Screenshot Youtube / @Atlanta Jewish Film Festival
Nonie Darwish im Dokumentarfilm Telling Nonie

Muslimin begegnet Jesus – Wie Gott meinen Hass in Liebe verwandelte

Nonie Darwish wächst als Muslimin im Nahen Osten auf. Doch obwohl sie sich an alle Regeln des Islam hält, fühlt sie sich fern von Gott. Jahre später findet sie Jesus - und das verändert alles. Hier erzählt sie ihre Geschichte.

Ich bin in Kairo geboren, aber im Gaza-Streifen aufgewachsen, der damals von Ägypten verwaltet wurde. Mein Vater arbeitete für den ägyptischen Geheimdienst. Als ich acht Jahre alt war, kam er bei einem Attentat durch den israelischen Geheimdienst ums Leben und wir zogen zurück nach Kairo.

Damals war Ägypten im Krieg mit Israel und ich hasste unser Nachbarland, nicht nur, weil sie mir meinen Vater genommen hatten. Meine Gefühle spiegelten die politische Stimmung in unserem Land wieder. In der Schule und in der Moschee wurde nicht gut über Israel geredet. Wir alle waren bereit für den «Heiligen Krieg».

Erziehung von englischen Nonnen

Als ich älter wurde, schickte mich meine Mutter auf eine katholische Schule, die von englischen Nonnen geführt wurde. Die Schule hatte einen guten Ruf und meine Mutter hoffte, dass ich dort höhere Bildung erhalten würde. Später studierte ich an der Amerikanischen Universität in Kairo. Ohne es zu merken, entfernte ich mich innerlich vom Islam. Ich war zwar immer noch eine Muslimin und hielt mich an alle Regeln, aber ich fühlte mich nicht mit Gott verbunden. Manchmal fragte ich mich sogar, ob es ihn überhaupt gibt.

Leben in den USA

1978 zog ich in die USA und besuchte auch dort eine Moschee. Doch der Imam ermutigte uns, den Hidschab mit Stolz zu tragen, was mich völlig verwirrte. Ich hatte mich in Kairo nie verschleiert, warum sollte ich das in Amerika tun? So ging ich nicht mehr in die Moschee und interessierte mich auch sonst nicht weiter für Religion.

Trotzdem schickte ich meine Kinder auf eine christliche Schule. Vielleicht, weil ich selbst gute Erfahrungen damit gemacht hatte. Einmal fragte mich mein Sohn, warum ich nie in die Kirche ginge. Ich wollte ganz einfach nichts mit Religion zu tun haben.

Eine Botschaft, die anders ist

Irgendwann blieb ich beim Zappen bei einem Fernsehgottesdienst hängen und war so berührt von der Botschaft, dass mir die Tränen kamen. Zufälligerweise war der Prediger der Schulpfarrer meiner Kinder!

So ging ich am darauffolgenden Sonntag zusammen mit meinen Kindern in die Kirche, um den Pfarrer live zu hören. Und wieder war ich so berührt von seinen Worten, dass ich nicht aufhören konnte zu weinen. Die Botschaft war so anders als alles, was ich zuvor gehört hatte. Jedes Wort war revolutionär. Ich war völlig erstaunt zu hören, dass wir Kinder Gottes sein können.

Zum ersten Mal spürte ich, dass es einen Gott gibt und dass er uns nahe sein will. Ich glaubte jedes Wort, das ich hörte und ich entschied mich für Jesus. Ich hätte nie gedacht, dass sich dadurch für mich so viel ändern würde.

Heimatbesuch und eine Erkenntnis

Im Sommer 2001 flog ich zum ersten Mal nach zwanzig Jahren auf Besuch nach Ägypten. Erst dort realisierte ich, wie sehr Gott mich verändert hatte. Ich spürte zum Beispiel keinen Hass mehr gegen Israel, ganz im Gegenteil. Ich hatte Frieden gefunden und war erfüllt von einer Liebe, die nur Gott schenken kann.

Dieser Artikel erschien im März 2014 auf Jesus.ch. Heute ist Nonie Darwish Leiterin von «Former Muslims United». Diese Organisation unterstützt Muslime, die zum Glauben an Jesus kommen. Zudem ist sie Mitbegründerin des Vereins «Arabs for Israel», der sich für Frieden im Nahen Osten engagiert. Für ihre Konvertierung zum christlichen Glauben und für ihren Einsatz wird sie von islamischen Gruppen stark kritisiert.

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