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Pastor Joash Thomas

Warum sie zentral ist – Umgang mit Gerechtigkeit als Kulturschock

Der kanadisch-indische Pastor Joash Thomas setzt sich für Gerechtigkeit ein. Er ruft die Kirche dazu auf, Jesu Botschaft ganzheitlich zu leben und Glauben mit konkretem Einsatz für Unterdrückte zu verbinden.

«Meine Kindheit verbrachte ich in Mumbai, in Indien und mit achtzehn Jahren zog ich in die USA nach Atlanta», erinnert sich Joash Thomas. «Das war für mich ein ziemlicher Kulturschock, denn in der evangelikalen Kirche des Globalen Südens haben wir viel über Gerechtigkeit gesprochen. Doch als ich zuerst in die amerikanische und dann in die kanadische Kirche kam, empfand ich eine gewisse Diskrepanz: Ich hörte dort kaum noch etwas über Gerechtigkeit.»

Thomas empfindet, wir würden in einer Gesellschaft und Kultur leben, die sich nach Gerechtigkeit sehne, aber glaube, dass Gerechtigkeit unabhängig von Jesus existiere. «In den vergangenen vielen Jahren habe ich im Theologiestudium die Verbindung zwischen Jesus und Gerechtigkeit erforscht.»

Ein hässlicher Teppich

Joash Thomas arbeitet gegen den Menschenhandel. «Wie können wir für all unsere armen und unterdrückten Nächsten eintreten – durch Gebet, durch Geben und durch Fürsprache? Ich habe ganze Kapitel darüber in meinem Buch ‘The Justice of Jesus’ geschrieben.»

Einmal predigte er in einer Kirche in der kanadischen Stadt Sarnia. «Diese Kirche liebt ihre Nächsten und den Einsatz gegen Menschenhandel so sehr, dass sie aussergewöhnlich opferbereite Dinge tut, um die notwendigen Ressourcen zur Rettung und Wiederherstellung dieser Kinder bereitzustellen. Als ich diese Kirche besuchte, um dort zu predigen, gab es dort einen Teppich – einen hässlichen, knallorangefarbenen Teppich. Er ist so hässlich und so alt, dass die Gemeinde ihm sogar einen Namen gegeben hat. Sie nennen ihn ‘Ancient Dust’, uralter Staub, und er stammt aus dem letzten Jahrhundert. Sie wissen, wie viel es kosten würde, diesen hässlichen, knallorangen Teppich zu ersetzen. Also geben sie das Geld nicht dafür aus, diesen sichtbaren Störfaktor zu beseitigen, sondern investieren es in ihre Partnerorganisationen im Kampf gegen Menschenhandel … und leben auf diese Weise bewusst opferbereit.»

Inspirierende Geschichten

Joash Thomas bilanziert: «Es ist eine kleine Gemeinde mit etwa 200 Menschen und einem sehr begrenzten Budget. Ihr Pastor ist kürzlich von einer Vollzeitstelle auf eine 75-Prozent-Stelle gewechselt, damit mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um sich um die körperlichen Bedürfnisse ihrer Nächsten zu kümmern und die gute Nachricht für ihre Nachbarschaft zu sein – auch im Einsatz gegen Menschenhandel.»

Geschichten wie diese machen Mut: «Meine Einladung durch meinen Dienst ist, dass wir Jesus-zentriert sind, dass wir unseren Blick auf Jesus richten und dass wir für die Einheit der Kirche in all ihrer Vielfalt kämpfen. Denn die weltweite Kirche ist heute unglaublich vielfältig. Menschen lesen die Bibel auf sehr unterschiedliche Weise – und doch sind wir in Jesus vereint. Wir müssen in Jesus vereint sein, um einer Welt, die diese gute Nachricht dringend braucht, gute Nachricht zu bringen – einer Welt voller Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Sünde in der Gestalt von Ungerechtigkeit und Unterdrückung.»

Güte Gottes in Dunkelheit tragen

Er habe überall das Gute, das Schlechte und das Hässliche gesehen. «Letztlich sind Menschen einfach Menschen. Wir sind fehlbare Wesen, die nicht immer alles richtig machen. Gleichzeitig gibt es aber auch Güte in uns, weil wir alle im Ebenbild Gottes geschaffen sind.» Er lädt die Christen dazu ein, weiterhin die Güte Gottes an Orte der Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit zu bringen.

Joash Thomas erinnert an die Worte von Jesus, der sagte: «Ihr seid das Licht der Welt.» Und Thomas ergänzt: «Er hat uns die gute Nachricht anvertraut, damit wir selbst die gute Nachricht für eine Welt sind, die heute dringend die gute Nachricht braucht.»

Wertvolle Psalmen

Er liebt ausserdem die Psalmen. «Diese Gebete werden in der Kirche seit Tausenden von Jahren gebetet – schon lange bevor wir angefangen haben, sie selbst zu beten. Es liegt eine besondere Schönheit darin, unsere Stimmen mit den Stimmen derer zu verbinden, die vor uns gegangen sind, und dieselben Schriftstellen zu verwenden, um uns an Gott zu wenden: um Gott zu bitten, uns beim Leben und Durchhalten in dieser Welt voller schlechter Nachrichten zu helfen – und gleichzeitig selbst die gute Nachricht Jesu in dieser Welt voller schlechter Nachrichten zu sein.»

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