Kein Schaf geht verloren – Bei Gott gibt es keinen Kollateralschaden

«Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe», erklärte Jesus Christus seine Liebe zu den Menschen. Deshalb ist er für jeden einzelnen von uns gestorben. Gottes Ethik gegenüber dem Verlorenen ist nicht, ihn als Kollateralschaden anzusehen...

«Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe», erklärte Jesus Christus seine Liebe zu den Menschen. Deshalb ist er für jeden einzelnen von uns gestorben. Gottes Ethik gegenüber dem Verlorenen ist nicht, ihn als Kollateralschaden anzusehen, da es ja noch genügend Milliarden anderer Menschen gibt – im Gegenteil: Es geht ihm um die einzelne Person.«Ach, auf die paar Lammkeulen und den Pullover, der daraus gestrickt worden wäre, kommt es nicht an», donnert der schlechte Hirte – der sich natürlich als besonders guter Hirte sieht – als er herausfindet, dass das noch junge Schäfchen Locke nicht mehr bei der Herde ist. Das mit Locke befreundete Schäfchen Wolle zuckt zusammen: «Hält dieser Rüpel so wenig von uns?», fragt sich das Kleine.

Zwar ist es in dieser Herde nicht üblich, dass die Tiere Namen tragen, doch die Schafe haben sich untereinander selbst welche gegeben. Der Hirte schaut ausgesprochen gut zu sich selbst und feiert jede Geburt derart ausgelassen (des Weines in vielen Schläuchen wegen), dass er versehentlich schon mal der Packeselin gratuliert, wenn er zur Herde torkelt.

«…sonst beiss ins Gras!»

«Von Zeit zu Zeit geht halt eins verloren, damit umzugehen wurden wir Hirten auserkoren», lacht der schlechte Hirte freudetrunken ob seines eigenen Reims. «Das passiert, wir leben hier schliesslich in der Wildnis und auch die Wölfe dürfen mal gewinnen.»

Schäfchen Wolle protestiert noch, zuckt dann aber vor der unwirschen Antwort zusammen: «Halt die Schnauze und beiss einfach das Gras, sonst beisst du gleich ins Gras – und ich in deine Haxe.» Wolle, kein Wolf im Schafspelz, tut wie befohlen, während der Hirte am Lagerfeuer vor sich hin knurrt: «Sonst such dir doch beim Wandern einen andern.» Unwirsch beisst er in eine Schweinskeule und droht: «Das hier kannst geradesogut auch du sein.»

Während Wolle entsetzt davoneilt, grinst der schlechte Hirte: «Ob da mal eins fehlt oder nicht, spielt keine Rolle: Die vermehren sich eh wie die Karnickel, wenn ich heute eins verliere, sind morgen schon drei neue da.»

Der gute Hirte lässt das Leben

Ein ganz anderer Hirte begegnet einem in Jesus Christus, der sich als der gute Hirte bezeichnet. «Ich bin der gute Hirte. Ein guter Hirte setzt sein Leben für die Schafe auf das Spiel.» Dies ist in der Bibel beschrieben, im Johannes-Evangelium in Kapitel 10. Jesus sagt dort, dass er Leben im Überfluss bringt. «Anders ist es mit einem, dem die Schafe nicht gehören und der nur wegen des Geldes als Hirte arbeitet. Er flieht, wenn der Wolf kommt, und überlässt die Schafe sich selbst. Der Wolf fällt über die Schafe her und jagt die Herde auseinander.»

Einem solchen Mann liege nichts an den Schafen. «Ich aber bin der gute Hirte und kenne meine Schafe, und sie kennen mich; genauso wie mich mein Vater kennt und ich den Vater kenne. Ich gebe mein Leben für die Schafe.» Und weiter erklärt Jesus: «Niemand nimmt mir mein Leben, ich gebe es freiwillig. Ich habe die Macht und die Freiheit, es zu geben und zu nehmen. Das ist der Auftrag, den ich von meinem Vater bekommen habe.»

Kein Kollateralschaden

An einer anderen Stelle spricht Jesus davon, wie der gute Hirte, wenn er hundert Schafe hat, die 99 warten lässt und das 100ste sucht, sollte dieses verloren gegangen sein. Und er erklärt, dass sich der Hirte freut, wenn er dieses wieder gefunden hat, und ein grosses Fest feiert.

Er tut das Verlorengegangene nicht als Kollateralschaden ab, sondern macht sich auf, um es wieder herbeizubringen. Gottes Ethik gegenüber dem Verlorenen ist, ihm zu begegnen, es zu finden und es wieder mit nach Hause zu bringen.

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