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Stevie Waltrip

In guten und in schnellen Zeiten – Wie Nascar-Legenden begannen, in der Bibel aufzutanken

Stevie Waltrip gibt seit mehreren Jahrzehnten Bibelverse weiter. Zunächst an ihren Mann, den legendären Fahrer Darrell Waltrip. Auf Wunsch kamen dann Dale Earnhardt Sr. und Jr. dazu. Dahinter steckt eine tiefgreifende Geschichte.

Stevie Waltrip gibt seit mehreren Jahrzehnten Bibelverse weiter. Zunächst an ihren Mann, den legendären Fahrer Darrell Waltrip. Auf Wunsch kamen dann Dale Earnhardt Sr. und Jr. dazu. Dahinter steckt eine ergreifende Geschichte.

Seit Jahrzehnten schreibt Stevie Waltrip Bibelverse für Nascar-Fahrer. Zunächst tat sie dies für ihren Mann Darrell, den legendären Nascar-Star, der nicht weniger als 84 Rennen für sich entschieden hat, sich ebenso in die Herzen der Fans wie auch in die Hall of Fame fuhr, und heute für den TV-Sender «Fox» kommentiert. Ihn rüstete Stevie jeweils in den 1980ern vor den Rennen mit einem Vers aus. Das bekam eine andere Nascar-Legende mit, Dale Earnhardt Sr. (107-facher Sieger). Auf seine Anfrage hin schrieb Stevie ab den 1990er Jahren jeweils auch für ihn einen Vers nieder; diese Tradition führt sie heute bei dessen Sohn Dale Earnhardt Jr. (bereits 49 Nascar-Triumphe) fort.

Die von Stevie verfassten Schriften wurden von Dales Frau Amy Reimann via Twitter einem breiten Publikum zugänglich gemacht – und dies wöchentlich während der zehnmonatigen Nascar-Saison. «Es sind motivierende Verse, bei denen es sich lohnt, sie eingehend zu lesen», twitterte ein Fan.

Ein wilder, verrückter Typ taucht auf

Diese Reaktionen rühren Stevie mittlerweile zu Tränen. «Es ist so schön, dass der Herr eine so kleine Tat genommen und zu so etwas Grossem ausgedehnt hat», sagte sie kurz vor dem «Daytona 500»-Rennen in Florida am vergangenen Wochenende. Es sei gut, dass Earnhardt und Reimann diese Plattform hätten, «das ist gut für Gottes Königreich.» Bei ihr selbst sei das längst nicht immer der Fall gewesen.

Stephanie, wie Stevie eigentlich heisst, wuchs in Kentucky auf und träumte davon, auf die «Southern Methodist University» gehen zu können, wo bereits ihr Vater und Grossvater sich ausbilden liessen. Ihre Zukunft war für sie klar – bis sie einen lauten, frechen, unbekannten Rennfahrer namens Darrell Waltrip kennenlernte. «Das ging in eine völlig andere Richtung, als ich sie mir gewohnt war. Er war ein wilder, verrückter Typ, während meine Familie ultrakonservativ war.»

Sie rechnete, analysierte und betete

Kaum hatte Stevie die High-School beendet, heirateten die beiden zum Horror ihrer Eltern. Umgehend zogen sie nach Tennessee, wo Dale seinem Rennfahrer-Traum nachgehen konnte. Durch ihren Mann begann Stevie sich ebenfalls für den Rennsport zu interessieren, somit hatte sie etwas zu tun, ausser zu beten und sich zu ärgern, wenn die Liebe ihres Lebens mit Equipment herumbrauste, das nicht sonderlich beeindruckenden Schutz bot.

Stevie betete, während sie an den Runden sass, die Reichweite von Treibstoff berechnete und die Boxenstopps analysierte. Heute ist es so, dass ein Ingenieur allein den Treibstoffstand beobachtete und ein Boxenstopp-Chef das gesamte Geschehen überwacht. Dass sie dies alles damals alleine und als Frau tat, war selten – und das ist es auch geblieben.

Die Kassette

Trotz dem schnellen Lebensstil fühlte sich Stevie einsam und sie begann, Gott zu suchen. Nach zehn Ehejahren schrieb sie ihrem Mann im August 1979 einen Brief, in welchem sie ausdrückte, wie sehr sie ihn liebte, aber dass sie Gott noch mehr lieben wolle. Aus ihrer Jugend wusste sie zwar von Jesus, doch sie hatte einige Lücken zu füllen. So wollte sie nun wissen, weshalb Jesus am Kreuz sterben musste.

Eine Freundin, die bereits Christin war, gab ihr, ohne von ihren Fragen zu wissen, eine Kassette zu genau dieser Frage. Diese Kassette hörte Stevie, während sie im Garten arbeitete. So erfuhr sie, dass die Strafe für die Sünde der Tod ist, doch das Jesus gekommen war und durch seinen Tod und die Auferstehung den Preis dafür bezahlt hatte und man dieses Angebot einfach anzunehmen braucht, um gerettet zu werden. Darauf entschied sie sich für ein Leben mit Jesus.

Der Unfall

Ihr geistlicher Durst war gross, sie hörte christliche Radio-Sendungen und begann, Bibelverse für Darrell aufzuschreiben. Stevie: «Ich glaube, dass Gottes Wort lebendig, kraftvoll und lebensverändernd ist. Und so legte ich jeweils Verse auf sein Armaturenbrett, um ihn zu ermutigen.» Er tolerierte dies nicht nur, sondern wollte bald selbst mehr wissen. Am Mittwoch begleitete er sie sogar zur Bibelstunde. Nach einem schweren Unfall bei einem Rennen 1983 in Daytona wurde Gottes Gegenwart für Darrell noch wichtiger. «Er verbrachte die Nacht auf der Intensivstation», erinnert sich Stevie. Gott habe das genutzt, um sich bei ihm ins Bewusstsein zu rufen. Von da an betete Darrell mit seiner Frau und sein Glaube begann zu wachsen.

Die beiden wünschten sich ein Kind, doch 1985 hatte Stevie eine zweite Fehlgeburt. «Wir schütteten Gott unser Herz aus und sagten ihm, dass wenn er will, dass wir ein Kind haben, wir das gerne annehmen – aber nur, wenn es sein Wille ist.» Am 17. September 1987 kam Jessica zur Welt. Eine Woche später, beim nächsten Rennen in Virginia, fand Darrell eine Rose auf dem Sitz und den Satz: «Gewinn ein Rennen für mich, Daddy.» Später kam eine zweite Tochter dazu, Sarah Kaitlyn.

«Und wo ist meine Karte?»

Stevie und andere Rennfahrer-Familien befanden, dass in den Nascar-Boxen ein geistliches Bedürfnis bestehe und so starteten sie zusammen mit zwei anderen Familien, den Hillins und den Speeds, eine wöchentliche Bibelgruppe, aus der die Gruppe «Motor Racing Outreach» entstand. Die Familien Waltrip, Parson und Speed sind mittlerweile seit 30 Jahren Vorstandsmitglieder dieses Werkes.

Dass ihre Verse auch ausserhalb der Boxen thematisiert würden, hätte sich Stevie nie ausgemalt. Als sie eines Tages gerade ein solches Kärtchen für ihren Mann geschrieben hatte, fragte Dale Earnhardt Sr.: «Und wo ist meine Karte?» Sie bat ihn, kurz zu warten, und bereitete eine für ihn vor. Von da an erhielt auch er an jedem Renntag eine Karte. «Meist schrieb ich ihnen das Gleiche, von Zeit zu Zeit nahm ich einen unterschiedlichen Vers. Dale wollte dann jeweils beide sehen, er las beide und entschied sich dann für eine Karte.»

Am 18. Februar 2001, dem Tag, an dem Dale starb, hatte er Sprüche, Kapitel 18, Vers 10 erhalten. Dort steht: «Gott, der Herr, ist wie eine starke Festung: Wer auf ihn vertraut, ist in Sicherheit.» Stevie: «Er nahm das Kärtchen mit in den Wagen und vier Stunden später war er in den Armen Jesu. Der Spruch galt uns allen, die trauerten – er gab uns Frieden. Es war die Botschaft, die der Herr verwendete, um uns mitzuteilen, dass er bei ihm ist.»

Zur Twitterseite:
Amy Reimann

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