbahn-Christsein verführt: Einmal machen sie zu viel und lehnen dann wieder erschöpft zurück und tun nix.

Gott ist aktiv, aber nicht gestresst (beachtlich, wenn man die Menge seiner Aufgaben in Betracht zieht…). Und er behält es sich vor, selbst an der Arbeit zu sein – aber durch uns. Wenn man diese «Geometrie» des Handelns Gottes ernst nimmt, gibt es eigentlich einen Dienst für Gott, der bei uns Priorität haben müsste: den Dienst der Verfügbarkeit. «Hier bin ich, Gott. Meine Zeit, Kraft, Geld und Gaben stehen dir zur Verfügung. Setze mich heute ein, wie und wo du willst.»

Dreifach gut

Diese Haltung, die wir jeden Morgen ausdrücken können, hilft dreifach:

  1. Sie anerkennt, dass Gott der Handelnde ist. Sein Reich ist seine Initiative. Das entstresst und gibt ihm Ehre, nicht uns.
     
  2. Sie motiviert uns, mit grossen, offenen Ohren und damit ständig in Verbindung mit dem Heiligen Geist durch den Tag zu gehen, auf Impulse zu warten und sich auch mal stören zu lassen.
     
  3. Sie ist hoch effektiv, weil Gott entscheiden kann, wo und wie er uns einsetzen will – in kleinen Begegnungen, Impulsen zum Gebet, einem Telefonat oder Whatsapp oder in konkreter Aktion. Das passt dann einfach.

Der Dienst der Verfügbarkeit ist eine leicht verständliche und doch anspruchsvolle Lebenshaltung: Zuerst müssen wir für Jesus verfügbar sein. Dann sei verfügbar für Menschen oder Aufgaben, zu denen er uns ruft. Mit anderen Worten: Sei still, dann geh!

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