Jeremy Vine – «Wie ich meinen Glauben verloren und wiedergefunden habe»

Jeremy Vine ist ein national angesehener Moderator bei «BBC 2». Christlich aufgewachsen, entfernte er sich von seinem Glauben. Als über 40-Jähriger fand er zurück. Heute sagt er, dass die digitale Welt letztlich für Christen geschaffen sei.

Jeremy Vine ist ein national angesehener Moderator bei «BBC 2». Christlich aufgewachsen, entfernte er sich von seinem Glauben. Als über 40-Jähriger fand er zurück. Heute sagt er, dass die digitale Welt letztlich für Christen geschaffen sei.Seine «BBC»-Laufbahn startete Jeremy Vine in der TV-Abteilung des britischen Medien-Giganten. Zunächst Polit-Reporter in Grossbritannien, wurde er in den 1990er-Jahren zum Afrika-Korrespondenten. Unter anderem war er in den Formaten «Newsnight» und «Panorama» zu sehen, später erstreckte sich seine Online-Präsenz auch auf Unterhaltungsformate. Während vielen Jahren lud er zur Quizshow «Eggheads» und seit 2003 empfängt er zur Radio-Gesprächssendung «The Jeremy Vine».

Aufgewachsen war der Medienmann in einem christlichen Umfeld, als Erwachsener sei der Glaube dann aber lange Zeit eine «An-Aus-Beziehung» gewesen. «Meine Eltern lebten den Glauben sehr real.» Auch die Gemeinde, welche sie besuchten, habe ihm gefallen. Die Mitglieder seien sehr angenehm gewesen und die Musik lebendig. Doch immer gegen Ende der Predigt sei vor der Hölle gewarnt worden und dass man Busse tun müsse. «Als ich 15 Jahre alt war, hatte ich das 2'500 Mal gehört und ich hatte Mühe damit, herauszufinden, wo ich in diesem Spektrum stand.»

Aufgegeben, aber inspiriert worden

«Falls ich damals wirklich ein Christ war, dann nur, weil ich mich vor der Hölle fürchtete», blickt Jeremy Vine zurück. Manche Bibelverse hätten ihm damals Probleme bereitet und mit der Zeit habe er den Glauben aufgegeben.

Gleichzeitig habe die Zeit in der Gemeinde offenbar inspirierend gewirkt. Sein Bruder Tim, ebenfalls ein überzeugter Christ, ist Comedian und seine Schwester Sonya arbeitet als Schauspielerin. Tim und Jeremy gründeten in jungen Jahren gar eine Punk-Band namens «The Flare Generation», die es sowohl ins Fernsehen wie auch in die Zeitschrift «Smash Hits» schaffte.

Das Baumhaus

Gerne erinnert sich Jeremy Vine an seine Jugendzeit. Sein Vater habe die Kinder sehr geliebt. Er baute mit Jeremy, Sonya und Tim ein Baumhaus. «Das war eine Menge Arbeit. Tim und ich erhielten einen Hammer und Nägel – und zuletzt war die Baumhütte fertig.» Sie symbolisierte die Liebe seines Dads. Liebe brauche Zeit und das Baumhaus habe Zeit gebraucht.

Zeit brauchte es auch, bis er zurück zum Glauben fand. Mehr und mehr kam er zu der Überzeugung, dass die Bibel wahr ist. «Das Neue Testament ist fundamental!» Und es sei schwierig, daran zu glauben, wenn man nicht auch gleichzeitig an die Auferstehung glaube.

Geliebt

Heute sei er der Überzeugung, dass er von Gott geliebt ist, dass das eigene Leben eine Bedeutung hat und dass Christus real ist. Auch sei er der Meinung, dass es besser ist, freundlich zu sein statt ständig rechthaben zu müssen.

Die moderne, digitale Welt sei für die Christen gemacht. «War letztlich nicht Jesus selbst digital? In dem Sinne, dass er sein Angebot für jedes Individuum zugänglich machte.» Jeremy Vine nennt Zachäus als Beispiel. Diesem sagte Jesus, dass er vom Baum herunterkommen solle, um bei ihm zu essen. Der «BBC»-Moderator: «Ist das nicht das ultimative, persönliche Angebot?»

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